Eishockey Blaue Flecken als Andenken

Eishockey · "Blaue Flecken nehme ich öfters mal als Andenken von einem Spiel mit nach Hause", erzählt die 15-jährige Sally Klöser lachend. Das ist auch kein Wunder.

Eishockey: Blaue Flecken als Andenken
Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP

Schließlich hat sich die Schülerin des Mannesmann-Gymnasiums einen wirklich harten Sport ausgesucht. Woche für Woche steht die junge Duisburgerin bei den Eishockey-Junioren der Moskitos Essen zwischen den Pfosten und versucht, den Kasten sauber zu halten. Aber damit nicht genug. Auch im Skaterhockey besticht Sally bei den Duisburg Ducks durch herausragende Leistungen, sowohl im Jugend- als auch im Damenbereich.

Während die künftige Zehntklässlerin bei den Erwachsenen unter gleichgeschlechtlichen Mitstreitern aufläuft, sticht sie in der Jugend heraus. Sie ist eine der wenigen Mädels, die es auch im "fortgeschrittenen" Alter geschafft haben, sich bei den Jungs durchzusetzen. "Im Bambini-Bereich ist es gang und gebe, dass auch Mädels dabei sind. Allerdings nehmen Geschwindigkeit und Härte bei den Jungs rasend schnell zu. Da bleiben nur noch wenige Mädels mit dabei", erklärt Sally.

Und manche Jungs dürften sich nach den Spielen verwundert die Augen reiben. Denn Sally macht ihre Sache im Tor sowohl auf dem Eis bei den Moskitos als auch in der Halle bei den Ducks richtig gut. So gut, dass sogar die Trainer der Junioren-Nationalmannschaften auf sie aufmerksam geworden sind. Im Eishockey gehört Sally mit ihren 15 Jahren bereits dem Kader der deutschen U18-Damen an. Beim Skaterhockey sorgt sie bei den U19-Junioren international für Sicherheit im deutschen Tor.

WM und EM im Visier

In beiden Sportarten träumt Sally vom großen Sprung. Beim Eishockey hat sie die U18-Weltmeisterschaft, die über den Jahreswechsel 2011/12 in Tschechien stattfindet, ins Visier genommen. "Das wird aber ganz schwer", möchte sich Sally nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, "schließlich werden nur zwei Torhüter mit nach Tschechien genommen." Größer schätzt Sally ihre Chancen auf eine Teilnahme bei der U18-Skaterhockey-EM ein: "Wenn ich da als dritte Torhüterin mitreisen könnte, wäre das schon der Hammer", träumt die 15-Jährige von einer Zukunft mit dem Bundesadler auf der Brust.

Ein gutes Bewerbungsschreiben hat sie kürzlich beim Länderpokal abgegeben. Beim Sieg der NRW-Auswahl wurde Sally als bester Torwart ins All-Star-Team berufen. Sich selbst schätzt die Gymnasiastin als sehr ehrgeizig ein. "Aber das", erklärt sie selbstbewusst, "ist auch die Grundvoraussetzung, um seine Ziele zu erreichen."

Angefangen hatte das Kapitel Hockey-Sport für Sally im Jahr 2000. Mit zarten vier Jahren wurde sie damals über eine Arbeitskollegin ihrer Mutter auf den Sport aufmerksam. Seitdem ist der Hockeyschläger aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. "Schlafen, essen, Hockey", sagt Sally, das ist der Tag so wie sie ihn liebt. "Und Schule natürlich. Ohne geht es ja nicht", schiebt die 15-Jährige hinterher.

(RP/rl)
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