1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Sport

Duisburg: Pater Tobias absolviert 2020 insgesamt 21 Ultra- und Marathon-Läufe

Leichtathletik : Pater Tobias trotzt der Corona-Krise auf der Laufstrecke

Der Duisburger bestritt im vergangenen Jahr 21 Ultra- und Marathonläufe. Aufgrund der Pandemie fanden die meisten Veranstaltungen in virtueller Form statt.

Trotz der Corona-Pandemie blickt Pater Tobias auf ein erfolgreiches Marathon-Jahr zurück. Der als Marathon-Pater bekannte Extrem-Sportler und Ordensbruder der Duisburger Prämonstratenser absolvierte 2020 insgesamt 21 Ultra- und Marathonläufe. Bei vier Läufen, darunter zwei Ultramarathons mit einer Distanz von 100 Kilometern, verfolgte er ein konkretes Spendenziel.

Er lief hauptsächlich, um bedürftige Kinder in Duisburg und der ganzen Welt, wie zum Beispiel den Waisen in Uganda und den armen Kindern in Syrien zu unterstützen. Dabei sammelte er im vergangenen Jahr rund 48.000 Euro für den guten Zweck. „Meine Läufe bringen die Aufmerksamkeit, die die Menschen zum Spenden animiert“, sagt Pater Tobias. „Aber ohne die vielen großzügigen Spender wäre all das nicht möglich.“ In 14 Jahren hat er mittlerweile über 1,5 Millionen Euro an Spendengeldern erlaufen.

Wegen der Coronavirus-Pandemie absolvierte Pater Tobias die meisten Marathons in virtueller Form. Virtuell bedeutet in diesem Fall, dass er allein ohne weitere Starter bestritt. „Das war eine besondere Herausforderung für mich“, sagt er, „weil ohne Publikum und Mitläufer eine wichtige Motivationsquelle fehlte. Willensstärke und Durchhaltevermögen waren deswegen gefragt.“

Besonders zum Tragen kam das bei seinem Lauf von Duisburg-Neumühl nach Münster über mehr als 100 Kilometer. „Die meiste Zeit lief ich bei Regen. Das brachte mich schon an meine Grenzen“, sagt der Pater. Auch der Ultramarathon über 70 Kilometer in Vietnam im Januar und im März den Marathon in Mississippi konnte der Pater noch vor der Corona-Krise für bedürftige Kinder laufen.

Mittlerweile hat Pater Tobias 107 Marathons gefinisht. Deswegen ist er in den „100 Marathon Club Deutschland“ aufgenommen worden. „Das war eine große Ehre, dass ich jetzt zu diesem Kreis der sehr ambitionierten Läufer gehöre“, sagt der Duisburger.

Auch für das neue Jahr hat sich Pater Tobias wieder einiges vorgenommen. „Etwas ganz Besonderes wird der Marathon in Tokio sein, der 2020 ausgefallen ist. Ganze drei Jahre habe ich warten müssen, um auf die Teilnehmerliste zukommen“, sagt er. Mit dem Lauf in der japanischen Hauptstadt würde er die Sechs-Sterne-Medaille erhalten. Sie wird an alle Läufer verliehen, die sechs großen Marathons weltweit gelaufen sind. Neben Tokio sind das Berlin, London, Boston, Chicago und New York. „Die Serie haben nur knapp 6600 Läufer auf der ganzen Welt und 392 deutsche Läufer bisher geschafft“, sagt Pater Tobias.

Daneben will er noch 100 Kilometer in Biel (Schweiz) und 300 Kilometer in fünf Tagen durch die Wüste von Dubai laufen. „Und natürlich werde ich mit diesen Läufen auch wieder für bedürftige Kinder laufen“, sagt der Marathon-Pater.

(RP)