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Lokalsport: Die OSC Löwen sind zu lieb

Lokalsport : Die OSC Löwen sind zu lieb

Oberliga: Gegen den Bergischen HC II scheitern die Rheinhauser Handballer und unterliegen 30:31.

Ein Teil des Oberliga-Handballteams der OSC Wölfe Rheinhausen stand nur wenige Minuten nach der 30:31 (14:17)-Niederlage gegen die Zweitvertretung des Bergischen HC bei 0 Grad Celsius enttäuscht vor dem Haupteingang der Sportstätte an der Krefelder Straße. In kurzen Hosen und dicken Winterjacken ließen einige OSC-Cracks die Pleite Revue passieren.

Das Vorhaben, den Tabellennachbarn aus Solingen beim Gerangel um den achten Nordrheinliga-Qualifikationsplatz noch weiter zu distanzieren, entpuppte sich als ein Schlag ins Wasser. "Es ist", stellte Trainer Thomas Molsner ziemlich angesäuert fest, "genau das Gegenteil passiert. Wir hatten uns viel mehr ausgerechnet und wollten den Abstand auf den Bergischen HC vergrößern. Das ist uns nicht gelungen."

Vor allem die Defensivarbeit gefiel Molsner im ersten Durchgang überhaupt nicht. "17 Gegentore sind einfach zu viel", stellte der OSC-Kaderleiter fest, "wir haben den nötigen Biss und auch die erforderliche Aggressivität vermissen lassen." Unmittelbar nach dem Auftakt der zweiten Halbzeit sah es für die Gastgeber düster aus. Niklas Weghaus bekam eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Die Gäste bauten ihren Vorsprung auf 21:17 aus. Aber die Wölfe zeigten Moral, kämpften sich immer wieder zurück und ließen sich auch nicht beirren, als Stammtorwart Jens Bothe nach einem Rettungsversuch mit der Hand an den Innenpfosten knallte. Molsner: "Jens hat etwas geblutet und ließ sich draußen zwei Finger tapen. Er kam dann nach ein paar Minuten zurück ins Spiel. Die genaue Diagnose haben wir noch nicht."

187 Sekunden vor der Schlusssirene schien die Partie zugunsten der OSC Wölfe Rheinhausen zu kippen. René van Deventer war das 29:29 gelungen. Kurz darauf parierte Bothe einen Strafwurf. Den erneuten Führungstreffer des BHC konterte Sebastian Schneider mit dem 30:30 für die Rheinhauser. Erneut gelang den Bergischen der nächste Stich zum 30:31. Thomas Molsner nahm 20 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Die turbulenten letzten Sekunden der Partie retteten die Gäste dennoch über die Zeit und setzten anschließend zu einem wilden Jubeltanz an.

Molsner: "Wir waren in eigener Halle der Favorit, können aber offensichtlich mit diesem Druck nicht umgehen. Wir hatten in einer Szene Pech, als Lukas Plaumanns Wurf von einem an den anderen Innenpfosten geprallt ist." Doch nur daran lag es nicht. "Wir haben uns selbst im Weg gestanden", analysierte der Trainer, "die Automatismen greifen noch nicht, obwohl die Saison schon recht weit vorangeschritten ist. Wir müssen an der Einsatzbereitschaft und an der Spielintelligenz arbeiten." Thomas Molsner schob nach: "Wir sind insgesamt zu lieb. Und dazu auch zu schlafmützig."

OSC Wölfe: Bothe (1.-41.; 48.-60.), Müterthies (41.-48.); Mergner (6), Schneider (6/1), Julian Kamp (5), Huesmann (4), Plaumann (3), Fietze (2), van Deventer (2), Weghaus (1), Yannick Kamp (1).

(RP)