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Wasserball: ASCD hat es zu Hause in der Hand

Wasserball : ASCD hat es zu Hause in der Hand

Ein Sieg fehlt den Wasserballern noch, um erstmals seit 45 Jahren Deutscher Meister wieder zu werden. Zum vielleicht entscheidenden vierten Spiel gegen Spandau erwartet der ASCD eine vierstellige Zuschauerzahl.

Die Finalserie um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft ist ein Fall für den Psychologen. Da gewinnt der ASCD das Auftaktspiel, bestätigt diesen Erfolg in Berlin in eindrucksvoller Manier, vergibt dann aber den ersten Matchball. Und jetzt?

Setzt bei den Amateuren etwa das Nervenflattern ein? So kurz vor der Krönung einer schon jetzt phänomenalen Saison. So kurz vor der Wachablösung im deutschen Wasserball. Fakt ist: Die Situation, "nur" noch einmal gewinnen zu müssen, um Meister zu werden, hat die aktuelle Mannschaft noch nie erlebt. Mit Ausnahme von Trainer Arno Troost, der einst mit den Frauen von Blau-Weiß Bochum ein Abo auf nationale Titel hatte, und Centerspieler Dennis Eidner, der mit Spandau sechsmal Meister und fünfmal Pokalsieger wurde, ehe er sich im letzten Jahr dem ASCD anschloss. "Nach unserem souveränen Sieg am Samstag war das für meine Mannschaft eine völlig neue Situation", erklärte Troost: "In der Finalserie mit 2:0 zu führen, das haben die Jungs vorher noch nicht erlebt."

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Da kann man schon mal nervös werden. Vor allem, wenn man morgens im Hotelbett wach wird, das Spiel, wie am Sonntag geschehen, aber erst um 18 Uhr anfängt. "Für uns gibt es jetzt nur noch K.o.-Spiele. Wir müssen darauf hoffen, dass Duisburg nervös wird", hatte Hagen Stamm, der Präsident der Wasserfreunde Spandau 04, nach der zweiten Niederlage seiner Mannschaft, die zeitweise einer Demontage glich, kundgetan. Die Hoffnung erfüllte sich. Zumindest am Sonntagabend. Anders als bei den drei Siegen zuvor, das Pokalfinale eingeschlossen, wirkte der ASCD etwas gehemmt und stieg prompt als Verlierer aus dem Becken.

Dass der 32-malige Meister aus Spandau nun Morgenluft wittert, versteht sich von selbst. "Duisburg steht jetzt zu Hause unter Zugzwang", sagte Stamm. Den zweiten Matchball sollte der ASCD morgen Abend (19.30 Uhr) tunlichst verwandeln. Da gibt es keine zwei Meinungen. Die Amateure verspüren freilich positiven Druck. Sie können nach 45 Jahren wieder Deutscher Meister werden. Und das vor heimischem Publikum im Vereinsbad. Was kann es Schöneres geben?

Der Druck, der auf den Schultern der Spandauer lastet, ist genau genommen noch um einiges größer. Verlieren die Wasserfreunde morgen Abend, beenden sie erstmals seit 1993 wieder eine Saison ohne Titel. Was die Einschätzung des Sieges im dritten Finale anbelangt, gehen die Meinungen in Spandau auseinander. Für Teammanager Peter Röhle war es "nur ein ganz kleiner Schritt", Hagen Stamm hingegen will Zeuge einer "Wiederauferstehung" geworden sein.

Im Lager des ASCD ist die Enttäuschung über den vergebenen ersten Matchball schnell verflogen. Mental ist die Mannschaft gefestigt. "Wir haben unser Ziel, ein Spiel in Berlin zu gewinnen, erreicht", verweist Till Rohe auf die weiterhin glänzende Ausgangslage. Der ASCD-Vorsitzende Axel Garnatz rechnet mit einer vierstelligen Zuschauerzahl.

(kök)