1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Sport

Wasserball: Amateure im Tiefschlaf

Wasserball : Amateure im Tiefschlaf

Im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft musste sich der ASC Duisburg gestern mit 7:13 gegen den Dauerrivalen Spandau geschlagen geben. Die Chancen auf eine Überraschung stehen nun denkbar schlecht.

Der ASC Duisburg ist und bleibt die Nummer zwei im Deutschen Wasserball. Gestern Abend ließ der amtierende Deutsche Meister Spandau 04 an der Wedau seine Muskeln spielen. Der Rekordmeister machte mit dem jungen ASCD-Team kurzen Prozess. Vor rund 300 Zuschauern unterlag der ASCD mit 7:13 (0:5, 3:3, 3:3, 1:2) und verlebte dabei ein grausames Anfangsviertel.

Die schrille Sirene des heimischen Vereinsbads erlöste die Amateure nach dem ersten Viertel. Acht Minuten lang wollte der Mannschaft von Arno Troost rein gar nichts gelingen. Einzig Torwart Tim-Ole Fischer wehrte sich, jedoch vergeblich. Gleich fünf Treffer gelangen den Gästen aus der Bundeshauptstadt und es kam noch dicker. Nachdem sich bei den Amateuren weiterhin Verunsicherung und Schockstarre die Waage hielten, schraubten die Spandauer das Ergebnis Anfangs des zweiten Viertels auf 7:0 in die Höhe. Eine Erklärung für die Aussetzer der Amateure ist schwer zu finden. Zwar fehlte mit Julian Real (Grippe) der wichtigste Verteidiger, doch das entschuldigt die Passivität der anderen Spieler nicht.

  • Lokalsport : Wasserball-Länderspiel in Stockum
  • Lokalsport : Der ASCD beschenkt sich doppelt
  • Lokalsport : Ein Krimi im Wasser mit Wirkung

In der zehnten Minute ging dann endlich ein erlösender Jubel durchs ASCD-Vereinsbad. Routinier Tobias Kreuzmann war es, der seine Mannen aus dem Tiefschlaf riss und den ersten Treffer für die Gastgeber, die sich nun steigerten, erzielte. Es ist der Moral der Wedauer, sowie dem Schongang der Gäste zu verdanken, dass die Partie im Anschluss kein Langweiler wurde, sondern noch einmal richtig Fahrt aufnahm. Der ASCD robbte sich beschwerlich, aber mit großem Kampfgeist ran. Durch Treffer von Jan Obschernikat (13./ 21.), Christian Theis (15.), Sven Roeßing (19.) und Paul Schüler (23.) schlossen die Hausherren zwischenzeitlich bis auf 6:9 auf. "Wenn wir dann das 7:9 machen, haben wir noch mal eine echte Chance", ärgerte sich ASCD-Trainer Troost, dass seine Mannschaft im Anschluss zwei äußerst vermeidbare Treffer kassierte.

Als es mit 6:11 ins letzte Viertel ging, war die Messe gelesen. Nach zwei weiteren Berliner Toren, erzielte Yannik Zilken den 7:13-Endstand (29.). Den Tenor am Beckenrand fasste ASCD-Youngster Manuel Grohs nach dem Spiel passend zusammen: "Wir haben das Spiel im ersten Viertel verloren. Das ist sehr bitter." Sein Trainer Arno Troost fand deutlichere Worte: "Dass wir mit 0:7 zurücklagen, ist für mich unverständlich. Wir hatten viel weniger Hinausstellungen als Spandau. Das hätten wir nutzen müssen. Wir hatten es in der Hand."

Damit hat der ASCD nach dem ersten von möglichen fünf Spielen denkbar schlechte Karten auf den Titelgewinn, der zugegebenermaßen eine faustdicke Überraschung gegen diese starke Spandauer Truppe wäre.

(tiwi)