Fußball: Dudziaks Traum vom EM-Titel

Fußball: Dudziaks Traum vom EM-Titel

Der 16-jährige Duisburger in Diensten von Borussia Dortmund kämpft derzeit mit der U17 des Deutschen Fußball-Bundes um den Europameistertitel in Slowenien. Gegner im morgigen Halbfinale ist Polen. Eurosport überträgt live.

Momente wie diese hat sich Jeremy Dudziak als kleiner Junge gewünscht. Auf dem Rasen zu stehen, die Nationalhymne zu hören — und für Deutschland zu spielen. Wie viele Nachwuchsfußballer träumt auch der 16-jährige aus Duisburg den Traum von einer Profikarriere. Einmal in der Bundesliga spielen, und vielleicht auch für einen internationalen Topklub — das ist auch sein großes Ziel.

Deshalb bastelt der Duisburger, der für die B-Junioren von Borussia Dortmund in der Bundesliga die Fußballschuhe schnürt, ehrgeizig an seiner Zukunft. Mancher prophezeit dem technisch versierten Linksfuß gar eine erfolgreiche Laufbahn, der aktuell mit der U 17-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an der Europameisterschaft in Slowenien teilnimmt. Während seine Klassenkameraden die Schulbank drücken, kämpft er mit seinem Dortmunder Teamkollegen Said Benkarit um den EM-Titel. "Ein Traum", sagt der Fußballer, der mit seiner Familie im Wasserviertel zu Hause ist. "Ich bin wahnsinnig stolz, dabei zu sein. Und hoffe, dass wir gewinnen."

Nach drei Siegen in der Vorrunde über Georgien (1:0), Island (1:0) und Frankreich (3:0) stehen die Chancen nicht schlecht. Deutschland steht morgen (17.30 Uhr) als einziges Team ohne Gegentor im Halbfinale gegen Polen und hat sich mit seinen Auftritten in den vergangenen Tagen viel Respekt erarbeitet. "Die Mannschaft hat sich für ihre harte Arbeit belohnt. Jetzt wollen wir unseren Weg weiter gehen", sagte Trainer Stefan Böger.

Außenseiter Polen soll dann aber nur eine Durchgangsstation auf dem Weg ins Finale sein. Dort könnte dann am Mittwoch in Ljubljana Titelverteidiger Niederlande warten. Es wäre die Neuauflage des Vorjahres-Finales, in dem das DFB-Team 2:5 unterlag.

  • Zweite Liga : St. Pauli bindet Dudziak bis 2019

In diesem Endspiel aber war Jeremy Dudziak, den Trainer Böger statt wie im Verein in der Abwehr bei der EM im Mittelfeld einsetzt, nicht dabei. Damals kickte er noch für die U 16 des DFB, die in ihrer Altersklasse allerdings keine Europa- oder Weltmeisterschaften spielt. Mutter Svenja kann sich noch gut erinnern, wie es war, als Post vom Fußball-Bund kam. "Ein Schreiben, auf dem in großen Buchstaben Herzlichen Glückwunsch zu lesen war." Für Jeremy war dies die Einladung zum EM-Turnier.

16 Länderspiele hat er inzwischen für die deutsche U 17 absolviert und dabei zwei Tore erzielt. Und wenn es nach dem Talent geht, sollen viele weitere folgen. Dass man für den Traum von der Profikarriere Opfer bringen muss, weiß Dudziak nur zu gut. Über Viktoria Beeck, den MSV Duisburg und Schalke 04 kam er vor knapp drei Jahren zum BVB. Seitdem fährt er mindestens viermal wöchentlich nach der Schule mit dem Zug von Duisburg nach Dortmund zum Training. Am Bahnhof wird er von einem Fahrdienst abgeholt. Abends dann das selbe Spiel zurück. Bei allem Ehrgeiz aber achtet Mutter Svenja darauf, dass die Schule nicht zu kurz kommt. "Jeremy steht vor den Abschlussprüfungen und hat seine Bücher mit nach Slowenien genommen", sagt sie. "Der DFB hat Lehrer auf den Reisen dabei. Das schmeckt den Jungs zwar nicht, aber ich finde es gut und wichtig, dass die Jungen Unterricht haben."

Ab Sommer absolviert Dudziak eine Ausbildung. Im Verein beginnen dann zwei wichtige Jahre in der A-Jugend, von wo aus der 16-Jährige auf den Sprung ins Profigeschäft hofft. Doch zunächst soll der EM-Titel perfekt gemacht werden. Die Familie ist als Unterstützung nach Slowenien geflogen und bleibt bis zum möglichen Finale. Als Europameister zurück auf die Schulbank? "Auch das wäre ein Traum."

(RP/rl)