Ayhan Coskun will Wandel beim FSV Duisburg einleiten

Fußball : Ayhan Coskun will den Wandel beim FSV Duisburg einleiten

Der derzeitige stellvertretende Vorsitzende möchte das Amt des Vereinschefs übernehmen. Für das Oberliga-Team will er auf dem Transfermarkt noch ordentlich zuschlagen. Zwei neue Spieler mit viel Erfahrung hat er schon an Land gezogen.

Eines stellt Ayhan Coskun klar: Absteigen will er mit dem FSV Duisburg auf keinen Fall. „Aber wenn wir absteigen, dann mit Würde und nur mit wenig Rückstand auf das rettende Ufer“, sagt der 49-Jährige, der im Moment noch stellvertretender Vorsitzender des Fußball-Oberligisten ist. Das dürfte sich am kommenden Wochenende bei der Jahreshauptversammlung ändern, wenn er sich um die Nachfolge des ausscheidenden Vereinschefs Erol Ayar bewirbt. „Meines Wissens bin ich derzeit der einzige Kandidat“, sagt Coskun, der sein Konzept bereits einer rund 30-köpfigen Gruppe von Vereinsmitgliedern vorgestellt hat und offenbar damit auf Zustimmung stieß.

Die Lage, in der er den Club von der Warbruckstraße übernehmen will, ist keine leichte, wie der Blick auf die Tabelle der Oberliga ausweist. Mit nur fünf Punkten aus 16 Spielen ist der FSV, im Sommer noch umjubelter Aufsteiger, abgeschlagener Letzter. Die Aussichten, noch die Rettung zu schaffen, sind gering. Oder mit den Worten von Ayhan Coskun: „Ich bin kein Träumer, es wäre ein Wunder.“

Ayhan Coskun hat sich viel vorgenommen. Foto: FUNKE Foto Services/Micha Korb

Um dieses Wunder zu bewerkstelligen, will er personell in der Winterpause noch einmal am großen Rad drehen. Zwei Neuzugänge sind bereits an Bord. Der FSV gab am Dienstag die Verpflichtungen von Mittelfeldspieler Kaan Akca und Defensivmann Muhammet Karpuz bekannt. Beide spielten früher beim Regionalligisten Fortuna Düsseldorf II, waren aber zuletzt vereinslos, sodass der kurzfristige Deal möglich war. Coskuns Plan sieht so aus: „Wir wollen insgesamt sechs bis sieben Spieler holen. Dafür müssen acht bis neun Leute aus dem derzeitigen Kader gehen.“ Weitere Namen mag er auf der einen wie auf der anderen Seite noch nicht nennen. Mit Blick auf die potenziellen Zugänge sagt er aber: „Drei von den Spielern, die wir holen wollen, haben noch nicht in der Oberliga, sondern nur in der Regionalliga oder der 3. Liga gespielt.“ Die beiden jüngsten Verpflichtungen Akca und Karpuz erfüllen bereits dieses Kriterium.

Kaan Akca (24) war seit dem Sommer vereinslos, davor spielte er in den Jugendmannschaften von Fortuna Düsseldorf bis hin zur U 23. In der Jugend war er sogar ein Jahr lang für den FC Chelsea am Ball. Akca kann im Mittelfeld auf der Sechs und auf der Acht agieren. Auch Muhammet Karpuz (24) befand sich seit dem Saisonstart auf Vereinssuche. Der Rechtsverteidiger spielte von 2011 bis 2015 für Fortuna Düsseldorf. Danach folgten Engagements bei Eintracht Trier, Elaziz Belediye (Türkei) und EVV Echt (Niederlande).

„Beide Spieler haben versucht, in der Türkei einen Profi-Vertrag zu erhalten. Das klappte aber nicht“, sagt Ayhan Coskun. Der Funktionär erwartet, dass die beiden Neuzugänge den Konkurrenzkampf weiter anheizen und Druck auf die etablierten Spieler ausüben.

Selbst hat der Immobilienkaufmann, der seit zwei Jahren als „Vize“ im Vorstand fungiert, früher bei einem der Vorgängervereine des FSV gekickt: Türkgücü Duisburg. Dass bei der Zusammenstellung des aktuellen Kaders im Sommer einiges falsch gelaufen ist, weiß Ayhan Coskun nur zu gut. Dies hatte ihm der ehemalige Trainer und Sportliche Leiter Denis Tahirovic auch vorgeworfen.

„Es stimmt, dass ich ihm versprochen habe, Spieler zu holen. Das habe ich dann beispielsweise mit Can Serdar oder Güngör Kaya auch getan“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. Schuldzuweisungen für das schlechte Abschneiden wolle er jetzt nicht verteilen.

Auch den seit dem Abgang von Denis Tahirovic während der Saisonvorbereitung verwaisten Posten des Sportlichen Leiters will der vermutliche neue Clubchef wieder besetzen. Zwei Kandidaten gebe es derzeit.

An Trainer Erhan Albayrak zweifelt Coskun nicht, auch wenn diesem letztlich die erhoffte Wende zum Besseren bislang nur in Ansätzen gelungen ist: „Mit der Arbeit des Trainers bin ich bis jetzt zufrieden.“

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