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Wasserball: Ein Katalane für die Wasserball-Titelträger

Wasserball : Ein Katalane für die Wasserball-Titelträger

Pol Gomà Esforzado schnürt in der neuen Saison für den ASCD die Kappe. Nebenher studiert der 18-Jährige an der Uni.

Pol Gomà Esforzado ist gut ausgebildet. Sportlich, aber auch sprachlich. Mit seinen 18 Jahren weiß sich der Spanier fast schon fließend in Deutsch zu artikulieren. "Aber ich will noch besser werden", sagt Esforzado und meint damit sportlich und sprachlich. Mitte September hat für ihn ein neuer Lebensabschnitt begonnen. In der Hansastraße hat er eine kleine Wohnung bezogen und an der Uni studiert er ab nächster Woche Energy Science.

Die freie Zeit zwischen den Vorlesungen wird der Neu-Duisburger größtenteils im Kraftraum und im wiedereröffneten Schwimmstadion verbringen. Schließlich schnürt er in der neuen Saison für die zurzeit beste deutsche Wasserball-Mannschaft die Kappe. Der Amateur SC Duisburg sicherte sich Ende Mai zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte das nationale Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. "Ich bin froh, dass ich die Chance bekomme, bei so einem Klub spielen zu dürfen", sagt Esforzado, der sich in der neuen Heimat wohlfühlt. "Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen. Duisburg gefällt mir."

Der junge Katalane, der mit sechs Jahren beim Club Natació Barcelona mit dem Sport anfing, will sich Schritt für Schritt an das hohe Niveau heranarbeiten, dass die Amateure in der zurückliegenden Spielzeit abrufen konnten. Gleiches gilt für die fünf anderen Neuen im 23-köpfigen Kader, die eines eint: Auch sie sind noch keine fertigen Spieler. "Die letzte Saison hat gezeigt, dass unser Weg, jungen Talenten das Vertrauen zu schenken, der richtige ist", sagt Trainer Arno Troost. Dass sich die Konkurrenz aus Berlin und Hannover im Sommer prominent verstärkt hat, hat der ASCD zur Kenntnis genommen. An der Duisburger Einstellung ändert das nichts. "Wir setzen weiter auf den Nachwuchs", sagt Troost. "Ein Zukunftsproblem haben wir definitiv nicht." Troost sieht seine Mannschaft personell gut aufgestellt: "Wichtig ist, dass die Jungs bei aller Motivation auch Geduld mitbringen. Sie haben bei uns die besten Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Sei es im Training mit unseren Nationalspielern oder in den Vorbereitungsspielen gegen hochkarätige Gegner. Und früher oder später werden sie auch in der Bundesliga ihre Chance bekommen."

In der Vorsaison war die mannschaftliche Geschlossenheit der Schlüssel zum überwältigenden Erfolg, den der ASCD in dieser Spielzeit bestätigen will. "Das Double zu gewinnen, war unglaublich schön", beschreibt Kapitän Tobias Kreuzmann das ihm zuvor unbekannte Gefühl: "Aber das ist jetzt Schnee von gestern." Am 19. Oktober beginnt die neue Spielzeit, in der die Amateure erstmals seit einer halben Ewigkeit die Gejagten sein werden.

Gedanklich ist das Auftaktspiel beim Vorjahresfünften Bayer Uerdingen aber noch in weiter Ferne. Aktuell gilt die volle Konzentration dem übernächsten Wochenende und der Rückkehr in den Europapokal. "Wir alle sind froh, nach der Pause im letzten Jahr wieder dabei zu sein", sagt Kreuzmann, der dem Champions-League-Turnier im rumänischen Oradea entgegenfiebert: "Das sind die Highlights, für die wir so hart trainieren." Zum Verbleib in der Königsklasse muss der ASCD Erster oder Zweiter werden. Der Gruppendritte macht im Euro Cup weiter, der Vierte muss die Segel streichen. "Szolnok ist der Gruppenfavorit. Dahinter sehe ich Oradea, Marseille und uns in etwa auf Augenhöhe", sagt Kreuzmann, der an das Weiterkommen glaubt.

(kök)