110 Jahre Rumelner TV: "Eine absolute Herzensangelegenheit"

110 Jahre Rumelner TV : "Eine absolute Herzensangelegenheit"

Am kommenden Wochenende feiert mit dem Rumelner TV einer der ganz großen Duisburger Sportvereine sein 110-jähriges Jubiläum. Doch auch beim Rumelner Traditionsverein gibt es immer wieder Höhen und Tiefen.

Einer, der in jeder Lage des Vereins ganz dicht dran ist am Geschehen, ist Heiner Schüren-Hinkelmann. Der erste RTV-Vorsitzende sprach mit RP-Mitarbeiter Tobias Krzossa über gute und schlechte Zeiten, das bevorstehende Jubiläumswochenende und Ziele in der Zukunft.

Herr Schüren-Hinkelmann, schon seit nunmehr 110 Jahren gibt es den Rumelner TV. Nicht weniger als 20 Jahre sind Sie in der obersten Etage des Vereins. Was bedeutet denn der Verein für Sie?

Schüren-Hinkelmann: Es ist ganz klar. Der Rumelner TV ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Wenn man 20 Jahre in der Vereinsführung sitzt, dann erlebt man Höhen und Tiefen. Es gibt Dinge die man nie vergessen wird. Im positiven wie auch im negativen Sinne. Durch diese ständige Nähe ist der Verein mittlerweile zu einer absoluten Herzensangelegenheit für mich geworden.

Sie betonen die Höhen und Tiefen, die man in einer so langen Zeit erlebt. Welche Erlebnisse sind Ihnen persönlich ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Schüren-Hinkelmann: Da gibt es jede Menge. Fast jeden Tag erlebt man neue Überraschungen. Manche freuen einen ungemein, andere hingegen ziehen einen ganz schön runter. Im positiven Sinne allerdings denke ich immer wieder mit einem Lächeln an unsere Festwoche vor 10 Jahren zurück, als wir 100 Jahre alt wurden. Dazu kommen natürlich sportliche Highlights der ganz besonderen Art. Wenn man als Vorstand bei den Olympischen Spielen von 2000 in Sydney vor dem Fernseher sitzt und mit Sabrina Mulrain einen seiner Schützlinge ins Stadion einlaufen sieht, macht das schon unheimlich stolz. Dazu kommen immer wieder die tollen Erfolge unserer jugendlichen Talente. Negativ bleiben natürlich Rückschläge, wie erst jüngst der Abriss des Hallenbades in Erinnerung.

Geben Ihnen genau die von Ihnen erwähnten Erfolgserlebnisse immer wieder die Kraft, diesen großen Verein zu führen?

Schüren-Hinkelmann: Genau so ist es. Dafür machen ich und meine Kollegen diese Arbeit. Wir wollen den zahlreichen Jugendlichen und auch Erwachsenen ermöglichen ihre Talente zu fördern. Jeder kleinste Erfolg bestätigt uns in unserer Arbeit und freut uns sehr.

Was sind Ihre Ziele in der nächsten Zeit?

Schüren-Hinkelmann: Unser oberstes Augenmerk ist darauf gerichtet, den Sportbetrieb für die Masse an Talenten und sportbegeisterten Menschen aufrecht zu erhalten. Es ist allen bekannt, dass momentan eine immer größere "Hallennot" herrscht. Immer mehr Sporthallen werden abgerissen oder sind nicht mehr belastungsfähig. Irgendwann gehen einem da die Trainingsmöglichkeiten aus. Das müssen wir auf jeden Fall verhindern. Das wird sicher keine leichte Aufgabe. Aber auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Rückschläge, die wir gemeistert haben. Wir werden uns auch diesem Problem stellen – hoffentlich erfolgreich.

Bleibt zum Abschluss noch eine Frage: Ist die Freude aufs bevorstehende Festwochenende groß?

Schüren-Hinkelmann: Natürlich, wir alle freuen uns riesig, unseren Geburtstag mit den Duisburger Sportfreunden zu feiern. Aber man muss auch zugeben, dass man froh ist, wenn das Wochenende reibungslos über die Bühne gegangen ist. Die Arbeit hinter einem solchen Ereignis nimmt eine Menge Zeit in Anspruch und zerrt schon sehr an den Nerven.

(RP)
Mehr von RP ONLINE