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Wasserball: Der Glaube an den Titel wird größer

Wasserball : Der Glaube an den Titel wird größer

Mit stoischer Ruhe und einer bemerkenswerten Körpersprache zog der ASCD den Spandauern im ersten Finalspiel den Zahn. Mit einer 1:0-Führung im Rücken müssen die Duisburger Wasserballer nun zwei Mal in Folge in Berlin bestehen.

Philipp Kalberg hat eine Seuchensaison hinter sich. Erst setzte eine Schulterverletzung den 19-jährigen Wasserballer des ASC Duisburg monatelang außer Gefecht. Dann musste er fürs Abitur pauken, verpasste wegen eines Unfalls das Viertelfinale wie auch das Halbfinale der Play-offs. Auch im Pokalfinale war der frühere Jugend-Nationalspieler zum Zuschauen verdammt.

Am Mittwochabend konnte und durfte Kalberg dann aber endlich ran. Im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft rückte er für seinen Teamkameraden und Freund Manuel Grohs ins Aufgebot. Und lieferte eine blitzsaubere Leistung ab, verkörperte eindrucksvoll das, was die Amateure in dieser Saison so stark macht: den unbändigen Siegeswillen und die mannschaftliche Geschlossenheit.

18 Spieler kamen in dieser Spielzeit für den ASCD zum Einsatz, darunter auch die Nachwuchskräfte Niclas Becker, Nils Illinger und Nick Möller. Und sie alle tragen ihren Teil dazu bei, dass der Glaube wächst. Der Glaube an das Double, daran, dass sich Duisburgs größter Sportverein nach dem fulminanten Pokalsieg nun auch den Gewinn der Meisterschaft sichern kann. Mit dem 8:7-Erfolg haben die Amateure den so wichtigen ersten Schritt gemacht. Die Art und Weise, wie die Mannschaft den 0:3-Rückstand wegsteckte, das Spiel drehte, mit 8:5 in Führung ging und den Sieg in der Schlussphase mit Mann und Maus ins Ziel brachte, war schon eines Meisters würdig. Bis zum langersehnten Ende der 45 Jahre währenden Durststrecke ist es indes noch ein langer Weg.

Der ASCD kann mit breiter Brust nach Berlin reisen. Dort finden am Wochenende das zweite und dritte Finale statt. Dann kann fast alles passieren. Spandau könnte das Ruder rumreißen, in der Best-of-five-Serie in Führung gehen. Gewinnen die Amateure einmal, hätten sie am nächsten Mittwoch im Vereinsbad einen Matchball. Gewinnen sie beide Auswärtsspiele, wären sie bereits am Sonntagabend Meister. Freilich, all' das sind Gedankenspiele, die es auszublenden gilt. Die Devise, die Kapitän Tobias Kreuzmann vor der Finalserie ausgegeben hat ("Wir müssen von Spiel zu Spiel zu denken, jedes Duell als echtes Endspiel sehen"), ist der Schlüssel zum Erfolg.

Im Wasser ist der ASCD stärker als Spandau. "Wir sind innerlich mehr als gefestigt", erklärte Kreuzmann. "Selbst nach dem 0:3 kam keine Unruhe auf. Wir wussten genau, was wir zu tun hatten." Mit stoischer Ruhe und einer bemerkenswerten Körpersprache, der weder anfängliches Wurfpech und eine ausgelassene doppelte Überzahl etwas anhaben konnten, zog der ASCD den Gästen den Zahn. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass eine Mannschaft zweimal in Folge gegen Spandau gewonnen hat", sagte Trainer Arno Troost: "Der Glaube wächst, dass wir es schaffen können."

(kök)