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Wasserball: DSV 98 steht schon mit dem Rücken zur Wand

Wasserball : DSV 98 steht schon mit dem Rücken zur Wand

Die Szene, die sich zwei Minuten vor dem Spielende vor dem Duisburger Tor ereignete, hatte Symbolcharakter. Eigentlich hatten die Wasserballer des DSV 98 den Angriff schon abgewehrt. Torhüter Gerrit Rosshoff schwamm ein Stück nach vorne, um den Ball aufzunehmen. Doch irgendwie bekam Philipp Hebisch trotz doppelter Verteidigung die Finger einen Tick eher ans Spielgerät, hob es über Rosshoff und durfte genüsslich zuschauen, wie es zum 9:6 für den SC Wedding über die Linie trudelte.

Die Entscheidung im ersten Spiel der "Abstiegsserie" war damit gefallen: Der DSV 98 steht nach der 7:10 (1:3, 2:2, 3:2, 1:3)-Niederlage mit dem Rücken zur Wind. Die nächsten beiden Partien gehen am Wochenende in Berlin über die Bühne. Zumindest einen Auswärtssieg müssen die Schützlinge von Sorin Jianum landen, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht vorzeitig Schiffbruch zu erleiden.

Für die Heimniederlage am Samstagabend gab es viele Gründe. In der ersten Hälfte wurden die 98er von den Schiedsrichtern alles anders als bevorzugt behandelt. Acht Hinausstellungen sprachen die Herren Schlünz und Scharnagl gegen die Gastgeber aus. Wedding, das nur zwei Unterzahl-Situationen überstehen musste, nutzte das eiskalt aus. Vier Berliner Treffer fielen da in Überzahl. Nach dem Wechsel stellte Lars Standke den Anschluss wieder her (4:5, 21.). Danach stand die Partie auf des Messers Schneide, wobei dem DSV der Ausgleich verwehrt blieb. Dem Altmeister mangelte es an Kaltschnäuzigkeit, Können und Glück. So traf Standke beim Stand von 6:7 in Überzahl nur den Pfosten (26.). Vor allem im Angriff blieben die 98er vieles schuldig. Die Chancenverwertung war einmal mehr indiskutabel, etliche Male landete der Ball an der Brust von Weddings Torhüter Pawel Lis.

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Die Berliner, die nur zu elft antraten, riefen keineswegs eine Glanzleistung ab. Angeführt vom dreifachen Torschützen Jeldrik Biegel legten sie jedoch die Nervenstärke und Konsequenz an den Tag, die es braucht, um Bundesligist zu bleiben. Dem DSV 98 hingegen dürften nun die Knie zittern. Viermal in Folge konnte sich der Altmeister auf dem letzten Drücker den Klassenerhalt sichern. Nun droht der vierte Abstieg nach 1995, 1999 und 2008.

In der zweiten "Abstiegsserie" besiegte der abgeschlagene Tabellenletzte SC Wasserfreunde Fulda den favorisierten SV Weiden mit 8:6.

DSV 98: Rosshoff - Wies, Wedekind, Janzen, Jürgens, Diakon (1), Grade, Gromann (1), Ranta (3), Petrov (1), Standke (1), Leszek, Schott.

(kök)