Duisburg: Lance Nethery hat noch viel Arbeit

Eishockey : Lance Nethery hat noch viel Arbeit

Bislang stehen beim Oberligisten EV Duisburg für die kommende Saison erst zwölf Spieler unter Vertrag. Gerade der Sturm ist noch völlig unterbesetzt. Nur drei Mannschaften haben derzeit weniger Personal im Aufgebot.

Der Countdown läuft. Zwar hat der Juli gerade erst begonnen und Eis hat angesichts des Wetters eher in Form von Schoko und Erdbeere Konjunktur, doch bereits in etwas mehr als einem Monat wird der Eishockey-Oberligist EV Duisburg das Training aufnehmen. Was sich die Fans der Füchse in diversen Foren und Facebook-Gruppen fragen: Wie wird diese Mannschaft überhaupt aussehen? Bislang haben die Schwarz-Roten zwei Torhüter, fünf Verteidiger und fünf Stürmer unter Vertrag – für Sportdirektor Lance Nethery bleibt also noch viel Arbeit, ehe das Training beginnt.

Das zeigt auch ein Vergleich zu den zwölf übrigens Teams der Oberliga Nord. Beginnend mit der Quantität bleibt festzuhalten: Es gibt nur drei Clubs, die zum aktuellen Stand weniger Akteure unter Vertrag haben; dazu kommen die Icefighters Leipzig, die ebenfalls bei zwölf Spielern stehen. Danach kommen die Harzer Falken (8) und die Rostock Piranhas (6) – also Teams, die es in den letzten Jahren nicht auf Augenhöhe mit den Füchsen geschafft hatten. „Schlusslicht“ ist der Meister Tilburg Trappers mit nur einem Spieler (Torhüter Ian Meierdres). Ein Abgang ist hier spektakulär: Der Kanadier Parker Bowles wechselt in die erste norwegische Liga zum Lillehammer IK. Allerdings haben die Niederländer für Samstag Informationen zum Kader der neuen Saison angekündigt – und gerade bei den einheimischen Spielern gab es in den letzten Jahren nur geringe Fluktuationen.

Zahlenmäßig in einem ähnlichen Rahmen bewegen sich die Saale Bulls Halle, die Crocodiles Hamburg (je 14 Spieler), die Hannover Scorpions, die Hannover Indians, der ECC Preussen Berlin (je 15) und die Black Dragons Erfurt (16). Die beiden Ruhrrivalen Moskitos Essen (25) und Herner EV (34; jeweils einschließlich Förderlizenzspieler) sind gänzlich enteilt.

Das führt auch schon zum zweiten Punkt – die Qualität. Der Herner EV konnte am gestrigen Donnerstag beispielsweise die Verpflichtung von Nils Liesegang bekanntgeben, der seinen Vertrag beim Zweitliga-Spitzenclub Löwen Frankfurt aufgelöst hat, bei dem er sowohl am Aufstieg wie auch an der DEL2-Meisterschaft 2017 maßgeblichen Anteil hatte. Zwar galt Liesegang einmal als schwieriger Charakter, die sportliche Klasse ist aber in jedem Fall vorhanden. Nach aktuellem Stand müssen die Moskitos Essen als Top-Favorit gelten, die sich auf allen Positionen verbessert haben.

Und beim EVD? Die Torhüter-Position macht da noch am meisten Freude: Sebastian Staudt, der aus Essen kommt, ist einer der besten Goalies der gesamten Liga. Sein einziger Backup ist bislang Dauerbrenner Etienne Renkewitz – ein weiterer Torhüter müsste für eine lange Saison noch hinzukommen.

Die Verteidigung ist mit fünf Spielern zahlenmäßig nicht schlecht besetzt. Gerade in diesem Mannschaftsteil macht die komplette Neusortierung angesichts der Vorjahresleistung Sinn. Mit Erik Buschmann (19 Jahre, Superior Rough Riders), Adrian Sanwald (21, Timmendorf) und Jan Tramm (22, Hannover Indians) sind drei Spieler noch sehr jung. Mehr Erfahrung haben der im Team verbliebene David Cespiva (31) und Florian Spelleken (26, Hannover Scorpions). „Wenn ich nicht von den Spielern überzeugt wäre, würde ich sie nicht unter Vertrag nehmen. Bei allen Spielern, die bis jetzt nach Duisburg wechseln, bin ich überzeugt, dass sie noch nicht am Ende ihres Leistungsniveaus angekommen sind“, wird Nethery auf der Füchse-Homepage zitiert.

Die größte Baustelle ist der Sturm: Geblieben sind André Huebscher, der Tscheche Pavel Pisarik und Sam Verelst. Mit Ricco Ratajczyk (22, Rostock) kommt ein Spieler dazu, der mit einer Frankfurter Förderlizenz schon einmal überzeugen könnte. Ein weiterer Youngster ist Alexander Spister (21, Rostock). In der Verteidigung ist mindestens ein weiterer Spieler mit Führungsqualitäten vonnöten, um die Talente zu führen. Im Sturm benötigt der EVD qualitativ wie quantitativ Verstärkung – auch die zweite Ausländerposition gilt es noch zu besetzen.

Wie gesagt: Es ist noch einiges zu tun.