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Wasserball: ASCD: So gibt das nichts

Wasserball : ASCD: So gibt das nichts

Mit 8:12 verloren die Wasserballer das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Serienmeister Spandau 04. Von einer Wachablösung sind die "Amateure" in dieser Form meilenweit entfernt. Eklatant schwache Chancenverwertung.

Die Dame im schicken Pelzmantel hatte den Papp auf. Und flüchtete sich kurz nach Spielschluss in Galgenhumor. "Da hätte ich besser im Fernsehen Biathlon gucken können", ließ sie sichtlich angefressen Axel Garnatz wissen. Nun ja. Der Vorsitzende des ASC Duisburg sah die Dinge nüchterner. "Wir konnten nicht die Form abrufen, die es braucht, um Spandau zu schlagen." Dem wiederum lässt sich getrost zustimmen.

Denn die Leistung, die die "Amateure" vor rund 700 Zuschauern im rappelvollen Schwimmstadion zustande brachten, langte bei weitem nicht, um die Berliner ernsthaft gefährden zu können. Die 8:12 (2:3, 2:4, 2:4, 2:1)-Niederlage im Spitzenspiel der Wasserball-Bundesliga bedeutete einen gewaltigen Schuss vor den Bug. In dieser Form wird's nichts mit der Wachablösung, die der ASCD im Jahr seines hundertjährigen Bestehens so ambitioniert anstrebt.

Das große Nervenflattern

Tim Focke und Florian Müller hatten die Gastgeber früh mit 2:0 in Führung gebracht. Doch dann schlichen sich schon die ersten Unzulänglichkeiten ein. Spandau war zur Stelle, ging seinerseits kurz vor Ende des ersten Viertels erstmals in Führung und hatte im weiteren Spielverlauf keine Probleme, diese auszubauen. Zu sehr spielten die Nerven den "Amateuren" einen Streich. Beispiele gefällig? Till Rohe vergibt einen Fünfmeter, Torwart Tim-Ole Fischer wirft den Ball unbedrängt ins Aus, dazu etliche harmlose Würfe auf die Brust von Spandaus Keeper Alexander Tchigir und die vergebenen "Hundertprozentigen" von Tom Focke, Vlad Kapsa und Julian Real. Letzterer stand ziemlich neben der Kappe. Und auch Kapitän Tobias Kreuzmann war weit davon entfernt, "Leitwolf" zu sein. Der Akku der beiden Olympia-Teilnehmer ist noch nicht wieder aufgetankt.

Derart führungslos war gegen den keinesfalls überzeugenden, aber ungemein abgezockt agierenden Meister nichts zu holen. Zur Pause (4:7) hatte Spandau längst alles im Griff, kurz vor Ende des dritten Viertels (6:11) war die Partie endgültig entschieden.

Bei Arno Troost hielten sich nach Spielschluss Enttäuschung und Trotz die Waage. "Keine Frage, das Ergebnis, und wie es zustande gekommen ist, ist für ein Spitzenspiel einfach zu deutlich", musste der ASCD-Trainer feststellen, "dass auch Spandau nicht gut gespielt hat. Wir haben einfach zu viele glasklare Möglichkeiten vergeben." Einen ersten Fingerzeig habe seine Mannschaft abgeben wollen. "Das ist uns nicht gelungen. Aber die Saison ist noch lang, und es gibt ganz sicher keinen Grund, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken."

Tore: Florian Müller (3), Tobias Kreuzmann, Tim Focke, Paul Schüler und Vlad Kapsa.

(RP)