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Eishockey: Aufstiegstraum geplatzt

Eishockey : Aufstiegstraum geplatzt

Eishockey-Oberligist EV Duisburg hat am Freitag das vierte Finalspiel mit 3:4 nach Verlängerung in der Scania-Arena verloren. Damit gewannen die Tölzer Löwen die Serie mit 3:1 und steigen als Meister in die Zweite Bundesliga auf.

Der Duisburger Eishockey-Oberligist EV Duisburg hat die Tür zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga zufallen lassen. Im vierten Finalspiel der Playoff-Serie unterlagen die Füchse vor 4007 Zuschauern den Tölzer Löwen mit 3:4 (0:1, 1:1, 2:1, 0:1) nach Verlängerung.

Die Löwen waren gestern das bessere Team, machten verdient den dritten Punkt in der Serie. Das muss man zugeben. Aber die Füchse zeigten Moral, kämpften sich durch ein Tor in der 60. Minute von Markus Schmidt in die Verlängerung. Dann aber traf Strobl in der 65. Minute für den Gast und mit einem Schlagschuss war die Saison beendet. Die Füchse weinten in diesem bitteren Moment.

Das berührte, denn den Funken zum erneuten Sieg und einem fünften Spiel hätte man ihnen gegönnt. Die Zuschauer trösteten mit Beifall und langen Ovationen. Die Fans riefen: "Danke, Füchse Danke." Es gab silberne Medaillen und einen wenig schönen Topf für die Vizemeisterschaft. Nett von den Fans: Sie schenkten auch dem Meister aus Tölz ihren Applaus. "Wir haben einen würdigen Meister gesehen", zollte auch EVD-Trainer Franz Fritzmeier den Gästen Respekt. "Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft, die nie aufgesteckt hat und sich trotz Rückstand in die Partie zurückgekämpft hat."

Der Blick zurück auf die 64 Minuten zuvor: Der Tölzer Trainer Florian Funk hat sich wohl einige Videoabende gegönnt und seine Mannschaft mit einer ähnlichen Taktik aufs eisglatte Brett geschickt, mit dem schon die Saale Bulls aus Halle den Fuchs genervt hatten. Franz Fritzmeiers Spielschar, ohne den gesperrten Patrik Gogulla und den verletzten Dennis Fischbuch, kam einfach nicht ins Rollen. Anders als beim ersten Heimspiel am Montag mangelte es an Tempo und Chancen. Tölz erstickte mit seiner offensiven Abwehrtaktik schlicht das Spiel. Der Gast machte dann auch den nächsten Zug richtig. In Überzahl traf Johannes Sedlmayr (12.) — das kann er ja gegen Duisburg besonders gut.

Erst im Mitteldrittel hatten sich die Hausherren auf die Taktik eingestellt. Der Lohn: Daniel Fischbuch legte ungewöhnlich übers kurze Eck von Benjamin Hanke (33.) auf, der den Ausgleich erzielte. Der EVD blieb am Drücker, ohne den wichtigen Stich zu setzen. Tölz genügte deshalb eine Stippvisite im Füchse-Drittel, ein Schuss von Yanick Dubé an den Pfosten und eine Trickeinlage von Johannes Sedlmayr (38.) zur erneuten Führung. Daniel Huhn beulte die Delle nach Pass von Mats Schöbel aus.

Alles gut? Nicht wirklich. Keine drei Minuten später gönnten sich die Hausherren einen Wechselfehler und Tölz nahm das Geschenk mit dem 3:2 durch Pascal Sternkopf in Überzahl an. Trainer Fritzmeier ärgerte sich mächtig über die Panne. Der Mannschaft schien der Zahn gezogen. Der Coach nahm den Torwart vom Eis. Eine Geste verzweifelten Mutes. Die Fans feuerten ihre Mannschaft lautstark an, ein Zeichen letzter Hoffnung. Markus Schmidt gönnte den Duisburger Anhängern vier Minuten mehr Finale. Wie gern hätten sie daraus auch noch ein ganzes Spiel in Tölz gemacht.

(kew)