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MSV: Einer, der es schaffen kann

MSV : Einer, der es schaffen kann

Julian Koch überzeugt beim MSV Duisburg mit seiner Einstellung zum Beruf. Trainer Milan Sasic traut dem 19-jährigen zu, später einmal den Sprung in die A-Nationalmannschaft zu schaffen.

Julian Koch trägt die blonden Haare gekonnt verstrubbelt, lächelt freundlich und ist einfach nur sympathisch. Der 19-jährige Mann für die rechte Außenbahn bei den Zebras hat gerade sein erstes Spiel in der U21 absolviert und sagt, was ein Debütant eben sagt, dass es Spaß gemacht habe für Deutschland zu spielen und dass es besonders gewesen sei, gegen die Ukraine gewonnen zu haben.

Ob ihn Nationaltrainer Adrion zur nächsten Aufgabe gegen England im November wieder einlade, dazu könne er keine Auskunft geben, er wolle sich erst einmal wieder auf die Spiele beim MSV konzentriere. Zum Beispiel auf das am Montagabend gegen Arminia Bielefeld.

Ehrgeizig und zugleich bescheiden

Er wäre gern bei der U21 wieder dabei, erklärt er. Aber das liege halt nicht in seiner Hand. Doch in seinem Fuß durchaus. Mit Spielen wie zuletzt in der Sasic-Elf bewirbt sich ein Talent nachhaltig. Und was die ganz große Zukunft angeht, da äußert sich die Leihgabe von Borussia Dortmund in gleicher Weise, ehrgeizig und zugleich bescheiden. "Ja sicher würde ich gern mal in der A-Nationalmannschaft spielen und bei einer WM dabei sein. Das hat jedoch alles noch Zeit. " Erst einmal "will ich in dieser Saison für den MSV alles geben." Und danach? Koch: "Das wird man sehen."

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Genau diese Haltung ist es, die Trainer Milan Sasic zu einem großen Lob ausholen lässt: "Ich bin überzeugt, dass er den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen kann." Da redet der Trainer nicht so sehr über Ballfertigkeit und Spielverständnis. Das gilt als vorausgesetzt. Es geht um den menschlichen Faktor, was Sasic mit dem Satz beschreibt: "Er bleibt mit beiden Beinen auf der Erde." Oder mit dem Hinweis: Dass Koch die richtige Einstellung zu seinem Beruf hat. So lobt er den jungen Sympathieträger, obwohl er das eigentlich nicht gern tue, denn er ist sich sicher: Die guten Worte steigen dem Abwehrmann nicht in den blonden Kopf.

Gute Gründe für den Wechsel

Dazu passt der Hinweis, dass die Kollegen den Leihspieler in den Mannschaftsrat wählten und der Trainer in eigener Freiheit ihn zum stellvertretenden Kapitän ernannte. Dazu passt aber auch, wie Julian Koch seinen Wechsel nach Duisburg begründet: "In Dortmund habe ich keine Fortschritte mehr gemacht und bewegte mich zwischen erster und zweiter Mannschaft. Deshalb wollte ich die selbst die Ausleihe, um in einem hoch spielenden Klub Spielpraxis zu sammeln." In allen sieben Partien war er bislang dabei, gegen Bielefeld wird das nicht anders sein, auch wenn Milan Sasic sich gestern zur Aufstellung nicht äußerte.

Parallelen zwischen dem MSV und seinem Publikumsliebling gibt es durchaus. "Ich habe in der Jugend und bei Borussia Dortmund immer gute Erfahrungen mit Spielen bei Arminia Bielefeld gemacht." Den Zebras geht es nicht anders. Seit neun Spielen hat das Zebra auf der Alm nicht mehr verloren. Die letzte Niederlage gab es am 27. Mai 1996. Der MSV verlor zwar mit 2:3 am 32. Spieltag, stieg aber später (gemeinsam mit der Arminia) auf. Julian Koch war damals fünf Jahre alt und hat, wie er sagt, "schon Fußball gespielt, aber mich noch nicht für große Vereine interessiert." Die Zeiten ändern sich.

(RP)