Eishockey : Bloß keine Blamage

Es werde Zeit, dass die EVD-Mannschaft für ihre Mühen belohnt werde. Sagt Trainer Willy Mühlenhaus. Aber heute gerade beim Berliner Meister und dann auch noch vor den Fernsehzuschauern?

Ein bisschen Spaß muss sein. Als es die Kölner Haie am Sonntag im ISS-Dome böse erwischte, da sangen die Fans der DEG für ihre Gegner: "Seit froh, dass es noch Duisburg gibt." Ja, wie schlimm es für eine Truppe auch kommen kann, der Duisburger Eishockey-Fuchs ist immer noch schlimmer dran.

Da werden die Ziele für das Schlusslicht, das inzwischen zwölf Niederlagen in Folgen kassierte, sehr bescheiden. Heute zum Beispiel muss das Team von Trainer Willy Mühlenhaus beim Meister aus Berlin ran. Motto: Nur nicht blamieren. In der o2-Arena schauen dann auch noch die Fernsehkameras zu. Premiere überträgt den Kampf Goliath gegen David sein klein Bruder. Was soll man sich wünschen? Dass es die Füchse nicht zweistellig erwischt, wie die Mannschaften aus Augsburg (11:0) und Straubing (10:1), die es vom Eisbären jeweils zweistellig bekamen.

Nur nicht zweistellig

So schauen alle auf diese Partie. Wirklich alle? Nein, ein großer und aufrechter Mann lacht der Gefahr beim Tabellenzweiten ins Gesicht. Willy Mühlenhaus sagt: "Prinzipiell glaube ich, dass wir jedes Spiel gewinnen können." Nein, er sehe den deutlichen Aufschwung der Mannschaft. Da könne doch auch in Berlin was gehen. Der Coach sagt über sich selbst: "Ich bin gnadenlos positiv." Dazu passt auch die Einstellung, das Beste aus den drei Niederlagen zu machen, die er bislang einfahren musste: "Ich spreche im Training die Verbesserungen an. Auf diese Weise kann ich verhindern, dass die Spieler in ein Loch fallen." Mal schauen.

Zwar spielen die Füchse unter dem neuen Coach deutlich besser. Aber, die Truppe kommt ganz schön ins Schwimmen, wenn der Gegner schnell und hart spielt. Der Eisbär pflegt ein solches Vorgehen daheim. Eine wichtige Personalentscheidung musste Mühlenhaus gestern ebenfalls treffen. Einer seiner Ausländer bekommt stets einen Tribünenplatz. Mehr als zehn Kontingentspieler sind nicht erlaubt. Voraussichtlich bleibt Cameron Mann ohne Ausrüstung. Der kanadische Stürmer hängt ein wenig hinten an. Dafür besteht Aussicht, dass personelle Aufstockung durch die Talente aus Herne den Kader auffüllt.

Talente aus Herne

Wer noch wissen will, wie gnadenlos positiv Mühlenhaus denkt, sei folgender Satz ans Herz gelegt: "In den vergangenen Wochen hatten wir nicht einmal Chancen, jetzt spielen wir uns Möglichkeiten heraus. Danach gehen wir daran, diese Möglichkeiten zu nutzen." Es werde Zeit, dass die Mannschaft für ihre Mühen belohnt werde. Wer noch sagt, Duisburg sei die Welthauptstadt der Kleingläubigen, kennt nicht den 50-jährigen Jugendkoordinator, der übergangsweise eine ausgewachsene DEL-Truppe managt.

(RP)