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„Blutgrätsche“ mit Folgen?Starke: „Ich bin besser als Herzog“

„Blutgrätsche“ mit Folgen?Starke: „Ich bin besser als Herzog“

Rudi Bommer sagte über die 1:2-Niederlage gegen St. Pauli: „Wir haben uns selbst erschossen.“ Das gilt auch für Tom Starke. Der Keeper hat sich mit seiner Kritik am Trainer selbst zu Fall gebracht. Der Hinweis, dass er in allen Belangen besser sei als sein Konkurrent Herzog, gehört nicht gerade zum gepflegten Stil. Dass er Bommer öffentlich kritisierte, weil er sich gegen ihn und für den Schweizer entschieden hat, darf man als ein verbales Foul sehen, für dass er die Rote Karte bekommen könnte.

Kaum vorstellbar, dass Starke, von den Fans ohnehin nicht geliebt, die Gunst des Trainers wieder gewinnt. Zumal der Keeper zu seiner „Blutgrätsche“ mit Anlauf ansetzte. Starke hatte seine Stellungnahme angekündigt, hatte eine Nacht darüber geschlafen. Da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, da kann niemand von einem „war nicht so gemeint“ sprechen. Um es mit den Worten des beleidigten Torwarts zu sagen: Das war „starker Tobak“. kew

Aus Respekt gegenüber der Mannschaft meldete sich Tom Starke erst nach dem Spiel zu Wort. Während seine Teamkameraden nach der Niederlage weitgehend kommentarlos in Richtung Kabine schlichen, hatte der Torhüter um so mehr zu sagen. Überraschend ruhig erklärte er, dass er stinksauer sei über Rudi Bommers Entscheidung, Marcel Herzog als neue Nummer eins im Tor zu ernennen.

„Ich empfinde das als Ungerechtigkeit. Der Trainer hat mir direkt nach meiner Verletzung die Zusage gegeben, dass ich nach meiner Genesung wieder spielen werde“, sagte Starke. Es habe vor der Saison eine klare Hierarchie gegeben. „Ich war die Nummer eins. Der Trainer lobte meine gute Bundesliga-Rückrunde, und forderte von mir, dass ich die Mannschaft künftig führen soll.“

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Um so mehr hätten ihn die Ereignisse unter der Woche enttäuscht. „Doch all das ist jetzt nicht mehr wahr. Ich bin maßlos enttäuscht und weiß auch nicht, was ich auf die Aussage, dass im Winter wieder alles offen ist, noch geben kann“, sagte der 27-Jährige. Und dann war da noch die Sache mit dem Training. Bommer wurde zuletzt mit den Worten zitiert, dass Starke ohnehin noch nicht ganz fit sei. Schließlich habe er erst seit acht Tagen richtig mit der Mannschaft trainiert. „Das stimmt einfach nicht“, entgegnet der Keeper. „Ich habe seit meiner Verletzung nicht einen Tag gefehlt. Ich habe bloß anfangs nur alleine und mit weicheren Bällen arbeiten können. Solche Aussagen sind an den Haaren herbeigezogen.“

Als Erklärung für Bommers Entscheidung wollte und will Starke solche Worte nicht gelten lassen. „Der Trainer hat mit mir am Dienstag gesprochen, aber er hat nicht ein gutes Argument gebracht, das mich im Hinblick auf seine Wahl überzeugen konnte.“ Im Gegenteil, fügt er an. „Ich sehe mich in allen Belangen besser als Marcel Herzog. Und deshalb fällt es mir besonders schwer, das zu akzeptieren.“

Mit Herzog persönlich hätte das allerdings nichts zu tun. „Ich habe ihm nach dem Spiel in Mainz für seine Leistung gratuliert. Er hat mich gut vertreten. Wir sind im Reinen, weil wir alles offen ansprechen.“ Zur Erinnerung: Starke hatte sich im Spiel gegen 1860 München den Daumen gebrochen. Bis dahin war der Torhüter ohne großen Fehler. „Ich kann mich jetzt nur fithalten und versuchen, Marcel das Leben schwer zu machen.“

Abschiedsgedanken vom MSV wollte Starke nicht kommentieren. Und auf die Frage nach dem Vertrauen zwischen ihm und seinem Trainer antwortete er nur: „Kein Kommentar.“

(RP)