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Kanu: Der Weg zur WM führt über Duisburg

Kanu : Der Weg zur WM führt über Duisburg

Dieter Schmidt schaut belustigt aufs Wasser: "Eigentlich wollte Ronny Rauhe erst am Donnerstag kommen." Aber schon am Dienstag hetzte der Weltmeister und Olympiasieger sein Kajak über die Regattastrecke im Sportpark. "Macht ja nichts", sagt Schmidt, der Chef der Wassersportanlage von internationalem Zuschnitt. Platz genug ist auf dem Wasser der Wedau-Bahn. Ein paar Übungseinheiten mehr mit Blick auf die Deutschen Einer-Meisterschaften am Samstag im Kanu-Rennsport können nicht schaden.

Neben der Tribüne hatte Nicole Reinhardt ihr Auto abgestellt. Die Besitzerin ist leicht zu identifizieren. Die Aufdrucke des Sponsors sagen aus, dass sich die Kanutin aus Lampertsheim für eine saubere Umwelt einsetzt. Die Olympiasiegerin aus Peking ist also ebenfalls frühzeitig nach Duisburg gekommen, um früher als die Konkurrentinnen bei den Rennen um Titel und Tickets ans Ziel zu kommen.

Athleten mit Anspruch

Das Wochenende ist nun auch nicht irgendeins. Die Deutschen Meisterschaften im Einer stehen am Samstagnachmittag auf dem Programm. Der Titel schmückt und bringt ein paar Schlagzeilen. Fast noch wichtiger aber ist, dass es Bundestrainer Reiner Kießler die Regattabahn in eine Kaderschmiede verwandelt. Mal sehen, welche heißen Eisen er da im Feuer hat.

Der Weg zur WM in Ungarn und mit leiser Einschränkung auch zu den Olympischen Spielen nach London 2012 führt fraglos über Duisburg. Wer hier vorn dabei ist, bekommt für die Saison ein Nationaltrikot zum persönlichen Gebrauch. Und da im August in Szeged auch die Olympia-Qualifikation gefahren wird, lohnt es sich, zeitig im Hemd mit dem roten Streifen ganz vorn dabei zu sein.

Hans-Peter Wagner, der für den Deutschen Kanu-Verband über die Ereignisse im Rennsport berichtet, spricht deshalb vor allem mehr von der 2. Rangliste als von den Titelkämpfen. Von Freitag bis Sonntag stellen sich alle Athletinnen und Athleten mit Anspruch in Duisburg vor. Mit dabei sind Jannik Innerkofler (200 Meter Kajak) und Jan Watzlawik (1000 Meter Kajak), die sich mit der nationalen Spitze messen. Mit dabei sind aber auch alle Fahrer, die bei der WM 2010 in Poznan für Deutschland paddelten. Einzige Ausnahme: Katrin Wagner-Augustin, die aufgrund ihrer Schwangerschaft in diesem Jahr pausiert.

Das Programm sieht die Rennen um die sechs nationalen Einer-Titel für den Samstag ab 14.30 Uhr vor. Im Kajak und Canadier geht es bei den Männern über die 200 und 1000 Meter. Die Frauen fahren die 200 Meter und 500 Meter. Die Juniorinnen und Junioren machen ebenfalls die Titel an diesem Tag unter sicher aus. Am Sonntag werden dann noch einmal 500 Meter im Rahmen der Rangliste gefahren. Im Zweier-Canadier und im Zweier-Kajak der Männer geht es ebenfalls um die Teilnahme an den internationalen Regatten in diesem Jahr.

Das Meisterschaftswochenende beginnt morgen um 15 Uhr mit Vorläufen und Zwischenläufen über 1000 Meter bei den Herren und 500 Meter bei den Frauen. Am Samstag geht es um 9 Uhr mit Vor- und Zwischenläufen über 200 Meter los. Am Sonntag beginnen die Vorrennen um 8.30 Uhr.

(RP)