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Wasserball: Die ASCD-Nationalspieler bei der WM

Wasserball : Die ASCD-Nationalspieler bei der WM

In zehn Tagen beginnt die Wasserball-WM in Barcelona. Die RP stellt die Duisburger Teilnehmer im Kurzportrait vor.

Das gab es noch nie. Fünf Wasserballer des Amateur SC Duisburg vertreten die schwarz-gelben Vereinsfarben bei der Weltmeisterschaft in Barcelona (22. Juli bis 3. August). Die bisherige, mehrfach erreichte Bestmarke lag bei drei WM-Teilnehmern. Nach dem erstmaligen Gewinn des nationalen Doubles aus Meisterschaft und Pokalsieg führte nun jedoch kein Weg an dem Duisburger Quintett vorbei, das sich ab heute mit der Nationalmannschaft auf die Titelkämpfe zunächst in Berlin vorbereitet.

Moritz Schenkel (22 Jahre / 12 Länderspiele): Der Torhüter durchlief beim SV Bayer Uerdingen sämtliche Jugendmannschaften. Im Sommer 2010 entschied sich der gebürtige Düsseldorfer zum Wechsel nach Duisburg. Gemeinsam mit Tim-Ole Fischer bildete er in den drei zurückliegenden Spielzeiten unbestritten das beste deutsche Torwart-Duo. In den diesjährigen Finalspielen avancierte der Zwei-Meter-Hüne zum überragenden Rückhalt. Seine erste WM-Teilnahme hing verletzungsbedingt lange am seidenen Faden. Doch nach einem Daumenbruch bestand Schenkel den Härtetest beim Vodafone-Cup in Budapest und teilt sich nun mit dem Hannoveraner Roger Kong den Platz im deutschen Tor.

Julian Real (23 Jahre / 133 Länderspiele): Hans-Hermann "Teddy" Gudd, der langjährige Erfolgscoach der ASCD-Jugend, entdeckte 2004 das große Talent des Oberhauseners, der nach seinem Wechsel eine steile Karriere hinlegte. 2008 in Peking war Real der jüngste Wasserballer, der jemals in einer deutschen Olympia-Mannschaft stand. Experten trauen dem Centerverteidiger, der ein duales Studium bei den Grillo-Werken absolviert, sogar den Schritt ins Ausland zu. "Julian hat das Potenzial, einer der ganz großen Wasserball-Stars zu werden", ließ Michael Zellmer, der Teammanager der deutschen Nationalmannschaft, kürzlich verlauten.

Paul Schüler (26 Jahre / 105 Länderspiele): "Paulchen" wusste früh, was er will. Bereits 2003 wechselte das Nordlicht vom ETSV Gut-Heil Itzehoe zum ASCD. Bei den Amateuren entwickelte sich Schüler rasch zum Leistungsträger der Bundesliga-Mannschaft, zu deren besten Torschützen er seit Jahren zählt. Seine WM-Premiere feierte Schüler vor zwei Jahren in Shanghai, wo er mit elf Turniertreffern sogleich zum effektivsten deutschen Angreifer avancierte.

Dennis Eidner (25 Jahre / 53 Länderspiele): Viele belächelten den gebürtigen Berliner vor einem Jahr, als er sich für den Wechsel vom deutschen Rekordchampion Spandau 04 zum "ewigen Vize" nach Duisburg entschied. Doch der wuchtige Centerspieler war sich seiner Sache sicher. "Duisburg wird an Spandau vorbeischießen", prophezeite Eidner und ließ seinen Worten Taten folgen. Mit kontinuierlich starken Leistungen und auf unnachahmliche Weise erkämpften Treffern hatte der Sportsoldat großen Anteil am Double-Gewinn des ASCD. Für Eidner ist es die zweite Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.

Till Rohe (25 Jahre / 24 Länderspiele): Für den defensivstarken Spielgestalter endete mit der Nominierung am Sonntagnachmittag eine wahre Odyssee. 2009 wurde er vom damaligen Bundestrainer Hagen Stamm nicht für die WM nominiert, 2011 musste er sich mit der Rolle als möglicher Nachrücker zufrieden geben. In der folgenden Spielzeit kam er krankheitsbedingt in der Bundesliga nur sporadisch zum Einsatz. Umso beeindruckender war sein Comeback. Als effizienter Strippenzieher wurde Rohe, dessen Schwester Lina ebenfalls lange Jahre Nationalspielerin war, wieder zu einer ungemein wichtigen Stütze im ASCD-Spiel. Die WM-Nominierung ist der verdiente, längst überfällige Lohn.

Jan Obschernikat (20 Jahre / 12 Länderspiele): Der Sohn des früheren Europameisters Ralf Obschernikat ist der 14. Mann. Für den Fall, dass der an der Schulter verletzte Spandauer Marko Stamm nicht rechtzeitig fit wird, würde Obschernikat ins WM-Aufgebot nachrücken. Ganz gleich, ob es klappt oder nicht: In Zukunft und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2016 wird mit dem 20-Jährigen zu rechnen sein.

(kök)