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Fußball: Die Zeit wird knapp, dem FCR fehlt noch das Geld

Fußball : Die Zeit wird knapp, dem FCR fehlt noch das Geld

FCR 2001 Duisburg: Bis spät arbeiteten die Funktionäre des Frauenfußball-Bundesligisten gestern mit Vertretern der Sponsoren und der Stadt an der finanziellen Rettung des Vereins. Noch konnte die 200 000-Euro-Lücke nicht geschlossen werden.

Die Gruppe derer, die beim FCR 2001 Duisburg in den vergangenen Wochen im Zuge des drohenden Insolvenzverfahrens an der wirtschaftlichen Zukunft des Frauenfußball-Bundesligisten arbeiten, ist überschaubar. Ihr Engagement ist dadurch aber nicht weniger intensiv. Sportvorstand Dieter Weber, den seine Mitstreiter gerade jetzt als "Seele des Vereins" bezeichnen, kämpft mit seinem Team an allen Fronten, um die Lücke von 200 000 Euro doch noch schließen zu können, die dem FCR zur Finanzierung der kommenden Spielzeit fehlt.

Der gestrige Tag brachte aber keine endgültige Lösung. Wie der Profifußball aus Sicht der FCR-Frauen künftig auszusehen hat, davon haben die Vereinsverantwortlichen hingegen eine sehr genaue Vorstellung. Bekanntlich sieht dieses Konzept eine enge Zusammenarbeit mit dem VfB Homberg vor, die zeitnah in einer Verschmelzung beider Vereine mündet. Denn nur mit Hilfe eines Partners hat der Frauenfußball auf höchster Ebene in Duisburg überhaupt eine Chance.

Seine Anlage an der Mündelheimer Straße kann der Klub künftig nicht mehr alleine unterhalten. Der eigentliche Plan sieht vor, dass die Teams des FCR — inklusive der Jugend — an den Rheindeich wechseln. Berührungspunkte beider Klubs gibt es ohnehin schon seit geraumer Zeit. So nutzt der FCR bereits seit Jahren das PCC-Stadion des VfB Homberg als Heimspielstätte.

Sollte das Insolvenzverfahren vor dem 30. Juni eröffnet werden, wären diese Überlegungen jedoch erst einmal hinfällig. Der Zwangsabstieg wäre unvermeidbar. Weil sich aber auch die 2. Liga für den FCR kaum rechnet, müsste sich der Verein dann mindestens mit dem Szenario Regionalliga auseinandersetzen.

Für die Spielerinnen ist das keine einfache Situation. Vergleichbar mit den Profis des MSV Duisburg warten auch sie auf eine Entscheidung. In einem internen Brief wurden sie rechtzeitig über die Situation informiert. Derweil stehen die Telefone nicht still, weil sich regelmäßig Spielerinnen aus dem Urlaub melden und nach dem Stand der Dinge erkundigen. Der Stamm des Kaders besitzt einen gültigen Vertrag bis zum 30. Juni. Sollte das Insolvenzverfahren vorher eröffnet werden, könnte jede Spielerin sofort gehen. Ein personeller Aderlass steht dann auch dem FCR bevor.

Ungeachtet des Ergebnisses bekannten sich die Spielerinnen der aktuellen Regionalligamannschaft nach dem 2:2-Unentschieden bei der SGS Essen am Wochenende zum FCR — und signalisierten, dass sie auch in Zukunft als Team zusammenbleiben wollen.

Auch gestern Abend saßen die Verantwortlichen des Vereins mit Vertretern der Stadt und der Sponsoren zusammen und arbeiteten an einer Lösung, die 200 000-Euro-Lücke zu schließen. Bei Redaktionsschluss war noch keine Entscheidung gefallen. Der heutige Tag wird demnach Klarheit bringen.

Sollte die Wende gelingen, wäre die kommende Spielzeit abgedeckt und würde auch einen Schuldenabbau beinhalten, der die Gläubiger bedienen könnte. Sponsoren wie die Sparkasse oder Duisport wollen weiter an Bord bleiben — aber eben nur, wenn alle mitmachen und die Lücke geschlossen werden kann.

(RP/rl)