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Wasserball: Der ASCD sichert sich den Pokalsieg

Wasserball : Der ASCD sichert sich den Pokalsieg

Der ASC Duisburg hat am Pfingstsonntag zum vierten Mal nach 1972, 1989 und 2010 den Deutschen Wasserball-Pokal gewonnen. Im Finale setzten sich die Amateure gegen den Seriensieger Spandau 04 Berlin mit 9:6 durch.

Das muss es doch jetzt gewesen sein. Dennis Eidner schaufelt sich im Center unnachahmlich frei, trifft zum 8:4. Noch sieben Minuten. Da brennt nichts mehr an. Oder? Jetzt flattern die Nerven. Spandaus Marko Stamm verkürzt, legt gleich noch einen Treffer nach. 8:6. Noch stehen 4:16 Minuten auf der Uhr. Wenn das in die Hose geht, wird der ASCD den Vize-Stempel nie mehr los. Ruhig bleiben. Spandaus Fabian Schroedter muss raus. Überzahl für die Amateure. Fast schon verpufft. Aber dann übernimmt Paul Schüler Verantwortung, zieht ab und versetzt den Berlinern den endgültigen K.o.-Schlag. 9:6.

Der Rest ist Gänsehaut und Jubel in Schwarz und Gelb. "Heja, heja, heja Amateur", schallt es ohrenbetäubend durch die Traglufthalle am Krefelder Waldsee. Der Amateur SC Duisburg ist Deutscher Wasserball-Pokalsieger 2013. Nach einer Seuchensaison ohne Schwimmstadion, dafür aber mit etlichen Ausfällen, holen Trainer Arno Troost und seine Jungs den "Pott" an die Wedau, zum vierten Mal nach 1972, 1989 und 2010.

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Und welch' wunderbare Geschichten dieser Titel schreibt. Für Dennis Eidner ist er "die Bestätigung für meinen Wechsel nach Duisburg". Gleich im ersten Anlauf macht der gebürtige Berliner seine Ankündigung wahr, entthront seine Spandauer Kumpel. Die sitzen bedröppelt am Beckenrand, starren ins Leere und verstehen nicht, wie ihnen geschieht. "Duisburg hat verdient gewonnen", räumte Kapitän Marc Politze ein.

Zu keinem Zeitpunkt fand der 28-fache Pokalsieger ein probates Mittel, um seinen Herausforderer in Verlegenheit zu bringen. "Wir waren immer überlegen, hatten zwischendurch aber ein bisschen Schiss", brachte Moritz Schenkel die Dinge auf den Punkt. Der ASCD-Torhüter war der Fels in der Brandung, machte ein "geniales Spiel" (O-Ton Arno Troost) und trieb die Spandauer zur Verzweiflung. Das war auch bitter nötig. Denn zwischendurch machte sich ein ungutes Gefühl breit. Die Amateure waren klar überlegen, verpassten es aber zunächst mehrfach, auf drei Tore davonziehen. "Als wir dann gleich nach der Pause den Anschlusstreffer kriegen, hatte ich kurz Bammel", verriet Schenkel, für den der Triumph einen ganz besonders hohen Stellenwert hat. "Für mich ist das der erste nationale Titel. Dass ich den ausgerechnet in meinem Becken gewinne, hier, wo mir Gilla Niechial das Wassertreten beigebracht hat, ist einfach der Wahnsinn."

Restlos begeistert zeigte sich auch der Architekt des Erfolgs, der mit der Schlusssirene im Wasser landete. "Wir waren heute definitiv die bessere Mannschaft", sagte Trainer Arno Troost, dem die Geschlossenheit seines Teams imponierte: "Ich kann niemanden hervorheben. Alle haben ihre Aufgabe hervorragend erledigt." Dennis Eidner stach die Spandauer Centerspieler um Längen aus, Moritz Schenkel unterstrich, dass er künftig die Nummer Eins der Nationalmannschaft sein muss und mit Tim-Ole Fischer ein grandioses Gespann bildet. Tobias Kreuzmann ging bravourös als Kapitän voran, Julian Real und Kostas Gouvis, später auch Manuel Grohs brillierten in der Centerverteidigung, Paul Schüler überzeugte als Torschütze. Yannik Zilken bewies bei seinem Treffer zum 6:4 Nervenstärke, Jan Obschernikat zuvor beim Strafwurf. Till Rohe, Sven Roeßing und Christian Theis zeigten, wie wichtig Spieler sein können, auch ohne groß als Torschütze in Erscheinung zu treten. Im Kollektiv überstand der ASCD das Halbfinale gegen den SV Bayer Uerdingen, in dem längst nicht alles rund lief. Beim Duisburger 10:5-Erfolg durfte der Ausrichter bis weit ins dritte Viertel hinein (5:5, 22.) auf eine Überraschung hoffen. "Die beste Leistung haben wir uns fürs Finale aufgespart", war ein sichtlich gelöster Arno Troost zu Späßen aufgelegt: "Im Ernst, dieser Pokalsieg ist das Resultat des riesigen Aufwands, den meine Mannschaft betreibt. Die Jungs mussten in den letzten Jahren so viele Rückschläge einstecken. Dass sie sich danach immer wieder aufs Neue motivieren konnten, kann man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen."

(kök)