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Duisburg: Tolle Resonanz beim Rheinuferlauf des Homberger TV

Rheinuferlauf : Ein Halbmarathon als Aufgalopp

Laufsport: Der Belgier Wouter Decock fand den Rheinuferlauf zufällig im Internet – und lief zum Sieg. Gut 500 Läuferinnen und Läufer gingen beim Homberger TV trotz der wärmeren Witterungsbedingungen an den Start.

Die meisten Menschen fragen sich  derzeit, wie der anhaltenden Hitze am besten zu entgehen ist. Manche aber schauen selbst bei einem Zwischenstopp auf der Urlaubsrückreise spontan im Internet, ob es nicht irgendwo einen Wettkampf in der Nähe gibt. Solche Menschen nennen sich häufig Läufer – und im konkreten Fall Wouter Decock.

„Wir sind auf der Rückreise vom Allgäu, morgen geht’s weiter nach Belgien. Ich wollte noch etwas trainieren, da habe ich im Internet geschaut und gedacht: Da machst du mit.“ Und so es kam es dazu, dass der Mann aus Brügge, in 1:17:36 Stunden ganz nebenbei den 26. Rheinuferlauf in Homberg gewann – bekanntlich ein Halbmarathon.

Dabei ließ Decock die in Duisburg schon eher bekannten – und nicht minder „laufverrückten“ – Athleten Muharrem Yilmaz vom Ayyo-Team Essen (1:18:03) und Karsten Kruck vom ASV Duisburg (1:18:16) recht geschmeidig hinter sich. Der Grund: Der Belgier empfand die Bedingungen am Samstagabend als sehr angenehm. „Ich bin im Allgäu bei der Hitze der letzten Woche jeden Tag gelaufen.“ Das nennt der Mann dann Urlaub. Da war der Halbmarathon am Rhein entlang Entspannung pur. „Es war nicht ganz so warm und schön flach“, lachte der Sieger. „Und ich hätte nicht gedacht, dass die Strecke am Rhein so schön ist.“

Mit diesen Worten beschrieb der Belgier exakt, was die Gemütslage der Veranstalter vom Homberger TV sehr freudig gestaltete. „Wir hatten wirklich Glück“, freute sich Organisationsleiter Hermann Dammers über fast schon optimale Bedingungen. „Es ist nicht so heiß wie bisher und von Gewittern sind wir auch verschont geblieben“, so Dammers. „Dennoch haben uns die Temperaturen sicher noch einmal rund 200 Starter gekostet. Aber gut 500 Teilnehmer sind schon ordentlich“, zeigte sich Sieghard Schilling mit der Resonanz zufrieden.

Eine Sache wurmt den Vorsitzenden des HTV gewaltig. Wie berichtet mussten die Veranstalter aufgrund der Sperrung der Rheinpreußen-Brücke die Strecken am Fußballstadion des VfB Homberg entlang verlegen. Dass die seit langem als sanierungsbedürftig eingestufte, denkmalgeschützte Brücke nun als komplett unzugänglich deklariert wurde, ist für Schilling eine Farce: „Die Gelder der an der Brücke beteiligten Firmen stehen ebenso bereit wie die Gelder des Bundes. Der Vertrag zur Sanierung liegt der Stadt vor – und jetzt passiert gar nichts mehr“, vermutet Schilling, dass die Stadt sich gegen mögliche Folgekosten sträubt. „Für unseren Lauf haben wir eine Lösung gefunden. Aber es geht nicht nur um uns. Die Brücke ist zum Beispiel auch Teil des Rhein-Radwegs und auch der Kanuclub ist davon betroffen“, hofft der HTV-Vorsitzende auf eine baldige Lösung der Sperrung. Betroffen waren davon auch der 5000-Meter- und der 41. Volkslauf über 10 000 Meter, die sonst nach Überquerung der Brücke immer durch den anliegenden Park führten. Die Organisatoren behalfen sich damit, diese Distanzen als Wendepunktstrecken mit auf den Kurs des Halbmarathons zu legen. „Das ist nicht so beliebt, da es zu Kollisionen kommen könnte“, merkt Hermann Dammers an. „Außerdem könnte gepfuscht werden. Aber damit betrügt man sich ja nur selbst.“ Und das machen Menschen, die sich Läufer nennen, eben nicht – Läufer wie Markus van Rens.

Bürger nehmen am Samstag, den 28.07.2018, am Rheinuferlauf des Homberger TV in Duisburg - Homberg teil. Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services

Der Mann vom Tri-FUN Kleve stieß mit niemandem zusammen und wendete auch nicht zu früh. So war seine Zeit von 38:41 Minuten nicht nur regulär, sondern „etwas ganz Besonderes“, strahlte der Sieger. „Das war mein erstes Mal in Homberg und gleich mein erster Platz. Ich komme gern wieder.“ Das wird sich wohl auch Wouter Decock denken, falls er im nächsten Sommer gerade wieder aus dem Urlaub kommen sollte. Der Mann nennt sich übrigens sogar Ultraläufer.