Lokalsport: Die Kleinste hat den größten Ehrgeiz

Lokalsport : Die Kleinste hat den größten Ehrgeiz

Frauen-Handball: Teammanager Werner Stöckmann stellt die Meistermannschaft der GSG Duisburg vor.

Der Höhenflug der GSG Duisburg hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nach zwei Aufstiegen in Folge spielen die Großenbaumer Handballerinnen künftig in der Regionalliga und sind auch wegen des Abstiegs des TV Aldenrade nun die stärkste Kraft in Duisburg. 2008 erst hatte die GSG, die mit ihrer Jugend bereits Erfolge feierte, die Frauen-Mannschaft als Zukunftsprojekt ins Leben gerufen. Das "Futureteam" sollte jungen Spielerinnen nach dem Ausscheiden aus der Jugend zunächst in der Kreisliga eine Basis bieten. Nach fünf Aufstiegen in zehn Jahren ist die GSG in der vierthöchsten Liga angekommen.

Eine der treibenden Kräfte hinter der Entwicklung war von Anfang an Werner Stöckmann. Im Gespräch mit unserer Redaktion gewährt der ehemalige Nachwuchstrainer und aktuelle Teammanager einen Einblick in das Innenleben der Erfolgsmannschaft und nimmt die einzelnen Spielerinnen des Meisterteams unter die Lupe.

DENISE WUSSOW Die GSG liegt Denise Wussow im Blut. Erst in der C-Jugend fing sie mit dem Handball in Großenbaum an. Ihr Vater, selbst Handballer, half der sportlichen Spätzünderin mit Sondertraining. Die härteste Abwehrspielerin im Team (trotzdem nur zwei Zeitstrafen in 23 Einsätzen) erfüllt abseits des Feldes eine besondere Aufgabe: Die angehende Ärztin ist Ansprechpartnerin rund um Frauenthemen.

ARIANE STOPPELKAMP Schon seit der D-Jugend trägt die Schwester von MSV-Profi Moritz Stoppelkamp das GSG-Trikot. 2006 wurde sie in der Jugend mit ihren aktuellen Mitspielerinnen Julia Quurck, Natalie Bogdanski und Laura Kühnel HVN-Meister und gewann die Ruhrolympiade. Die angehende Ärztin, die für den Sport regelmäßig die Fahrt von Köln nach Großenbaum auf sich nimmt, gilt als besonders ehrgeizig. "Arie" ist als Musikwart für die gute Stimmung zuständig.

ANNALENA HÖHNE Schon seit dem vergangenen Jahr müsste auf "Ännes" Trikot ein anderer Name stehen. 2017 heiratete die Abwehrchefin ihre Teamkollegin Julia Quurck und heißt seitdem Annalena Quurck. Zur neuen Spielzeit wird die "Mama der Abwehr" endlich mit dem korrekten Schriftzug auf dem Dress auflaufen.

JULIA QUURCK Die Mannschaftskapitänin strahlt immer große Ruhe aus und übernimmt im Spiel stets Verantwortung. "Quurcki", ein GSG-Urgestein, spielte die komplette Meistersaison durch. Mit Ariane Stoppelkamp und Laura Kühnel bildet die Abwehrspielerin den Vergnügungsausschuss im Team.

INES KRONE Die Polizeibeamtin (Autobahnpolizei) kam im vergangenen Sommer aus Düsseldorf zur GSG. Brachte vollen Einsatz. So kam sie zum Spiel gegen Borken vom Nachtdienst direkt in die Halle. Als Eiswartin trägt sie die Verantwortung für den Kühlkoffer.

NICOLE WALTER Die einzige Linkshänderin im Team trug vorher das Trikot des ETuS Wedau. Auf Halbrechts spielte sie eine erfolgreiche Saison und war für die Großenbaumer im Rückraum unentbehrlich. "Nicki" ist als Bierwartin für die Flüssigkeitszufuhr nach den Spielen zuständig.

JENNIFER FRONTZEK Der flinke Flügelflitzer, "Jenny" genannt, war durch ihre Arbeit bei einem Sicherheitsdienst in der zurückliegenden Saison beruflich stark eingespannt. Trotzdem schaffte sie es, mit wenigen Mitteln viel zu erreichen.

LAURA KÜHNEL Die Kleinste im Team hat den größten Ehrgeiz. Das Leichtgewicht ist auf der Mittelposition sehr schnell unterwegs und holt für ihre Mannschaft die meisten Siebenmeter raus. Das GSG-Eigengewächs ist stellvertretende Mannschaftskapitänin.

NATALIE BOGDANSKI Sie ist ebenfalls eines der Urgewächse im Team (spielt seit der D-Jugend in Großenbaum) und zeichnet sich in der Abwehr durch ihre Kompromisslosigkeit aus. Sicher vom Siebenmeterpunkt; verwandelte 45 ihrer 55 Versuche. Weil sie in Münster studiert, wird "Bogi" in der kommenden Saison nur noch als Stand-by-Spielerin sein.

JANA HIPPLER Als Aushilfe stand sie bereit, hatte eigentlich in der dritten Mannschaft gespielt. Die sichere Siebenmeterschützin (verwandelte in zwölf von 13 Fällen) will in der neuen Saison im Regionalliga-Team wieder voll einsteigen.

GRETA SCHIFFMANN Die Torhüterin kam 2017 aus Wülfrath. Die Stimmungskanone im Team hat immer einen guten Spruch auf den Lippen. Gemeinsam mit Sandra Stöckmann bildete sie ein starkes Gespann zwischen den Pfosten.

SANDRA STÖCKMANN Zusammen mit Greta Schiffmann hatte sie - trotz einer Fuß-Operation zu Beginn der Saison - maßgeblichen Anteil am Aufstieg. Beim TV Aldenrade konnte das Urgestein bereits Drittliga-Erfahrung sammeln. Vor zwei Wochen heirateten sie und GSG-Physiotherapeut Tobias Gernand standesamtlich. Im August läuten die Hochzeitsglocken.

MAREN REUTER Eine schwere Knieverletzung setzte die ehemalige Wedauerin fast die komplette Saison außer Gefecht. Die Kreisläuferin bewies allerdings auch abseits des Feldes ihren Eifer. Bei jeden Spiel feuerte sie ihre Mannschaft von der Tribüne aus an. In der neuen Saison will sie wieder selbst auf dem Feld stehen.

JANNE POTSCHASKE Die älteste Spielerin im Kader spielte seit Landesliga-Zeiten für die GSG. Aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen verpasste sie zuletzt viele Spiele. Sie wird ihre Laufbahn beenden.

CHRISTINA SERGIOLI Auf Außen kam die selbstständige Malerin und Lackiererin nur auf wenige Spiele. Sie wird sich zurückziehen und in der dritten Mannschaft auflaufen.

MAGDALENA PESCH Die flinke Erzieherin, die auch am Theater tätig ist, stand als Stand-by-Spielerin zur Verfügung. "Meggie" sprang zwei Mal auf der Außenposition ein.

NADINE WOLLENBERG Als Doktor der Mathematik, mit einer Stelle als Dozentin an der Uni, trat die Halblinke zuletzt etwas kürzer. Als Aushilfe war sie maßgeblich am Sieg gegen die Bergischen Panther beteiligt, als sie Annalena Höhne in der Abwehr vertrat. Zur neuen Saison will "Bine" wieder in der Regionalliga angreifen.

(RP)