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Eishockey: Deutsch-Kanadier Steven Deeg fühlt sich beim EV Duisburg wohl

Eishockey : Steven Deeg lobt die Duisburger Fans

Der Deutsch-Kanadier ist ein wichtiger Spieler beim Eishockey-Oberligisten. Der 25-Jährige hat mit dem EV Duisburg noch einiges vor. Deeg will mit den Füchsen das Viertelfinale auf direktem Wege erreichen. Derzeit liegt das Team acht Punkte hinter Platz sechs zurück.

André Huebscher grinst, als er an Steven Deeg vorbei läuft. „Tschüss, Stefan! Bis morgen!“ Der 25-Jährige lächelt. „André sagt immer Stefan zu mir. Weil ich Deutsch-Kanadier bin“, sagt Deeg, der schon sehr gut Deutsch spricht, sich aber doch lieber auf Englisch unterhält. „Ich verstehe mehr, als ich sprechen kann. Aber ich lerne.“ Und das offenbar gerne. „Ich habe mich sofort sehr gut aufgenommen gefühlt. Die Fans haben mich von Beginn an angefeuert und willkommen geheißen. Das ist klasse.“ Und so ganz nebenbei ist der aus Ajax in Ontario stammende Kanadier auch noch ein wichtiger Spieler des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg, der heute um 20 Uhr bei den Black Dragons Erfurt ran muss, ehe am Sonntag, 18.30 Uhr,  an der Wedau das Ruhrderby gegen den Herner EV ansteht.

„Alle meine Trainer an der Uni waren Deutsche, also Deutsch-Kanadier“, sagt Deeg. Einer von ihnen ist Mark Kosturik, der nicht nur 16 Jahre in Deutschland gespielt hat, sondern auch in Landstuhl geboren wurde. „Er war mein Co-Trainer an der Nipissing University“, sagt Deeg. „Als klar war, dass ich einen deutschen Pass bekommen könnte, hat er mir geholfen.“ Außerdem hat Füchse-Sportdirektor Lance Nethery ein Sommerhaus in North Bay, wo die Nipissing University beheimatet ist. „Und so sind wir uns sehr schnell einig gewonnen.“

So begann eine Reise, die eben mehr ist, als nur Eishockey zu spielen. „Meine Oma und Opa stammen aus Auerbach in der Nähe von Karlsruhe.“ Als Deegs Eltern im Oktober zu Besuch kamen, haben sie ihre deutschen Verwandten besucht. „Ich habe Cousins, Cousinen, Tanten und Onkel kennengelernt, die ich zuvor noch nie getroffen hatte.“

In seiner noch jungen Karriere hat Deeg einige Freundschaften geschlossen. In Füchse-Facebook-Gruppen informieren sich heute noch Debbie und Dan MacGillivray über Steven und seine Spiele für den EVD. „Debbie und Dan sind meine Billet Parents“, sagt er. Seine Gasteltern also. „Ich habe bei ihnen gewohnt, als ich in meinem letzten Junioren-Jahr für die Wellington Dukes gespielt habe“, berichtet Deeg. „Debbie sagt immer: Ich bin ihr Wintersohn.“ Sport ist eben deutlich mehr als nur Toreschießen.

Und dennoch kommt es gerade darauf auch an. Und das macht Steven Deeg sehr gut, obwohl er einige Zeit wegen einer Gehirnerschütterung aussetzen musste. „Der November und Dezember waren hart für mich“, sagt der 25-Jährige. „Bei jeder anderen Verletzung weißt du ungefähr, wann du wieder fit bis. Das ist bei einer Gehirnerschütterung anders.“

Umso größer war der Jubel der Füchse-Anhänger, als er wieder auf dem Eis stand. „Die Fans in Deutschland sind außergewöhnlich. Da gibt es keinen Vergleich“, sagt Deeg. Daher hat ihm das Derby gegen Essen, das die Füchse mit 4:1 gewonnen haben, auch so viel Spaß gemacht. „Wenn die Fans so laut sind, ist das großartig. Das pusht uns als Mannschaft ungeheuer.“ Daher freut er sich bereits auf das Heimderby gegen Herne.

Zudem glaubt er ans Team. „Wir wachsen gerade richtig zusammen und können noch viel erreichen. Wir wollen noch unter die ersten Sechs.“ Aktuell beträgt der Rückstand auf den direkten Viertelfinalplatz acht Punkte. „Alle sagen, das sei ganz schwer. Das glaube ich nicht“, sagt Deeg.