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Sponsorenlauf für schwer Erkrankte Rheinhausenerin

Sponsorenlauf für schwer Erkrankte : Rheinhausen läuft für Katrin

600 Jogger drehten ihre Runden beim Sponsorenlauf für die schwer Erkrankte. 23.000 Euro kamen zusammen.

Am Wochenende war es so gut wie nie trocken. Solch ein Wetter lädt für gewöhnlich nicht gerade zum Sport unter freiem Himmel ein. Aber wenn es um den guten Zweck geht, sind die Rheinhauser wasserdicht. Rund 500 bis 600 Läufer aus dem Stadtteil und der Umgebung kamen zur Platzanlage des OSC und drehten auf der 400-Meter-Bahn Runde um Runde. Manche waren am Ende klatschnass und hatten die Schuhe voller Schlammspritzer. Trotzdem herrschte gute Stimmung. Denn die Teilnehmer waren im Rahmen des Sponsorenlaufs „#staystrongkatrin“ unterwegs - für die schwer erkrankte Katrin van gen Hassend aus Rheinhausen.

Nach zwei epileptischen Anfällen und mehreren Operationen an der Herzklappe mussten der 28-Jährigen beide Füße und Teile ihrer Hände abgenommen werden. Sie befindet sich derzeit in der Reha in Bonn. „Ich habe ihr Bilder und Videos von heute geschickt und sie war fassungslos. Wie wir konnte sie kaum glauben, dass so viele Leute gekommen sind“, sagt ihre Schwester Nicole Reich. Auch sie selbst sei zu Tränen gerührt, so Reich. „Man findet keine Worte, dass alle trotz des miesen Wetters gekommen sind.“

Für die Zuschauer und Rundenzähler gab es dagegen Zelte. Foto: FUNKE Foto Services/Fotos Oleksandr Voskresenskyi

Die ersten Läufer seien schon um 9 Uhr da gewesen. Einige seien sogar die komplette Zeit von 10 bis 15 Uhr durchgelaufen. Auch viele Laufmannschaften oder private Clubs kamen, um ihre Runden zu drehen. „Ich bin heute Morgen schweißgebadet aufgewacht, weil ich geträumt habe, dass keiner kommt. Das hier ist nun überwältigend. Ich glaube, dass fast alle Patienten hier waren und jemand aus jeder Rheinhauser Praxis“, sagt Anette Löbler. Sie ist Ärztin im Medizinischem Versorgungszentrum Duisburg-West an der Krefelder Straße. Dort ist Katrin van gen Hassend medizinische Fachangestellte.

Gemeinsam mit Susanne Backes, die ebenfalls in der Arztpraxis arbeitet, und Nicole Reich hat Löbler den Sponsorenlauf organisiert. Dabei hätten sie von allen Seiten Unterstützung bekommen. Der OSC habe sofort seine Platzanlage angeboten, Kuchen, Würstchen und belegte Brötchen wurden in großer Zahl für den Verkauf als Spende zur Verfügung gestellt. „Irgendwie haben alle aus Rheinhausen, egal ob großer oder kleiner Betrieb oder Privatleute, etwas dazu getan“, sagt Backes. Eine, die gelaufen ist, ist Sigrid Moormann. Sie kennt die Organisatorinnen von der OSC-Skigymnastik. „Da gab es gar kein Vertun. Das ist ein Schicksal, das jeden mitreißt.“ Ihr Sohn habe das Sponsoring für jede ihrer zehn Runden übernommen.

Dank des Engagements der vielen Helfer und Läufer seien rund 23.000 Euro zusammengekommen, sagt Backes. Das war der vorläufige Stand am Montagvormittag. Weitere Spenden hätten sich bereits angekündigt. „Durch die mediale Aufmerksamkeit haben wir auch ein tolles Netzwerk zusammenbekommen“, sagt Anette Löbler. Es hätten sich auch viele Menschen gemeldet, die gute Ratschläge geben könnten. Etwa ein Mann, der selbst eine Unterschenkelprothese habe.

Für die Zukunft sei noch ein Benefizkonzert geplant, außerdem wolle man einen Freundeskreis von Unterstützern ins Leben rufen.

(sip)