1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Sport

Wasserball: Der ASCD verpasst die Vorentscheidung

Wasserball : Der ASCD verpasst die Vorentscheidung

Nachdem die Amateure am Samstag in Spandau auch das zweite Playoff-Spiel um die Deutsche Meisterschaft mit 11:7 gewannen, hätte es gestern schon eine Entscheidung geben können. Der notwendige dritte Sieg gelang noch nicht.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So abgedroschen das Sprichwort auch klingen mag, am Mittwoch werden die Wasserballer des ASC Duisburg alles daran setzen, dass es seine neuerliche Bestätigung erfährt. Mit einem Heimsieg gegen Spandau 04 Berlin können die Amateure das erreichen, was ihnen gestern Abend noch verwehrt blieb: den langersehnten Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Dem 8:7-Heimsieg zum Auftakt ließ das Team um Kapitän Tobias Kreuzmann am Samstag in Berlin einen überzeugenden 11:7 (2:1, 4:0, 3:2, 2:4)-Erfolg folgen, ging dadurch in der Best-of-five-Finalserie mit 2:0 in Führung und hätte schon gestern sein Meisterstück machen können. Doch im Stile eines angeschlagenen Boxers schlugen die Spandauer zurück, siegten in der Schöneberger Schwimmhalle ihrerseits mit 10:7 (3:3, 3:2, 2:1, 2:1) und erzwangen dadurch das vierte Endspiel, das kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr im Duisburger Sportpark Wedau angepfiffen wird.

 Vor jedem Spiel steigt die Mannschaft des ASCD gemeinsam ins Becken. Nach der Niederlage in Spiel drei gegen Spandau Berlin wird für die Amateure am Mittwoch Abend ein weiteres Mal dazu kommen.
Vor jedem Spiel steigt die Mannschaft des ASCD gemeinsam ins Becken. Nach der Niederlage in Spiel drei gegen Spandau Berlin wird für die Amateure am Mittwoch Abend ein weiteres Mal dazu kommen. Foto: frank bärendahls

Dass das ASCD-Vereinsbad dann aus allen Nähten platzen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Schließlich bietet sich den Amateuren die einmalige Gelegenheit, vor heimischem Publikum die elendig lange Durststrecke zu beenden und nach 45 Jahren endlich wieder Deutscher Meister zu werden. Kann der ASCD am Mittwoch an die Leistung aus dem zweiten Finale anknüpfen, ist ihm der Titel nicht zu nehmen. Über weite Strecken glich die Partie einer Demontage des gastgebenden 32-maligen Meisters, der noch vor der Halbzeit entscheidend in Rückstand geriet und zwischenzeitlich sogar mit sechs Treffern im Hintertreffen lag.

  • Duisburgs Moritz Stoppelkamp.
    Achte Auswärtspleite in Folge : MSV Duisburg vergibt Elfmeter bei Last-Minute-Schock
  • Das Objekt der Begierde.
    Knifflige Aufgabe im Niederrheinpokal : MSV Duisburg muss im Achtelfinale zu Oberliga-Spitzenreiter
  • MSV-Angreifer Aziz Bouhaddouz.
    Nerven liegen blank : MSV-Angreifer Bouhaddouz platzt nach Heimniederlage der Kragen

Den Schlüssel zum souveränen Sieg legte die Mannschaft von Arno Troost erneut in der Defensive, hinter der Torhüter Moritz Schenkel einmal mehr zu großer Form auflief. Aus dem Kreis der Feldspieler stach Center Sven Roeßing als dreifacher Torschütze hervor. Den Spandauern, deren Torwart-Legende Alexander Tchigir verletzungsbedingt fehlte und durch Tim Höhne ersetzt wurde, war deutlich anzumerken, dass die jüngsten Niederlagen Spuren hinterlassen haben. "Unsere Mannschaft hat aber auch sehr konsequent gespielt", befand ASCD-Sprecher Robert Dudziak. Auch von einem deutlich negativen Hinausstellungsverhältnis (5:11) ließen sich die Gäste, die von rund 200 mitgereisten Fans unterstützt wurden, nicht vom Erfolgspfad abbringen.

Ihr Ziel, eines der beiden Spiele in Berlin zu gewinnen, hatten die Amateure damit vorzeitig erreicht. Dass die Euphorie danach in Anbetracht des Matchballs zur Meisterschaft keine Grenzen kannte, versteht sich von selbst. "Aber uns war klar, dass Spandau sich zerreißen würde, um im Rennen zu bleiben", sagte Dudziak, der sich gestern Abend bestätigt fühlen durfte. Zwar brachten Paul Schüler und Jan Obschernikat die Amateure früh mit 2:0 (2. Minute) in Führung, noch vor der ersten Viertelpause wendete Spandau jedoch das Blatt und führte fortan stets mit ein oder zwei Toren.

"Wir waren immer auf Schlagdistanz, nur zum Ende hin fehlte uns etwas die Präsenz", erklärte Dudziak. Die Niederlage, die erst eine Minute vor dem Ende besiegelt wurde, wissen die Amateure freilich realistisch einzuordnen. "Das Pokalfinale eingeschlossen, hatten wir Spandau zuvor dreimal in Folge besiegt", sagte Dudziak: "Dass wir jetzt verloren haben, wirft uns deshalb ganz sicher nicht aus der Bahn. Im Gegenteil, wir liegen weiter sehr gut im Rennen."

(kök)