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Handball: "Die SG ist besser aufgestellt als der OSC vor einem Jahr"

Handball : "Die SG ist besser aufgestellt als der OSC vor einem Jahr"

Im Interview spricht Klaus Schuppert, Geschäftsführer der SG OSC Löwen Duisburg, zur finanziellen Situation der Handballer und die Chancen in der Zukunft.

Herr Schuppert, der Spielbetrieb in der 3. Handball-Liga hat noch Pause. Zeit zum Durchschnaufen blieb Ihnen angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage aber nicht.

Schuppert (lacht) Leider nein. Von Durchschnaufen kann keine Rede sein. Hinter den Kulissen der SG wurden in den vergangenen Wochen viele Hausaufgaben erledigt.

Welche Hausaufgaben waren das?

Schuppert Wir mussten viele organisatorischen Dinge regeln. Es standen und stehen Arbeiten in der Halle an der Krefelder Straße an. Die Banner der Sponsoren werden erneuert. Außerdem arbeiten wir an einer neuen VIP-Lounge. Die Website befindet sich in den letzten Zügen. Außerdem beschäftigt uns weiterhin das große Thema Sponsorensuche.

Die SG OSC Löwen Duisburg ist nun seit fast einem halben Jahr am Leben. Was ist seitdem geschehen?

Schuppert Das Wichtigste ist für uns, dass die Parteien aus Hamborn und Rheinhausen gut zusammengefunden haben. Die Kommunikation zwischen den handelnden Personen läuft sehr gut. Außerdem sehen wir schon jetzt, dass der Nachwuchs von dem Konzept profitiert. Viele Jugendspieler wirken bei Testspielen der Seniorenteams mit und sammeln Erfahrungen.

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Dennoch gab es bereits personelle Veränderungen. Es gab Funktionsträger, die von Bord gegangen sind.

Schuppert Das ist richtig. Steffen Dauter, der Geschäftsführer werden sollte, hat sich beruflich umorientiert, Rainer Nick wurde der zusätzliche Aufwand zu groß. Beides sind ganz normale Entwicklungen.

Vor drei Wochen beklagten Sie die geringe Unterstützung der städtischen Unternehmen. Dass Stadt und städtische Tochtergesellschaften alle Hebel in Bewegung setzten, um die Fußballteams des MSV und des FCR 2001 zu retten, sich aber bei den Handballern nicht beteiligten. Dabei ging es auch um die Hilfe bei der Vermittlung von Kontakten. Hat sich daran etwas geändert?

Schuppert Aktuell nein. Wir befinden uns derzeit aber in Gesprächen mit städtischen Unternehmen.

Die Sponsoren-Einnahmen blieben bislang hinter den Erwartungen zurück. Jüngst bezifferten Sie die Deckungslücke auf 50 000 Euro. Können Sie Entwarnung geben?

Schuppert Stand jetzt, können wir die Finanzlücke dank fünf neuer Sponsoren um etwa 15 000 Euro verringern. Die Unternehmensgruppe Löbau (Hamborn), Optik-Heger (Homberg), Sehhilfen Drecker (Hamborn), Brillen Bonnmann (Friemersheim) und Automobiles OHG (Neukirchen-Vluyn) sind neu dazugekommen.

Damit beträgt das Finanzloch noch 35 000 Euro. Bezieht sich diese Summe auf das Drittligateam oder auf die gesamte Spielgemeinschaft?

Schuppert Wir planen für die kommende Saison mit einem Etat von 200 000 Euro für alle Mannschaften der SG. Von diesen 200 000 Euro fehlen uns noch rund 35 000 Euro. Der alleinige Etat für die erste Mannschaft wäre mit dem vorhandenen Geld bereits gedeckt.

Wie schaffen Sie es, die noch ausstehende Lücke zu schließen?

Schuppert Mit Fleiß. Ich bin mir sicher, dass wir die Saison beenden werden. Als wir Ende Juni die Entscheidung getroffen haben, trotz der finanziellen Umstände in der Dritten Liga anzutreten, haben wir mit den vorhandenen Sponsoren die ganz klare Vereinbarung getroffen, dass diese sich noch mehr engagieren, falls keine anderweitige Unterstützung kommt. Das soll aber nicht heißen, dass wir nicht weiterhin auf neue Unterstützer angewiesen sind.

Auch die SG kämpft von Beginn an ums Überleben. Sehen Sie die SG dennoch besser aufgestellt als den OSC Rheinhausen vor einem Jahr?

Schuppert Definitv, ja! Finanziell startet die SG ohne Altlasten in die Saison. Organisatorisch sind die Kompetenzen auf mehrere Personen verteilt. Sportlich ist die Basis eine andere. Wenn Not am Mann ist, können Spieler aus der Verbandsliga die erste Mannschaft unterstützen.

Es gibt weiterhin viele Kritiker, die argumentieren, dass aus zwei kranken Partienten, in diesem Fall der OSC und Hamborn 07, kein gesunder Patient hervorgehen kann.

Schuppert Dazu kann ich nur sagen, dass die SG noch nie todkrank war. Die SG ist etwas Neues. Wenn die einzelnen Klubs krank sein sollten, dann wird die SG davon nicht angesteckt. Die SG ist so gesehen ein eigenständiges Konstrukt, das ohne Schulden in die Saison startet.

War die Geburt der SG die einzige Chance, Drittliga-Handball in Duisburg am Leben zu halten?

Schuppert Ich glaube, dass es für den OSC Rheinhausen ohne dieses Modell sehr schwierig geworden wäre, eine Drittligamannschaft aufzustellen und auch Hamborn 07 wäre es alleine schwer gefallen.

Gibt es etwas, was Sie sich für die Zukunft wünschen?

Schuppert Die Chemie innerhalb der Teams stimmt, und wir werden bestimmt schönen Handball sehen. Ich hoffe, dass die Zuschauer uns eine Chance geben. Dass sie sich fünf oder sechs Spiele anschauen, um sich selbst von unserem Konzept und dem Engagement der Mannschaft zu überzeugen.

(tob)