Lokalsport: Die Spandauer Doppelvorstellung

Lokalsport : Die Spandauer Doppelvorstellung

Die Berliner treten am Samstag gegen den ASCD und dann gegen den DSV 98 an.

Man stelle sich nur die allgemeine Empörung vor, wenn, sagen wir, der FC Bayern München am Samstagnachmittag zum Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund antreten würde und auf eigenen Wunsch eine Stunde später im Pokal gegen die SG Lütgendortmund kicken wollte. Undenkbar! Im Wasserball sind derlei Szenarien für den Rekordmeister offenbar nicht tabu. Und so begibt es sich, dass die Wasserfreunde Spandau 04 am morgigen Samstag um 16 Uhr zunächst auf den ASC Duisburg treffen, ehe sie um 18 Uhr dann den Duisburger SV 98 aus dem Pokalwettbewerb befördern wollen und wohl auch werden.

Arno Troost und seine junge ASCD-Mannschaft werden sich nicht verstecken. Foto: Frank Bärendahls

"Dass wir nicht glücklich mit dieser Ansetzung sind, ist doch klar", gesteht 98-Wasserballwartin Susanne Becker. Den ursprünglichen Pokaltermin am 29. November konnten die Berliner nicht wahrnehmen, und auch bei den von Duisburger Seite angebotenen Ausweichterminen winkten die Hauptstädter aufgrund von nationalen und internationalen Verpflichtungen ab. "Sie wollten am Freitagabend spielen, aber da ist nunmal das Schwimmstadion durch Trainingszeiten belegt - unter anderem durch den ASCD. Das wäre von unserer Seite überhaupt nicht in Frage gekommen", erzählt Becker. Der Gipfel: Selbst der aktuelle 18-Uhr-Termin war dem Meister nicht genehm. "Sie wollten direkt im Wasser bleiben und um 17.30 Uhr spielen", schüttelt die Wasserballwartin den Kopf. Auch ASCD-Vorsitzender Axel Garnatz findet diese Ansetzung "abenteuerlich". "Ich persönlich finde das unglaublich und sehr seltsam. Mit mir hätten die Spandauer das sicher nicht machen können."

Marek Debski und die 98er wollen sich so lange wie möglich wehren. Foto: Lars Fröhlich

Trainer Arno Troost will sich in die Diskussion um das Drumherum gar nicht erst einschalten. Er und sein Team widmen ihre volle Konzentration der Spiel-Vorbereitung. Nach diversen personellen Veränderungen - auf beiden Seiten - , erwartet den ASCD ein in Teilen unbekannter Gegner. "Der Trainer ist neu und in der Konsequenz werden sich auch am Beckenrand und im Spiel Veränderungen ergeben", weiß Troost. Personell haben die Berliner Leistungsträger wie Fabian Schroedter oder Marc Politze verloren, gleichzeitig aber von der gelockerten Ausländerregelung regen Gebrauch gemacht und auf dem internationalen Spielermarkt zugeschlagen. Bange machen lässt sich das blutjunge ASCD-Team deshalb nicht. Troost: "Was sollen wir uns verstecken? In der Champions League haben wir auch ordentlich gegen den OSC Budapest gespielt. Wir gehen in das Spiel und gucken, was passiert. Sie haben zwar groß eingekauft, aber uns gibt es auch noch - das wollen wir zeigen." Ganz anders sehen die Kräfteverhältnisse freilich beim zweiten Spiel des Tages aus. "Dass wir die Partie verlieren werden, steht so fest wie das Amen in der Kirche", gibt sich Susanne Becker keinen Illusionen hin.

Marek Debski, der Coach des Zweitligisten, weiß, dass sich sein Team auf die Begegnung freut. "Einige unserer Spieler haben ja noch nie gegen Spandau gespielt und können sich auf interessante, persönliche Duelle freuen. Wir erwarten natürlich keine Überraschung, möchten aber unser neues Team vorstellen und ein interessantes Spiel bieten, in dem wir uns so lange wie möglich wehren werden."

(RP)