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Wasserball: DSV 98 braucht Kaltschnäuzigkeit zum Klassenerhalt

Wasserball : DSV 98 braucht Kaltschnäuzigkeit zum Klassenerhalt

Der Wasserball-Altmeister steht vor dem Aus: Verliert er heute und morgen, steigt er aus der Bundesliga ab.

Für die Wasserballer des Duisburger SV 98 ist es zwei vor Zwölf. Nach der 7:10-Heimniederlage zum Auftakt der "Abstiegsserie" gegen den SC Wedding sind die Schützlinge von Chefcoach Sorin Jianu zum Siegen verdammt. Heute (18 Uhr) und morgen (16.30 Uhr) tritt der Altmeister im Berliner Kombibad an der Seestraße an. Wenigstens eine Partie müssen die Blau-Weißen gewinnen, um die Serie heimzuholen. Verlieren die 98er beide Male, wäre der vierte Bundesliga-Abstieg nach 1995, 1999 und 2008 besiegelt.

Dass seine Mannschaft mit dem Rücken zur Wand steht, ist Sorin Jianu bewusst. Der 53-Jährige glaubt jedoch fest daran, dass der DSV auch am Sonntagabend noch Bundesligist ist: "Wir werden alles daran setzen, uns möglichst teuer zu verkaufen und wollen mindestens ein Spiel gewinnen." Verdient wäre ein Erfolg allemal, schließlich gingen die bisherigen Duelle mit Wedding in dieser Saison allesamt knapp verloren. In der Hauptrunde B unterlagen die 98er mit 8:10 und 7:8, und auch das Auftaktmatch am vergangenen Samstag stand lange auf des Messers Schneide. Spielerisch blieb das Team um Raul Diakon vieles schuldig. Dafür stimmte die Moral. Die Hausherren trotzten dem einseitigen Hinausstellungsverhältnis (10:4 zugunsten von Wedding) und blieben bis zwei Minuten vor dem Ende auf Tuchfühlung. "Ich konnte meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Einsatz und Kampfgeist haben absolut gestimmt", sagt Sorin Jianu. Woran es den 98ern mangelte, waren Wurfglück und Kaltschnäuzigkeit. "Wir hatten es in der Hand", so Jianu: "Leider sind wir nicht belohnt worden."

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Mut machen dürfte den Blau-Weißen, dass Wedding kürzlich vor heimischen Publikum Nerven zeigte. In der entscheidenden Partie der ersten Play-down-Runde zogen die favorisierten Berliner überraschend gegen Neustadt den Kürzeren und verpassten so den vorzeitigen Klassenerhalt. Das "Unternehmen Auswärtssieg" wird für die 98er demnach schwer zu realisieren sein, hoffnungslos ist die Lage aber keineswegs. "Wir müssen unsere Topleistung abrufen und unsere Nerven im Zaum halten", fordert Jianu. Im Erfolgsfall fände das vierte Spiel am nächsten Sonntag, 11. Mai, um 16.30 Uhr im Inselbad statt, die fünfte Begegnung, das ultimative Abstiegsendspiel, bei Bedarf am 17. Mai wiederum in Berlin. Sollte der DSV den Gang in die West-Staffel der Zweiten Liga antreten müssen, würde das den doppelten Abstieg nach sich ziehen. Die zurzeit im Unterhaus spielende Reserve müsste sodann in die Oberliga runter.

Personell können die 98er, die im Rahmen der Saisoneröffnung am Maifeiertag noch ein Testspiel gegen Bayer Uerdingen bestritten, aller Voraussicht nach aus dem Vollen schöpfen. Bei Wedding dürfte Torjäger Philipp Kotowski nach seiner Sperre in den Kader zurückkehren. KÖLLER

(kök)