Kanu: Duisburg soll für Rauhe wieder Erfolgspflaster sein

Kanu : Duisburg soll für Rauhe wieder Erfolgspflaster sein

Der Weltmeister von 2007 auf der Wedau-Bahn hofft nach der "englischen" Enttäuschung bei den Olympischen Spielen wieder auf einen Erfolg in Duisburg.

Als Ronald "Ronny" Rauhe (31) vom KC Potsdam bei den Deutschen Meisterschaften vor vier Jahren in Brandenburg seine unendlich scheinende Sammlung nationaler Titel auf die stolze Zahl 53 erhöhte und sich damit an die Spitze der erfolgsverwöhnten DKV-Athleten katapultierte, war sein Karriereweg noch längst nicht komplett.

Die nächsten Triumphe folgten. Aber auch herbe Enttäuschungen, so vor allem bei den Olympischen Spielen, garnierten seine Bilanz seit 1999, als alles begann. Zwei Jahre zuvor war der 31-Jährige auf der Duisburger Regattastrecke bei der WM 2007 zusammen mit Kollege Tim Wieskötter im K2 über 500 Meter Weltchampion geworden und hatte zudem im K1 über die kurze Distanz den Silberrang belegt.

Noch sechs Jahre später ist das Bild präsent, wie Rauhe im Kanu stehend den Sieg bejubelte und es dabei schaffte, nicht ins kühle Nass der Regattabahn zu fallen. "Wir haben uns damals vor der vollen Tribüne feiern lassen, das weiß ich noch wie heute", blickt der sympathische Sportsoldat zurück. Jetzt ist Rauhe der wahrscheinlich am meisten mit Titeln dekorierte Kanute bei dieser Weltmeisterschaft, für deren Verlauf er sich einiges vorgenommen hat. "Über die 200m-Distanz wollen wir die russischen Olympiasieger ein bisschen ärgern, aber sicher ist wohl, dass wir vorne mitfahren können", hofft der gebürtige Berliner mit Blick auf das Finale am Sonntag (12.15 Uhr) emotionslos.

Dass das Duo den Endlauf erreicht, ist reine Formsache. Ab heute starten sie im K2. "Nach langer Abwesenheit hat mich der Sport nun endlich voll wieder. Nach meiner persönlichen Enttäuschung in London brauchte ich erst einmal ein bisschen Zeit, um mich zu erholen", schrieb Rauhe nach der "englischen" Enttäuschung bei Facebook.

Die Zeit danach war "verdammt hart. Mich wieder neu zu motivieren, war nicht einfach", sagt er im Gespräch vor dem deutschen Bootshaus, bevor es auf die Strecke zum Training ging. Rauhe hatte bei den letzten Olympischen Spielen auf dem Dorney Lake in Eton sowohl im Kajak-Einer als auch im K2 mit seinem Essener Partner Jonas Ems nur den achten und letzten Platz belegt — ein absolut ungewöhnlicher "Einbruch" für einen wie ihn. Zusammen mit Jonas Ems sinnt er nun für das Duisburger Finale nach Rehabilitation.

Mit der Bahn in Wedau verbindet der Ausnahmeathlet gute Erinnerungen. "Die WM 2007 war für mich spitze, jetzt sind in Duisburg wieder viele Freunde und die Familie versammelt, das spornt an", sagt Rauhe, der seit ein paar Jahren mit Fanny Fischer liiert ist, der Nichte von Ikone Birgit Fischer. "Wir sind sozusagen eine Familie", meint er verschmitzt. Eine Kanu-Familie wäre wohl treffender. Denn auch seine Freundin war vor sechs Jahren in Duisburg schon erfolgreich.

(bem)
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