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Hockey: Die Raffelberger Mädchen gehen am Stock

Hockey : Die Raffelberger Mädchen gehen am Stock

Friedel Krinn ist Lehrer und kennt sich mit schwierigen Fällen ganz sicher gut aus. Als der 51-Jährige im vergangenen Sommer zum Club Raffelberg zurückkehrte und das Traineramt bei den Hockey-Damen übernahm, war dem gebürtigen Bottroper bewusst, dass er keinen einfachen Job vor der Brust hat. Ob ihm da allerdings bewusst war, dass es so brutal hart werden würde, ist zu bezweifeln. Die Bilanz von zwei Siegen und drei Remis bei 12 Niederlagen (Feld und Halle) liest sich mit Schrecken. Auf dem Feld kämpft der CR um den Abstieg aus der Zweiten Bundesliga, in der Halle ist der Abstieg in die Oberliga (dritte Liga) fast besiegelt. Fünf Punkte werden die Grün-Schwarzen auf die Konkurrenz nicht mehr aufholen.

"Mission Impossible"

Der Kampf um den Verbleib in der Hallen-Regionalliga war eine Art "Mission Impossible". Qualität und ganz besonders die Quantität lassen sehr zu Wünschen übrig – die CR-Damen gehen am Stock. Das 0:4 am Sonntag gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten GW Wuppertal war ein Offenbarungseid. Ganze acht Spielerinnen standen zum Meisterschaftsspiel nur zur Verfügung. Wenn man sich diese Zahl mal auf der Zunge zergehen lässt, fragt man sich, wo sind die vielen erfolgreichen Jugendspielerinnen geblieben? Wie konnte es dazu kommen?

Am laufenden Band fuhr der Nachwuchs "Deutsche Meistertitel" ein. Was aber ist geblieben? Ein 13-köpfiger Damen-Kader, keine zweite Mannschaft, keine A-Jugend und ein bemitleidenswerter Trainer. Die verbliebene Truppe um Anne Bruckmann und Laura Figura kämpft aufopferungsvoll, den Mädels und Friedel Krinn ist absolut kein Vorwurf zu machen. Mehr geht eben nicht. Ohne Unterstützung von "außen" wird es in naher Zukunft weiter duster aussehen.

Passiert etwas?

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Über die Fehler nach dem Abstieg aus der Bundesliga vor knapp fünf Jahren, als alle Leistungsträgerinnen den Club verließen, ist schon genug gesprochen und geschrieben worden. Es muss jetzt etwas passieren, sonst geht´s im Damenbereich weiter bergab. Der Club Raffelberg und die Hockey-Oberliga, das passt eigentlich nicht zusammen.

Ein gutes Beispiel für einen positiven Aufschwung gibt es unter dem eigenen Dach. Die CR-Herren werden nach dem Feld auch in der Halle in die Zweite Liga aufsteigen. Immerhin: Land ist in Sicht. Die A-Mädchen sind bereits zweimal Deutscher Meister geworden. Aber bis die Talente überhaupt mal für den Erwachsenenbereich spielberechtigt sind, dauert es noch mindestens zwei Jahre. Bleibt zu hoffen, das sich die Damen-Mannschaft in dieser Zeit nicht aufgelöst hat ...

(RP)