Lokalsport: Der mit den Wölfen tanzt

Lokalsport : Der mit den Wölfen tanzt

Regionalliga: Max Molsner setzt mit dem letzten Treffer für die HC Wölfe Nordrhein den Schlusspunkt unter ein hart umkämpftes Derby gegen den VfB Homberg. Die Gastgeber siegen mit 24:23 und feiern anschließend mit Dosenbier.

Die Wölfe tanzten. "Derbysieger, Derbysieger", jubelten die Regionalliga-Handballer des HC Wölfe Nordrhein, während die Spieler des VfB Homberg verpassten Gelegenheiten nachtrauerten. Mit 24:23 (12:13) gewannen die Rheinhauser am Sonntag vor 500 Zuschauern ein hart umkämpftes Lokalderby. Während die Wölfe mit 10:8 Punkten nun komfortabel auf den siebten Platz rangieren, haben die Homberger (6:12 Punkte) auf Platz elf Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen.

Während die Rheinhauser Spieler mit Dosenbier feierten, hatte VfB-Trainer Rüdiger Winter seine Sporttasche geschultert und war auf dem Weg zum Hallenausgang. Der Trainer beklagte das fehlende Glück. Wieder nur mit einem Tor Unterschied verloren, die dritte Niederlage in Folge. "Wir haben derzeit eine Ergebniskrise. Uns fehlt einfach das Quäntchen Glück", so Winter.

Kurz nach der Pause hatte es noch so ausgesehen, als könnte sich der VfB ohne Mithilfe einer Glücksgöttin die Punkte sichern. Nach einer hart umkämpften ersten Halbzeit zogen die Homberger auf 19:16 davon. Doch dann erging es der Gästeführung wie einem Schneeball auf einer Heizung: In der 50. Minute führten die Wölfe mit 20:19. In dieser Phase rissen die Gastgeber das Geschehen an sich. Dazu trug auch ein von Wölfe-Torhüter Sebastian Brysch parierter Siebenmeter - Sven Upietz scheiterte am früheren VfB-Keeper - beim Stand von 19:19 bei.

"Wir haben zuletzt schon im Spiel gegen Mönchengladbach gezeigt, dass wir nach einem noch höheren Rückstand zurückkommen können", lobte Wölfe-Trainer Thomas Molsner nach dem Spiel die Moral seiner Mannschaft. Der Coach hatte in der schwachen Phase seiner Mannschaft die Deckung umgestellt und damit die Wende begünstigt.

Spannend blieb es allerdings bis zum Schluss. Der VfB holte sich die Führung noch einmal zurück: 20:21 stand es in der 53. Minute. Danach setzten sich aber die Wölfe entscheidend durch. Joel Huesmann und Sebastian Schneider drehten das Geschehen erneut und brachten die Rheinhauser mit 22:21 in Führung. Max Molsner, vor wenigen Wochen noch wegen fehlender Cleverness am unnötigen Punktverlust gegen Pulheim beteiligt, zählte in der Schlussphase des Derbys zu den stärksten Wölfen und markierte das vorentscheidende 24:22.

Der VfB verkürzte noch einmal. Doch nach dem Schlusspfiff vergab Mirko Szymanowicz den letzten Freiwurf des Spiels, indem er den Ball in die breite Mauer der Wölfe warf. Der frühere OSC-Spieler in Reihen der Homberger hatte sich mehr erhofft als eine hauchdünne Niederlage: "In der entscheidenden Phase haben wir uns - auch ich - zu viele kleine Fehler geleistet."

HC Wölfe Nordrhein: Brysch - Schneider (5/5), Tesch, Yannick Kamp (je 4), Grunden (3), Huesmann (3/1), Kirchner (2), Molsner, Plaumann, Julian Kamp (je 1), Wolfhagen, van Deventer.

VfB Homberg: Jäger (Mertineit) - Krogmann, Hüpperling (je 5), Szymanowicz (4/1), Gernand, Wink (je 3), Upietz (3/1), Wetteborn, Brunotte.

(RP)