Wasserball: ASCD fährt mit Ruhe den ersten Sieg ein

Wasserball : ASCD fährt mit Ruhe den ersten Sieg ein

Der Titelträger legt in der Finalserie um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft ein 5:4 vor. Heute geht es nach Berlin.

Ruhe und die Zahl zwei spielten am Mittwochabend eine entscheidende Rolle. Früh waren die Wasserballer des Amateur SC Duisburg im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Spandau 04 Berlin mit 0:2 in Rückstand geraten. Wie schon fünf Tage zuvor im Pokal-Halbfinale, das schließlich mit 3:8 verloren gegangen war. Das war im Stadionbad Hannover. Im heimischen Vereinsbad ließen sich die Schützlinge von Arno Troost von den Gegentreffern in der Anfangsphase aber diesmal nicht aus der Ruhe bringen. "Wir haben über den Kampf ins Spiel gefunden", lobte Troost: "Vor allem aber sind wir in jeder Phase ruhig geblieben."

Bemerkenswert ruhig sogar. Dabei wurde die Geduld der rund 700 Zuschauer von den "ewigen Rivalen" auf eine harte Probe gestellt. Nach dem Duisburger Anschlusstreffer durch Paul Schüler vergingen zwölfeinhalb Minuten ohne weiteren Treffer. Im Wasserball ist das eine Ewigkeit. Dann aber erfolgte Halbzeit-übergreifend binnen einer Spielminute der Umschwung. Dennis Eidner traf nach einer sehenswerten Überzahl-Variante im letzten Angriff der ersten Hälfte zum 2:2. Gleich im Anschluss wurde Marc Politze mit Ersatz des Wassers verwiesen. Der Spandauer Kapitän traf sein ASCD-Pendant Tobias Kreuzmann beim Zurückschwimmen im Gesicht und kassierte dafür eine "Rolle".

In der zweiten Hälfte traten die Amateure dominanter auf, als es der denkbar knappe Erfolg vermuten lässt. Die Abwehrleistung des Titelverteidigers war schlichtweg brillant. "Dass Spandau im ganzen Spiel vier Tore macht, und davon zwei ja gleich zu Beginn, spricht für sich", zeigte sich Troost angetan. Angeführt von Centerverteidiger Julian Real und Torhüter Moritz Schenkel, die sich des Trainers Sonderlob redlich verdienten, kaufte der ASCD dem frischgekürten Pokalsieger den Schneid ab. "Die Berliner waren sichtlich beeindruckt", sagte Troost, dessen Schützlinge sich nach dem Pokal-Flop einmal schüttelten und die richtige Antwort gaben.

Einziges Manko war die Chancenverwertung. Nach der ersten Führung durch Till Rohe (3:2, 17.) gelang es den Hausherren trotz guter Gelegenheiten nicht, sich etwas abzusetzen. "Wir haben es leider verpasst, eine noch deutlichere Duftmarke zu setzen", so Troost. Naturgemäß überwogen bei Duisburgs Trainer des Jahres aber die positiven Eindrücke: "Wir sind ruhig geblieben, obwohl wir nicht mit zwei Toren weggegangen sind. Das war wirklich stark." Spandau glich zum 3:3 und nach Kreuzmanns erneutem Führungstreffer auch zum 4:4 aus. Der Schlussakkord aber blieb dem Spieler des Tages vorbehalten: Till Rohe traf zum 5:4, das der ASCD souverän ins Ziel brachte.

Wie schon im Vorjahr, als es zum Auftakt der Finalserie einen 8:7-Erfolg gab, reisen die Amateure mit Rückenwind nach Berlin. In der Schöneberger Schwimmhalle finden morgen und am Sonntag (jeweils um 16 Uhr) die Spiele zwei und drei statt, die der ASCD nun in aller Ruhe angehen kann. Unter größerem Zugzwang stehen die Spandauer, die am morgigen Samstag ohne ihren gesperrten Kapitän antreten müssen. Mit einem doppelten Auswärtssieg würde der ASCD, der gestern Abend trainierte und heute Mittag Richtung Hauptstadt aufbricht, den Meistertitel im Schnelldurchgang verteidigen. Behalten die Gäste einmal die Oberhand, hätten die Amateure am nächsten Mittwoch im vierten Spiel erneut vor heimischem Publikum einen Matchball. KÖLLER

(kök)