MSV Duisburg: Der MSV ist derzeit eine große Nummer

MSV Duisburg : Der MSV ist derzeit eine große Nummer

Für den MSV Duisburg läuft es in der Zweiten Liga. Dem Neuling fehlen nach dem 2:0 beim VfL Bochum 15 Spieltage vor Schluss nur noch elf Punkte zum Saisonziel Klassenerhalt Und Trainer Ilia Gruev sieht sein Team noch nicht am Limit.

Blenden wir einmal die erste Saisonphase der Zweiten Bundesliga aus und schauen auf die Tabelle zwischen dem zehnten und dem 19. Spieltag, der gestern Abend zu Ende ging. Da ist der MSV Duisburg Tabellenführer. Der 2:0-Erfolg beim VfL Bochum am Dienstagabend untermauerte es: Der MSV ist im Moment die große Nummer in die Liga. So lief MSV-Präsident Ingo Wald nach der Partie mit einem breiten Grinsen durch die Katakomben des Ruhrstadions und freute sich. "Alles gut", sagte der Vereinschef.

Der Blick auf die reale Tabelle ist aus Duisburger Sicht ebenfalls angenehm. Platz fünf nach 19 Spielen - hätte das vor der Saison jemand gesagt, MSV-Trainer Ilia Gruev hätte ihn zu einer Geldstrafe in die Mannschaftskasse verdonnert. Nun ist es Gruevs Naturell, dass er weiterhin vom Nichtabstieg spricht. Keine Eventualitäten - 40 Punkte müssen her. Elf Zähler fehlen dem Aufsteiger jetzt nur noch. Das sind drei Erfolge und zwei Unentschieden aus den letzten 15 Spielen der Saison. Es gibt höhere Hürden in einem Fußballer-Leben.

Die Hürde beim VfL Bochum haben die Zebras mit Bravour genommen. Einmal mehr funktionierte die Mannschaft als Kollektiv. Abgesehen von einer Drangperiode des Gastgebers in der zweiten Halbzeit hatten die Meidericher beim kriselnden VfL alles im Griff. Die wilden Spätsommer-Tage in dieser Saison, als der MSV Duisburg auf spektakuläre Weise einige Zähler liegen ließ, erscheinen ganz weit weg. Auch ein Winter kann Spaß machen.

Trainer Ilia Gruev legte den Fokus nach dem Spiel auf die kommenden Aufgaben. Der 48-Jährige sieht sein Team noch nicht am Limit. "Wir arbeiten weiterhin jeden Tag daran, die Mannschaft immer besser zu machen", sagte der Trainer nach der Partie. Das mögen die Konkurrenten in der Liga als Drohung auffassen, für Gruev ist es der Matchplan einer gesamten Saison - abseits von Tabellenständen.

Die Mannschaft verbesserte sich in den vergangenen Wochen bereits Schritt für Schritt - auch weil einzelne Spieler kontinuierlich besser wurden. Das gilt vor allem für Stanislav Iljutcenko. Der Stürmer, der in der Dritten Liga oft viele Wünsche und Fragen offen ließ, ist mittlerweile ein Leistungsträger und derzeit aus der Stammformation einfach nicht wegzudenken. Dass Stanislav Iljutcenko inzwischen auf dem Weg ist, ein verlässlicher Torschütze zu werden, ist die eine Sache. Viel wichtiger ist allerdings: Er ist zu einem Akteur herangereift, der auf dem Spielfeld Verantwortung übernimmt und abseits der Torquote wichtige Impulse setzen kann.

Diesen Anspruch erfüllte in Bochum auch Fabian Schnellhardt, der in der Mittelfeldzentrale in der Hinserie noch nicht an seine Leistungen in der Dritten Liga anknüpfen konnte. Er lieferte am Dienstag aber den Beweis ab, dass er auch eine Klasse höher den Unterschied ausmachen kann.

Auch Neuzugang Christian Gartner hatte seine Freude am Bochum-Spiel. Kurz vor Schluss feierte der ehemalige Düsseldorfer sein Debüt im MSV-Trikot und nach einigen Monaten Pause sein Zweitliga-Comeback.

(RP)
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