Wasserball Eidner will seinen Ex-Klub ärgern

Duisburg · Die diesjährige Pokal-Endrunde im Wasserball ist für Dennis Eidner etwas Besonderes. Mit seinem neuen Klub, dem ASC Duisburg, trifft er am Wochenende auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen von Spandau 04 Berlin.

Dennis Eidner ist gekommen, um zu bleiben. Seit zehn Monaten wohnt der gebürtige Berliner in Neudorf. Und fühlt sich wohl. "Der Wechsel nach Duisburg war der richtige Schritt", sagt der 23-Jährige, der am Sonntag eine Premiere feiern wird. Mit Spandau 04 Berlin hatte der Centerspieler ein Abo auf nationale Titel. Sechs Meisterschaften und fünf Pokalsiege feierte Eidner mit den Wasserballern aus der Hauptstadt, ehe er beim Amateur SC Duisburg (ASCD) anheuerte. Ausgerechnet dort, beim ewigen Vize, der 2010 Pokalsieger wurde, ansonsten aber stets Spandau den Vortritt lassen musste. "Ich habe eine neue Herausforderung gesucht", erklärt der Sportsoldat, dem sich an Pfingsten erstmals die Gelegenheit bietet, seinen Ex-Verein massiv zu ärgern.

Bei der Pokal-Endrunde, die in der Traglufthalle von Bayer Uerdingen stattfindet, will Eidner seine persönliche Titelsammlung erweitern. "Wenn's gleich im ersten Anlauf mit dem ASCD klappt, wäre das natürlich der absolute Wahnsinn", sagt das 100 Kilo schwere Kraftpaket, das die Amateure mittelfristig im Vorteil sieht: "Wir werden an Spandau vorbeischießen." Die Wachablösung sei nur eine Frage der Zeit. Was die Qualität der Mannschaft anbelangt, begegnen sich die Rivalen längst auf Augenhöhe. Allerdings muss ASCD-Trainer Arno Troost mit seinen Schützlingen unter erschwerten Bedingungen arbeiten. "Das fängt beim Frühtraining an. Spandau hat überwiegend Sportsoldaten im Kader, kann deshalb ohne Probleme von 8 bis 10 Uhr trainieren. Wir müssen oft schon um 6 Uhr ins Becken, weil die meisten von uns danach zur Arbeit müssen, studieren oder noch zur Schule gehen", kann Dennis Eidner den Vergleich ziehen: "Allein vom Kader her sind beide Teams gleich stark." In dieser Saison kommen die Sperrung des Duisburger Schwimmstadions und großes Verletzungspech erschwerend hinzu. Erst seit kurzem kann der ASCD wieder beinahe vollzählig trainieren. Einzig Frederic Schüring muss aufgrund seiner Ausbildung bei der Polizei derzeit kürzer treten. "Wir schuften wie verrückt und sind richtig heiß auf den Pokalsieg", sagt Eidner, der trotz seiner Spandauer Vergangenheit "super aufgenommen" worden ist: "Der Zusammenhalt ist klasse. Wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich sie auch." Deshalb, und weil die sportliche Perspektive stimmt, hat sich der Nationalspieler dazu entschlossen, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern. "Ich bin mir sicher, dass der ASCD Spandau ablösen und selbst eine Titelserie starten kann. Dazu will ich meinen Teil beitragen."

Der erste Schritt auf dem Weg dorthin soll am Sonntagabend gelingen. Wenn alles nach Plan läuft, treffen die deutschen Ausnahmeteams dann im Pokalfinale aufeinander. Vorher müssen die Amateure allerdings eine hohe Hürde meistern. Im Halbfinale wartet am Samstag der gastgebende SV Bayer Uerdingen mit Trainer Rainer Hoppe als Gegner. "Bayer wird hochmotiviert sein und alles daran setzen, uns zu schlagen", rechnet Eidner mit erbittertem Widerstand: "Aber wenn wir unsere Leistung bringen, ziehen wir ins Finale ein." Die Chancen, dann auch gegen Spandau zu bestehen, schätzt der Center als gut ein: "Wir können es auf jeden Fall packen."

Die neckischen Bemerkungen seiner früheren Teamkameraden, die ihn für den Wechsel zum ewigen Vize nach Duisburg belächeln, hätten dann ein Ende. "Aber was die Spandauer dazu sagen, ist mir egal. Und wenn ich am Ende Gold um den Hals hängen hab', können sie sich ihre Worte in die Haare schmieren."

(kök)
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