Handball : Auftakt in Liga drei

Am Samstag beginnt für den OSC Rheinhausen die Saison in der dritten Handball-Liga West. Das Team hat sich neu formiert, und zunehmend rückt die Jugend in den Fokus. Für die Zukunft soll ein erfolgreiches Gerüst entstehen.

Jörg Förderer ist den Umgang mit jungen Nachwuchs-Handballern gewohnt. Der Trainer des Drittligisten OSC Rheinhausen kann guten Gewissens behaupten, in seiner Vergangenheit als Übungsleiter des SC Bayer Uerdingen bei der blutjungen Mannschaft zumeist den richtigen Ton getroffen zu haben. Die erfolgreiche Entwicklung, die der Rheinhauser Lokalrivale in den vergangenen Jahren genommen hat, ist Ausdruck erfolgreicher Arbeit.

Als Förderer im zurückliegenden Winter die Seiten wechselte und Achim Schürmann auf der Trainerbank des OSC beerbte, bekam er es mit einer anderen Mannschaft zu tun. In Rheinhausen traf Förderer auf ein Team, gespickt mit erfahrenen Routiniers. "Das war eine abgeklärte Truppe. Sie hat ihre Qualität immer wieder gezeigt. Aber wir haben vermissen lassen, auch gegen die schwächeren Teams der Liga alles zu geben. Das war sicher auch eine Sache der Einstellung", blickt der Übungsleiter auf seine erste Saison beim OSC zurück.

Doch die enttäuschende letzte Spielzeit ist abgehakt. Der OSC schaut in die Zukunft. Im Sommer wurde ein Umbruch vollzogen. Insgesamt acht Spieler haben den Drittligisten verlassen. Im Gegenzug wurden gleich neun Zugänge präsentiert. Auf Sebastian Bliß (TuSEM Essen), Bastian Roschek, Nils Artmann (beide HSG Düsseldorf), Matthias Opper (TV Aldekerk), Steffen Heger (SF Hamborn 07), Damian Janus (Bayer Uerdingen), Robin Flemmig (Mettmann-Sport) und Stephan Liekenbrock (SV Neukirchen) folgte kürzlich Nikolai Hellmich (zuletzt Sportfreunde Hamborn 07), der den Kader komplettiert.

Hellmich, der Maik Schneider vorerst bis zu seiner Genesung ersetzen soll, ist gleichzeitig auch einer der wenigen "alten Hasen" im neuen Mannschaftsgefüge. "Nikolai hat noch einmal eine Herausforderung gesucht und ist mit Herzblut dabei. Ob er auch über die Verletzung von Maik Schneider hinaus bei uns bleibt, kann ich noch nicht sagen", erklärt Förderer.

Bis auf wenige Ausnahmen, zu denen auch Hellmich gehört, rückte im Sommer die Jugend in den Fokus. Um die Stützen Mirko Szymanowicz, Matthias Reckzeh und Macel Wernicke herum wurde ein Team mit jugendlichem Elan gebildet. "Dieser Umbruch war für uns ein riesiger Schritt. Aber dieser war gewollt. Es war unser Ziel, mit brennenden Spielern zu arbeiten. Wir haben jetzt eine Mannschaft, die willig und schlagkräftig genug ist, um in der Dritten Liga mitzuhalten", zweifelt Förderer nicht an der Qualität seines Kaders.

Dass man den einen oder anderen Spieler im Sommer gewiss gerne gehalten hätte, ist allerdings auch kein Geheimnis. Vor allem die Qualitäten von Tim Gentges (TV Aldekerk) könnten noch schmerzhaft vermisst werden. Bisher allerdings hinterließ die Mannschaft, bei deren Zusammenstellung Jörg Förderers Handschrift eindeutig zu lesen ist, auch ohne Gentges einen positiven Eindruck.

In der Vorbereitung überzeugte der OSC zumeist durch engagierte Auftritte. "Wir spielen einen schnelleren Ball als im Vorjahr. Die Jungs geben vom Anfang bis zum Ende alles. Allerdings weiß man in einer Vorbereitung nie, wo man steht. Das zeigt sich erst in der Liga. Wir wissen, dass ein Start mit einer jungen Mannschaft auch schnell daneben gehen kann", weist Förderer auch auf die Gefahren hin. Es überrascht daher nicht, dass man sich in Rheinhausen mit einer klaren Zielvorgabe für diese Saison bislang zurückhält.

Den Abstiegsrängen will man so gut es geht fernbleiben. "Und vor allem wollen wir unser Publikum durch ehrliche Spielweise zurückgewinnen", fügt Förderer an. Darüber hinaus wird beim OSC langfristig gedacht. Die neu formierte Mannschaft soll zum Großteil über mehrere Jahre zusammen bleiben. "Wir schauen auf die nächsten Jahre und wollen irgendwann wieder in die oberen Regionen vordringen", so Förderer.

Nun liegt es aber erst einmal an der Mannschaft, sich im Kreis der etablierten Drittligisten zu behaupten. Schafft es der OSC, auch Rückschläge, die es im Laufe der Saison sicher geben wird, zu verkraften, dann könnte das gelingen.

(tob)