Duisburg: TuS Mündelheim hat den Klassenerhalt als Ziel

Fussball : Neuer TuS-Coach setzt auf alte Tugenden

Ab der kommenden Saison hat Ralf Gemmer das Kommando beim Fußball-Bezirksligisten TuS Mündelheim. Der neue Coach setzt auf Teamgeist. Auch elf neue Spieler sind dabei. Das Ziel bleibt der Klassenerhalt.

Viereinhalb Jahre lang hörten die Kicker der TuS Mündelheim auf das Wort von Frank Krüll. Ab sofort hat Ralf Gemmer das Sagen an der Seitenlinie – an der sportlichen Ausrichtung des Klubs im Duisburger Süden wird der neue Trainer aber nicht viel ändern. Das Ziel – so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben – bleibt auch in der dritten Bezirksliga-Saison nach dem Wiederaufstieg das gleiche. Und auch was die Stärke seines Teams angeht, stößt Gemmer ins gleiche Horn wie sein Vorgänger und verweist auf eine Mündelheimer Tradition: „Entscheidend ist das Kollektiv. Wir kommen über die Gemeinschaft, die wir haben.“

Eine Konstante in den letzten beiden Spielzeiten war auch ein früher oder später eintretender personeller Engpass. Das wiederum kann sich nach Ansicht des Klubs uns dessen neuem Trainer gerne ändern. „Es ist das Anliegen des Vereins, den Kader breiter aufzustellen“, sagt Gemmer mit Blick auf die über 30 Kicker zählende Spielerliste. Diese Breite zu haben, ist freilich positiv, dennoch sei jedem klar, dass der Coach nicht mit dieser Breite in die Saison starten wird. „Wir werden mit 24 bis 25 Mann in die Liga gehen. Im Kader sind auch viele Perspektivspieler und Jungs, die auch in der zweiten Mannschaft spielen werden oder zuletzt kaum zum Einsatz gekommen sind“, so Gemmer.

Zu den Perspektivspielern zählt er die ehemaligen A-Junioren von TuRa 88, Marek Fröhlich, Leon Christopher Deck und Leonard Fuchs. Auch für Spieler wie Yannik und Tim Winter, die von B-Ligist VfL Wedau gekommen sind, werde die Bezirksliga ein gewaltiger Sprung sein, weiß Gemmer. „Aber es ist wichtig, diese Jungs zu haben. Wir müssen jetzt erstmal abwarten, wie sich alles einspielt, und dann schauen wir, was sich herauskristallisiert“, lässt der Coach den Konkurrenzkampf offen.

Das gilt auch für die Position im Tor. TuS-Urgestein André Worm ist für Gemmer „der Hausherr mit guten Leistungen über Jahre“. Aber Stefan Minz hat den Coach auch nicht vom SV Schwafheim nach Mündelheim begleitet, um nur auf der Bank zu sitzen. „Mir ist gleich, wer die Nummer eins ist. Das machen die Jungs untereinander aus. Mir ist wichtig, mehrere gute Torhüter zu haben.“

Elf Neuzugänge sind ungewöhnlich viele für Mündelheimer Verhältnisse. Dabei habe er selbst eigentlich nur Keeper Minz und Abwehrmann Daniel Surkau von Hamborn 07 mitgebracht, sagt der neue Coach. Mit dem erfahrenen Surkau sieht Gemmer den Abgang von Defensiv-Allrounder Gerrit Wrobel in die Reserve kompensiert. „Das war schon länger abgesprochen, da Gerrit aus beruflichen Gründen kürzer treten wollte. Das ist schon ein Verlust.“ Mit Kapitän André Schröder und dessen Stellvertreter Dennis Schlee sind aber noch Alt-Mündelheimer in den Reihen, die für Gemmer „vom Typ und der Einstellung her“ weitere Schlüsselspieler sind.

Mannschaftsvorstellung TUS Mündelheim in Duisburg am 18.07.2018 .Trainer Ralf Gemmer Foto: Kerstin Bögeholz / Funke Foto Services GmbH. Foto: Funke Foto Services GmbH

Auch auf Neuzugänge wie Stürmer Alfred Appiah von Hamborn 07 und Mittelfeldmann Tom Straub von Preußen Vluyn ist der Coach gespannt. „Einen richtigen Königstransfer haben wir aber auch in diesem Jahr nicht gelandet“, will sich Gemmer nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, zumal er die Gruppe mit seinem klaren Favoriten Hamborn 07 sowie weiteren Kalibern wie Blau-Weiß oder SC 20 Oberhausen, Adler Osterfeld und der Reserve des VfB Homberg deutlich stärker einschätzt als die der vergangenen Saison. „Da war Mündelheim mit 35 Punkten fern jeder Abstiegsplätze. Normal ist das nicht. Ich erinnere mich an meine Zeiten bei Meiderich 06/95, da brauchtest du 45 Punkte, um drin zu bleiben. Allein von daher müssen wir schon mehr machen, als in der letzten Saison“, bleibt Ralf Gemmer bei allem Optimismus bodenständig und realistisch. Auch daran hat sich in Mündelheim nichts geändert.