Antonia Halverkamps aus Rheinberg spielt für MSV Duisburg in Frauen-Bundesliga

Fußball : „Wir bleiben in der Bundesliga“

Stürmerin Antonia Halverkamps, die am Dienstag 19 Jahre alt wurde, ist sicher, dass die Zebras auch in dieser Saison das Ziel Klassenerhalt erreichen. Sie fühlt sich im Verein wohl und lobt Trainer Thomas Gerstner für seine Arbeit.

Zuversicht hat sich bislang immer noch als ein guter Begleiter erwiesen. Und mit Optimismus ist Antonia Halverkamps reichlich gesegnet. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagte die in Rheinberg wohnende Fußballerin des MSV Duisburg, als sich der Bundesligist auch in dieser Spielzeit wieder einmal die Tabelle ganz von unten anschauen musste. Das ist gerade einmal drei Wochen her. Inzwischen sieht die Zebra-Welt schon wieder rosiger aus.

Gegen Bayer Leverkusen wurde der erste Saisonsieg gefeiert, dann legten Antonia Halverkamps und ihre Mitspielerinnen auch noch einen Erfolg beim SC Sand nach, gegen den der MSV bislang stets artig die Punkte abgeliefert hatte. Und beim 1:2 gegen den FFC Frankfurt am Sonntag war mehr drin. Halverkamps ist sicher: „Wir bleiben in der Bundesliga.“ Ein schönes Geschenk wär‘s für alle MSV-Anhänger und natürlich für die Rheinbergerin, die am Dienstag ihren 19. Geburtstag feierte.

Bis vor knapp acht Jahren noch hat sie in Großenbaum gewohnt. Im Süden Duisburgs ging‘s auch mit dem Fußball los. Bei der GSG spielte bereits ihr drei Jahre älterer Bruder Jan. Antonia folgte ihm als sie sieben war und blieb bis zur C-Jugend, ehe der große Nachbar MSV auf ihr Talent aufmerksam wurde. Beim Zebra-Nachwuchs folgten die U 15 und zwei Jahre inklusive Bundesliga bei den U-17-Juniorinnen, ehe sie in der Saison darauf als Innenverteidigerin mit der Nummer 5 auf dem Rücken mit der zweiten Mannschaft des MSV dem SV Budberg die Meisterschaft in der Niederrheinliga überlassen musste.

Das Rheinberger Team stieg in die Regionalliga auf, Antonia im Zebra-Dress derweil in die Bundesliga. Thomas Gerstner, der Trainer des MSV, berief die damals noch 17-Jährige in seinen Erstliga-Kader und verhalf ihr auch gleich im ersten Bundesliga-Spiel zum Debüt. „Ein wenig eingeschüchtert war ich damals schon“, sagt sie zum fixen Aufstieg in die erste Mannschaft. Und richtig viel Erinnerung an ihre Premiere in Liga eins hat sie auch nicht. „Ich war so aufgeregt, als ich eingewechselt wurde. Vom Spiel weiß ich kaum noch etwas.“

Ihr Trainer umso mehr, denn der hielt auch in den folgenden Partien an seiner inzwischen mit der Nummer 19 als Stürmerin auflaufenden Nachwuchsspielerin fest. Am Ende kam Antonia auf 13 Einsätze. Auch wenn nur einer über 90 Minuten währte, fühlte sie sich doch immer als Teil des Teams. „Ich hatte nie das Gefühl, auf der Bank schmoren zu müssen“, sagt sie. „Unser Trainer ist eine Autorität. Er mag streng sein, aber er versteht auch Spaß und erklärt gut. Für eine junge Einsteigerin in die Bundesliga ist Thomas Gerstner der perfekte Trainer.“

Die Minuten, in denen sie sich zeigen durfte, hat Antonia dann auch genutzt. In der Partie in Mönchengladbach schickte Gerstner sie nach etwas mehr als einer Stunde auf den Platz. Keine zwei Minuten später war ihr erstes Bundesliga-Tor gefallen. „Die Flanke kam von links, ich bin von rechts nach vorne gesprintet und habe den Ball mit dem Schienbein ins Tor gedrückt“, erinnert sie sich an den 1:0-Siegtreffer, der am Saisonende auch mitentscheidend für den Nicht-Abstieg der Zebras sein sollte. Auch in der aktuellen Spielzeit kommt der MSV nicht an ihr vorbei. In allen bisherigen Partien war sie dabei und stand mehrfach in der Duisburger Startelf.

Parallel zur bestandenen sportlichen Reifeprüfung in der Bundesliga folgte in diesem Jahr auch das Abitur. Trotz des Umzugs 2011 wechselte Antonia nicht die Schule, sondern pendelte mit der Bahn täglich zwischen Rheinberg und Duisburg, wo sie weiterhin das Steinbart-Gymnasium besuchte. Seit dem Sommer ist sie an der Uni Duisburg/Essen im Studiengang Soziale Arbeit eingeschrieben. „Uni und Fußball lassen sich gut kombinieren“, sagt die Rheinbergerin, die längst nicht mehr auf den Zug angewiesen ist, sondern früh umgestiegen ist.

Mit 16 schon gab‘s den Führerschein für ihre 125-ccm-Aprilia, mit 18 ist der Fiat Panda dazu gekommen. Ganz schön flott, die ruhigen Momente gibt es morgens, wenn Schäferhund Lyn früh mit seinen treuen Augen sein Recht einfordert und zum Spaziergang durch Rheinberg bittet. „Ich bin mit allem sehr zufrieden“, sagt Antonia Halverkamps. So soll‘s auch bleiben. Im Sommer geht es dann an die Verlängerung ihres Vertrags mit dem MSV Duisburg.

„Ich möchte auf jeden Fall bleiben“, sagt die Zebra-Spielerin. „Ich fühle mich wohl im Team. Und im Verein geht auch alles sehr familiär zu.“ Und wenn denn mal ein Club mit höheren Ambitionen statt permanentem Kampf um den Klassenerhalt sich melden würde? „Ich gebe mein Bestes, aber ich setze mich nicht unter Druck“, sagt Antonia Halverkamps. „Wenn es wirklich so kommen sollte, dann müsste man schauen. Aber jetzt spiele ich Fußball, weil es mir in Duisburg Spaß macht.“ Und es herrscht Zuversicht, dass dies noch länger währt.

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