Kanu: Die Welt zu Gast in Duisburg

Kanu : Die Welt zu Gast in Duisburg

Heute Abend um 19 Uhr werden die ICF Canoe Sprint World Championships auf der Wedauer Regattabahn eröffnet, die bis Sonntag zur Begegnungsstätte von 1500 Athleten aus der ganzen Welt wird.

Wäre das Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" nicht schon durch den Fußball belegt, hätte es wahrscheinlich auch bei den Organisatoren der 40. Kanu-Weltmeisterschaften um den Präsidenten des Deutschen Kanu-Verbandes Thomas Konietzko und Otto Schulte vom Kanu Regatta-Verein Duisburg weit oben auf der Vorschlagsliste für die Namensgebung gestanden. "Wir wollen die WM zu einem Fest des Sports und der Begegnung machen", erklärte Schulte bei der Auftaktpressekonferenz gestern Morgen. Teams vom ganzen Globus nehmen an den Weltmeisterschaften teil. Darunter auch Athleten der westafrikanischen Insel Sao Tome und Principe, Kanuten aus Taipeh und Teilnehmer von den Cook Inseln im Südpazifischen Ozean.

Nun lautet das Motto der Titelkämpfe eben "der Kampf um Gold". Und wo sollte dieser schon besser ausgetragen werden als auf "einer der besten und fairsten Strecken der Welt"? Nach Meinung von DKV-Präsident Konietzko sei genau das die Duisburger Regattabahn.

Die Statistik gibt ihm Recht. Bereits zum fünften Mal – und damit häufiger als jede andere Stadt auf der Welt – ist Duisburg Ausrichter des weltweiten Wassersportevents.

Zum letzten Mal war das 2007 der Fall. Damals aber erfolgte der Startschuss unter anderen Vorzeichen – und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen war die Ausgangslage für die Organisatoren klar. Duisburg hatte sich im regulären Bewerbungsverfahren für die Titelkämpfe durchgesetzt. In diesem Jahr blieben den Verantwortlichen dagegen nur zehn Monate, um das Event auf die Beine zu stellen, weil Rio de Janeiro die WM aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen hatte zurückgeben müssen. "Als man sich dann bei mir erkundigte, ob Deutschland die WM übernehmen würde, war meine erste Reaktion: nein", gesteht Konietzko, der sich darüber ärgerte, dass nun Deutschland die Fehlleistung der Brasilianer ausbügeln sollte. "Viele Bewerber versprechen einfach zu viel und können es dann nicht halten."

Zum anderen war 2007 das Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking. Dieses Mal findet die Weltmeisterschaft im Jahr eins nach den Titelkämpfen statt, die im Rudersport die Zeitrechnung diktieren.

Auch wenn es "hier und da noch hakt" und "es an manchen Stellen noch Verbesserungsbedarf gibt", sind die Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Ablauf der Titelwettkämpfe geschaffen. Lediglich ein Podest im Presseraum fehle noch, auch die Beschilderung der Wege sei noch nicht vollkommen fertiggestellt, sagt Otto Schulte

Bei Betrachtung der nackten Zahlen erscheinen diese Mängel als Luxusprobleme. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft galt es, die Regattabahn für etwa 1500 Athleten aus aller Welt herzurichten. Das umfasst die Unterbringungsmöglichkeiten, Hilfe bei der Anreise und nicht zuletzt wurde den Organisatoren bei der Präparierung der Strecke ein logistisches Meisterwerk abverlangt. Allen voran galt es, Platz zu schaffen für Stellräume der Boote und allgemeine Einrichtungen. Eine große Herausforderung stellte insbesondere die Integration der Parakanuten in den Wettbewerb dar. 150 Athleten mit körperlicher Behinderung werden erwartet. "45 langfristige Mitarbeiter", wie es Otto Schulte nennt, haben in den vergangenen Monaten daran mitgearbeitet, das Großevent zu realisieren. Während der Wettkampftage sind zusätzlich 320 Volunteers im Einsatz. "Ohne so viele ehrenamtliche Kräfte wäre ein Wettkampf wie dieser in Duisburg nicht zu realisieren", sagt Konietzko, der die Gelegenheit nutzte, sich bei den zahlreichen Sponsoren und nicht zuletzt dem Land NRW und der Schirmherrin der Veranstaltung, Hannelore Kraft, für die Unterstützung zu bedanken.

Übrigens: Durch die verspätete Anreise der Malaysier ergaben sich erst gestern noch Änderungen im Starterfeld. "Nachdem wir lange Zeit nach der ersten Kontaktaufnahme nichts mehr vom Team gehört haben, kam gestern plötzlich ein Anruf", verrät Otto Schulte. Aber auch eine plötzliche Erweiterung des Teilnehmerfeldes kann die Organisatoren am Tag vor der Eröffnungsfeier nicht mehr schocken.

(RP)