Auf Cedrick ist Verlass

Tore Nummer 13 und 14 sind gegen die starken Freiburger erzielt – da schwebt MSV-Stürmer Makiadi im siebten Fußball-Himmel. Aber nur für eine Nacht. In Ingolstadt wird es sich zeigen müssen, zu was die Mannschaft in der Lage ist.

Der Mann ist und bleibt ein Kind des Glücks. 78 Minuten waren gestern gespielt, als es Peter Neururer kaum fassen konnte. Der für den bis dahin dynamischen Ben-Hatira eingewechselte Marcel Heller hatte sich auf Rechts durchgesetzt, flankte scharf in die Mitte, vielleicht etwas zu scharf für Sandro Wagner, der für den schwachen Dorge Kouemaha kam nach einer kurzen Pause der Besinnung. Aber da war ja noch Cedrick Makiadi. Der fasste die für den Verein so wichtige Inszenierung später trocken zusammen: "Das erste Tor habe ich reingestochert. Das war Glücksache. Ist aber wurscht, Hauptsache, der Ball war hinter der Linie." Und das war klar ersichtlich.

Die Grundlage liegt in unserer harten Arbeit

Glücksache? "Die Grundlage ist harte Arbeit", sagte Erfolgs-Trainer Peter Neururer, und sein Gegenüber hatte trotz der 0:2-Niederlage einen müden Joke parat: "Ich kann dir einen guten Friseur empfehlen, wenn es mal nicht nach Wunsch klappen sollte," meinte Robin Dutt mit einem Anflug von Humor, nach dem ihm aber nicht ganz war. Der Freiburger Trainer war freilich so ehrlich davon zu sprechen, dass "die bessere Mannschaft verdient gewonnen hat".

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Das zweite Tor ging mehr auf die Kappe von Sandro Wagner. Seinen Heber über den etwas irritierten Freiburger Torhüter Pouplin hinweg versenkte Makiaki mit seinem Treffer Nummer 14 zum Siegtreffer. "Ich weiß nicht, ob Sandro selbst ein Tor machen wollte oder ob er mich gesehen hat", rätselte der Torjäger Nummer eins im Team, der diesmal den enttäuschenden Dorge Kouemaha glatt ausstach. Die fast 20 000 standen jedenfalls vor Begeisterung Kopf. Kouemaha hatte in zwei für Freiburg brenzligen Situationen den wesentlich besser postierten Änis Ben-Hatria "übersehen", was nicht gerade gut ankam. Seine Auswechselung war nur zu verständlich und bewies die Sachlichkeit des Trainers.

Ein bisschen mehr Fans hätten es sein können

Es war ein enorm intensives Spiel und von beeindruckender Dichte geprägt. Zwei Spitzenteams der Liga standen sich gegenüber, zwei Qualitäts-Einheiten, die beide unbedingt gewinnen wollten, rauf und runter also auf dem Arena-Acker, und ein glückliches Händchen zum guten Schluss. Was willst du mehr, Zuschauer?

18 146 waren es exakt, ein bisschen mehr hätten es sein dürfen. Rekord für eine Saison, die einer Achterbahnfahrt gleicht. Derzeit geht es nur nach oben. Aber die Fehler der Vergangenheit sind offenbar nur schwer auszubügeln. Immerhin, jene die Dauerkarten bezahlt haben, waren wieder da. Die Stimmung nach den beiden Treffern war sensationell, das musste auch Ewald Lienen zugeben. Der Ex-Trainer und Ex-Spieler war von beiden Seiten angetan.

Idrissous Fehler

Mo Idrissou, der im Blickpunkt stand, produzierte an alter Wirkungsstätte einen fatalen Fehler, nämlich den, dass er in der zweiten Halbzeit aus einem Meter Entfernung nicht das Duisburger Tor mit dem wieder überzeugenden Tom Starke traf. "Das war schwer", meinte sein Trainer spitzzüngig, und er der Afrikaner war es auch, der einen Ball mit der Hand spielte. Ein zweites Handspiel, diesmal von Toprack, hatte jeder im Stadion gesehen, nur Markus Schmidt aus Stuttgart nicht. Der verschlechterte seine Leitungs-Note damit ganz beträchtlich.

Trefflicher Dutt

Robin Dutt analysierte trefflich, dass es bei einem Vorsprung der Breisgauer für den späteren Sieger schwer geworden wäre hin zum am Ende verdienten Sieg. "Wenn Mo getroffen hätte, wer weiß wie die Partie ausgegangen wäre." Idrissou traf nicht, der Rest ist bekannt.

(RP)