Bundesliga: 3:1-Erfolg des MSV gegen Mönchengladbach

Frauen-Fußball : MSV-Frauen mit Anlaufschwierigkeiten, aber erfolgreich

Frauenfußball: Mittelstürmerin Dörthe Hoppius schnürt beim 3:1-Sieg des Bundesligisten einen Doppelpack und darf mit Applaus vom Platz gehen.

Als Dörthe Hoppius zwölf Minuten vor Spielende den Platz verließ, war auf dem Gesicht der 22-Jährigen ein überaus zufriedenes Lächeln zu sehen. Die Fans des MSV Duisburg im PCC-Stadion verabschiedeten die Stürmerin mit großem Applaus. Den hatte sich die Dorstenerin, die im Sommer aus dem US-Uni-Team der San José State University zum Fußball-Bundesligisten gewechselt war, auch redlich verdient. Mit zwei Toren hatte sie großen Anteil am 3:1 (2:1)-Sieg der Zebras über Schlusslicht Borussia Mönchengladbach.

Hoppius’ Treffsicherheit war an diesem Nachmittag einer der positiven Aspekte in Homberg. Trainer Thomas Gerstner ist ehrlich genug, um festzustellen, dass diese nicht unbedingt überwogen. Es war ein Arbeitssieg, den der MSV da einfuhr, ein ganz wichtiger zudem, denn mit nun neun Punkten haben sich die Duisburgerinnen schon ein freundliches Polster zur Abstiegszone geschaffen und den Aufsteiger vom linken Niederrhein dort unten erst einmal festgetackert.

„Gegen fast jeden anderen Gegner hätte es heute für uns mit dieser Leistung nicht gereicht“, gestand Thomas Gerstner ein. Die ungewohnte Favoritenrolle verführte wohl manche Kickerin dazu, ein paar Prozent weniger auf den Platz zu bringen, was besonders in der ersten halben Stunde die Angst vor einer Blamage nährte. Valentina Oppedisano erzielte in ihrem ersten Bundesligaspiel im PCC-Stadion, das ihr beim MSV-Vorgänger FCR 2001 trotz langer Vereinszugehörigkeit verwehrt geblieben war, nach sieben Minuten mit einem Kopfball das Gladbacher Führungstor und war dabei komplett ungedeckt.

Irgendwann reichte es dem MSV-Coach dann. „Geht mal richtig ran jetzt, das ist alles halbherzig“, schimpfte Gerstner an der Seitenlinie. Der Appell half offenbar. Erst jetzt erspielten sich die Gastgeberinnen mehr und auch bessere Chancen. Lisa Makas vergab in der 33. Minute noch eine, als sie nach starkem Solo knapp am rechten Pfosten vorbei zielte, doch sechs Minuten später machte es die Österreicherin besser, als sie aus acht Metern zum Schuss kam und traf – auch weil Dörthe Hoppius die vorherige Flanke über den Scheitel gerutscht war.

Die damit knapp verpasste Hauptrolle holte sich die Mittelstürmerin dann zwei Minuten vor der Pause. Nach einer Ecke bekam Gladbach den Ball nicht aus der Gefahrenzone, den Hoppius dann aus artistischer Seitenlage über die Linie beförderte. In der 58. Minute machte sie dann schon alles klar. Nach einem Pass von Barbara Dunst in die Spitze traf die Angreiferin per starker Direktabnahme. Die MSV-Anhänger unter den 704 Besuchern sahen anschließend noch eine Vielzahl an Möglichkeiten, die aber ungenutzt blieben. „Zum Glück war der Gegner nicht in der Lage, das auszunutzen. So reicht das am Mittwoch für uns nicht“, warnte Thomas Gerstner nachher. Dann steht das Duell mit dem zweiten Aufsteiger an: Um 19.30 Uhr ertönt der Anpfiff bei Bayer Leverkusen.

MSV: Kämper – Richter (68. Lange), Moore, O’Riordan, Radtke – Rybacki (57. Stoller), Morina, Dunst – Zielinski, Hoppius (78. Rolston), Makas.

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