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Wasserball: ASCD holt Bronze und ärgert sich

Wasserball : ASCD holt Bronze und ärgert sich

Gegen eine kurzfristige Regeländerung legt der Pokalsieger von 2013 Protest ein. Das Spiel um Platz drei gewinnt er.

So richtig in Feierlaune waren am Wochenende in Hannover nur vier Duisburger. Oder genauer gesagt Duisburgerinnen. Trainerin Sybille Kaisers und die Spielerinnen Claudia Kern, Lara Mischel und Sophie Hoppe trugen ihren Teil dazu bei, dass sich die Damen des SV Bayer Uerdingen zum dritten Mal in Folge den Gewinn des Deutschen Wasserball-Pokals sicherten. Nach dem Endspiel, das der haushohe Favorit gegen den Hannoverschen SV mit 18:10 für sich entschieden hatte, startete die große Sause. Erst im Stadionbad Hannover, später dann auf der Player's Night im Fössebad.

Vom Planschbecken aus verfolgten die Bayer-Frauen das "kleine Finale" der Herren, in dem ihre Vereinskameraden gegen den Amateur SC Duisburg klar mit 4:16 verloren. "Bayer hat am Anfang versucht, dagegenzuhalten. Dann haben sie aber schnell gemerkt, dass das nicht klappt und aufgegeben", sagte Trainer Arno Troost. Wahre Jubelstürme entfachte der souveräne Erfolg über den Nachbarn naturgemäß nicht. Dazu wirkten die Geschehnisse des Vorabends zu sehr nach.

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Im Halbfinale gegen Spandau 04 Berlin hatten die Amateure mit 3:8 Schiffbruch erlitten. "Im Pokal zählt der erste Platz. Bronze ist Mist", hatte ASCD-Vorsitzender Axel Garnatz unmittelbar nach der deutlichen Niederlage kundgetan. Durch eine desolate Angriffsleistung beraubten sich die Amateure selbst jeder Chance. "Wir haben zurzeit ein Problem mit der Toreschießerei", haderte Troost. Vor zwei Wochen, im ersten Liga-Halbfinale gegen Waspo 98 Hannover, habe seine Mannschaft noch "genial abgeschlossen", aber: "Irgendwann ist uns die Sicherheit im Abschluss abhandengekommen", so Troost.

Das Ruder muss der ASCD nun schleunigst wieder herumreißen. Denn schon am Mittwochabend beginnt die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft. Zu Gast im ASCD-Vereinsbad ist dann der neue Pokalsieger. Spandau gewann das Endspiel gegen Gastgeber Waspo 98 Hannover mit 10:9 und holte damit zum 29. Mal den Cup. Troost: "Am Mittwoch geht's bei null los. Die Chancen stehen 50:50."

Für Kopfschütteln sorgte eine Ad-hoc-Entscheidung der Fachsparte Wasserball. Diese beschloss am Freitagmorgen kurzerhand, dass jede Mannschaft bei der Pokal-Endrunde bis zu drei Ausländer einsetzen darf. In der Deutschen Wasserball-Liga sind es nur zwei. Spandau spielte das in die Karten. "Das ist schon eine sehr seltsame Geschichte. Da werden im laufenden Wettbewerb, direkt vor dem Beginn der Endrunde, Regularien geändert", sagte Troost. Der ASCD erfuhr am Freitag beim Frühstück davon und legte Protest ein. Die Erfolgsaussichten sind naturgemäß gering, schließlich gibt es in der Wettkampfordnung offenbar ein Schlupfloch, das die zweifelhafte Entscheidung gestattete. "Ich finde das alles sehr merkwürdig", erklärte Troost: "Einige Herrschaften sollten sich ernsthaft Gedanken, ob das unserem Sport guttut."

Allerdings: "Im Halbfinale hat unsere Leistung nicht gestimmt, da müssen wir uns an die eigene Nase fassen", so Troost, der mit der Auslosung, "die uns wie immer den schwierigeren Halbfinalgegner beschert hat", haderte. Zudem fehlten dem ASCD Christopher Hans, Nils Illinger, Niclas Becker und Gilbert Schimansk, die mit der U 19-Nationalmannschaft parallel beim EM-Qualifikationsturnier im französischen La Rochelle gefordert waren.

ASCD - Bayer Uerdingen 16:4 (3:1, 6:1, 5:2, 2:0). ASCD: Schenkel - Eidner (3), Schüring, Real (2), Rohe (2), M. Grohs, Roeßing, Kreuzmann (1), Kalberg (2), Schüler (3), Obschernikat (1), Theis, D. Grohs.

(kök)