Lokalsport: Der ASCD überrascht sich selbst

Lokalsport : Der ASCD überrascht sich selbst

Wasserball: Trotz der zahlreichen Abgänge vor der Saison überzeugte die stark verjüngte Mannschaft von Trainer Arno Troost. Sie ließ alle Skeptiker mit beachtlichen Ergebnissen verstummen.

Das letzte i-Tüpfelchen konnte der ASC Duisburg nicht mehr setzen. Nicht wie erhofft als Dritter, sondern als Vierter haben die Duisburger die Saison in der Deutschen Wasserball-Liga abgeschlossen. Auch so haben die Amateure mit diesem Abschneiden nicht nur viele Zweifler, sondern auch sich selbst ein wenig überrascht.

Die schmerzhaften Abgänge von Julian Real und Moritz Schenkel zu Waspo 98 Hannover und vor allem der Wechsel von Philipp Kalberg und Jan Obschernikat, die mit dem DSV 98 gerade erst den Aufstieg in die stärkere A-Gruppe der Liga gefeiert haben, verhießen wenig Gutes. Selbst das Wort Abstieg kursierte im Umfeld des Double-Siegers von 2013. Alle Skeptiker ließ das blutjunge Team von Trainer Arno Troost mit beachtlichen Erfolgen in Liga und Pokal verstummen.

"Die gesamte Mannschaft hat das super gemacht. Sie hat die schwere Aufgabe angenommen und gut gelöst", sagt Trainer Troost. Dass es letztlich - nach dritten Plätzen im Supercup und Pokal - nicht auch in der Liga zu Platz drei langte, konnte er gut verschmerzen. "Man darf nicht vergessen: Wir hatten nach den personellen Veränderungen eine total aufgelöste Situation hier. Da muss man eben auch realistisch sein, dass es nicht einfach so weitergehen konnte."

Durch den überraschenden Aderlass hatten die Amateure eben nicht nur spielerische Qualität eingebüßt, sondern vor allem viel Erfahrung und Routine. Führungsrollen mussten neu besetzt werden. "Wir mussten neue Strukturen aufbauen", sagt Troost. Paul Schüler übernahm von Julian Real nicht nur das Kapitänsamt, sondern erfüllte die Aufgabe - freilich wenig überraschend - auch gut. Trotz veränderter Zielvorgaben und zurückgeschraubter Erwartungen blieb das Engagement der Amateure gleich. Troost: "Wir haben so viel trainiert, wie wir es immer getan haben. Das ist abenteuerlich, was wir hier machen."

Großen Anteil am Erfolg hatte vor allem Dennis Eidner. Der Nationalspieler erwies sich als Stütze im Team und verschob ein ums andere Mal die Grenzen des Machbaren. "Welcher Center spielt schon vier Viertel durch?" sagt Troost und gibt die Antwort gleich selbst. "Normalerweise heißt es vier Minuten spielen, vier Minuten Pause. Dennis spielt viermal acht Minuten. Das ist schon eine große Qualität."

Torhüter Stefan Popovic, der wegen des längeren Ausfalls von Christopher Hans in den Fokus gerückt war, macht seine Sache ebenso gut wie Jan Bakulo. Der Top-Torjäger zählte zu den Leistungsträgern. "Das sind vor allem auch ganz feine Menschen", sagt Troost. "Stefan ist hierher gekommen und konnte kein Wort Deutsch. Drei Monate später konnte man sich problemlos mit ihm unterhalten."

Für die neue Saison kommt nun einiges an Arbeit auf die Amateure zu. Fest steht der Abgang von Stratos Manolakis. Der Grieche rückt nicht mehr von dem Entschluss ab, sich künftig auf sein Studium konzentrieren zu wollen. Der Linkshänder, der am Samstag gegen Potsdam in wenigen Minuten vier Tore beigesteuert hatte, wird sicher fehlen. Nach ein, zwei Akteuren wollen sich die Duisburger umgucken. Darunter in jedem Fall ein Center. Troost: "Als Unterstützung für Dennis."

Ansonsten bleibt der ASCD seiner Linie treu und will seine talentierte Jugend möglichst früh in den Herrenbereich integrieren. Wie gut das gelingen kann, zeigte in der angelaufenen Spielzeit unter anderem Mark Gansen. Der gerade 16-Jährige konnte auf sich aufmerksam machen. Troost: "Wenn Mark weiterhin so auf dem Boden bleibt, dann wird er ein ganz toller Spieler."

(RP)
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