American Football: Duisburg Vikings wollen in die Oberliga

American Football : Neustart im Duisburger Football mit den Vikings

Die Thunderbirds und Seahawks haben fusioniert und wollen nun als Wikinger den Aufstieg in die Oberliga schaffen. Spieler sind für das große Ziel ausreichend vorhanden. Die Trainer können mit einem 80-Mann-Kader planen.

Janik Börke weiß, was sich gehört. „Die Jungs aus der Offensive Line habe ich schon eingeladen“, sagt der Quarterback der Duisburg Vikings. „Wir haben zusammen die Play-offs der NFL geguckt.“ Schließlich sind die kräftigen Jungs dafür zuständig, dass kein Defensivspieler durchbricht, der Börke zu Boden reißt – oder einfach umrennt. „Wenn ich nach rechts gucke, um einen Pass zu werfen, muss ich mich darauf verlassen können, dass von links nichts kommt. Da vertraue ich der O-Line auch ein Stück weit meine Gesundheit an“, erklärt der Football-Spielmacher die Feinheiten des harten Sports.

Die Vikings sind der neue American-Football-Verein der Stadt, der Ende des vergangenen Jahres durch eine Fusion der bisherigen Duisburg Thunderbirds und Duisburg Seahawks entstanden ist. „Wir haben um die gleichen Spieler und Trainer konkurriert. Das machte einfach keinen Sinn“, sagt Mathias Lücke, Vorsitzender und Cheftrainer des neuen Vereins und zuvor bei den Thunderbirds tätig. Björn Bromberek, Offensivkoordinator der Vikings und bislang Chef der Seahawks, nickt. Er kennt sich nur zu gut aus: „Ich bin schon seit den 90ern dabei und habe so ziemlich alles mitgemacht.“

Seit den 90ern – das heißt natürlich, dass er bei den Duisburg Dockers angefangen hat. Dieser Verein entstand 1986 und schaffte 1992 den Aufstieg in die Zweite Bundesliga – das ist bei den hiesigen Footballern immer noch legendär. Doch Fusionen und Namensänderung gehören ebenso zur Duisburger Football-Geschichte. 1988 entstanden die Duisburg Flames, die 1993 mit den Dockers fusionierten, sodass der Verein von 1994 bis 1996 als Duisburg Lightning an den Start ging, ehe man zum Namen Dockers zurückkehrte.

2006 entstanden aus der Dockers-Jugend die Niederrhein Thunderbirds, die sich 2013 wieder mit den Dockers zusammenschlossen, aber schon ein Jahr später als Abteilung von Hamborn 07 Handball unter dem Namen Duisburg Thunderbirds eigenständig wurden. „Es gab interne Differenzen“, so Bromberek. Die bei den Dockers verbliebenen Teams bildeten 2015 die Seahawks – die Dockers selbst bieten schon seit Jahren nur noch Jugend-Flagfootball an.

„Die Leute, die sich zerstritten hatten, sind aber längst nicht mehr dabei, sodass der Zusammenschluss einfach Sinn macht“, sagt Bromberek. Das hat eine bemerkenswerte Folge. „Wir haben einen 80-Mann-Kader“, sagt Börke. Pro Spiel dürfen 50 Spieler eingesetzt werden. Denn die Spezialisierung der Footballer auf Offensive, Defensive, Kicking Team und Punting Team gibt es auch im Amateursport. „Die Spielzüge sind so komplex, dass es gar nicht anders geht“, sagt Lücke.

Der Neustart der Vikings erfolgt in der Landesliga, der sechsthöchsten Spielklasse. „Wir sind mit dem Thunderbirds leider zuletzt zweimal abgestiegen“, sagt Börke. Die Seahawks mussten gar vor Saisonende das Handtuch werfen – eine Folge der Zersplitterung. „Jetzt haben wir einen großen Kader. Das Ziel ist klar der Aufstieg“, so Börke. Und Lücke ergänzt: „Mittelfristig wollen wir in die Oberliga.“ Und das ist dann bereits ein großer Sprung. „Die unteren Ligen unterscheiden sich kaum, aber der Sprung von der Verbandsliga in die Oberliga ist der größte.“

Wie die Thunderbirds werden auch die Vikings im Schwelgernstadion trainieren und spielen. Aktuell bietet der MSV Hockey eine zusätzliche Trainingsheimat.

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