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Duisburg: Spektakuläre Kampfkunst

Duisburg : Spektakuläre Kampfkunst

Die Zuschauer in der Mercatorhalle erlebten am Samstagabend eine atemberaubende Vorführung asiatischer Kampfkunst. Die Show "Die Rückkehr der Shaolin" war unglaublich temporeich, die Erläuterungen sehr informativ.

Wer bisher Kung Fu für eine aggressive und brutale Sportart hielt, musste sein Urteil nach dem Besuch der spektakulären Show "Die Rückkehr der Shaolin" am Samstagabend in der Mercatorhalle komplett revidieren. Begleitet wurden die atemberaubenden Darbietungen des Ensembles durch interessante Erläuterungen zum kulturellen und historischen Hintergrund dieser speziellen Art der Selbstverteidigung.

Diese Kampfkunst, die ab dem Jahre 600 n. Chr. im chinesischem Kloster "Shaolin" in der Provinz Henan entwickelt und trainiert wurde, diente nur der Verteidigung des oftmals bedrohten eigenen Klosters. Aber nicht nur die unglaublich temporeichen und präzisen Kampftechniken stellen das Wesen des Shaolin Kung Fu da; auch die durch jahrelanges, entbehrungsreiches Training erworbene Schmerzunempfindlichkeit zeichnet die besondere Eigenschaft der Kampfmönche aus. Eiserne Disziplin, extreme Körperbeherrschung sowie der auch durch Meditation hergestellte Gleichklang von Körper und Seele sind unbedingte Voraussetzungen, um diesen Kampfsport in Perfektion auszuüben.

Schmerz ist kein Thema

Dass Schmerz offensichtlich für die Shaolin-Mönche kein Thema ist, bewiesen sie in beeindruckender Weise. Da wurden massive, vom Publikum überprüfte Holzstäbe mit einem Schlag auf dem Kopf des Kampfpartners zerbrochen. Genau so beeindruckend war das Abstützen des Körpers eines anderen Kämpfers auf scharfen Speerspitzen. Nicht für Zartbesaitete war auch die recht ungemütliche Liege aus Schwertern, auf die sich einer der Mönche, die scharfen Klingen im Rücken, bettete. Und als ob das alleine noch nicht ausreichte, wurde auf seinem Bauch gleichzeitig noch eine Betonplatte mit einem Vorschlaghammer zerschlagen. Das Ganze überstand der Betroffene ohne sichtbare Blessuren. Diese Art der Disziplin und Leidensfähigkeit war unbedingt erforderlich für den Überlebenskampf der Shaolin-Mönche. Die gezeigten Kampftechniken sind nach der Philosophie der Shaolin nie offensiv gegen andere gerichtet und fanden nur im Bedrohungsfall Anwendung.

Blumen für weibliche Besucher

Zum großen Finale zog die Truppe noch mal alle Register. Mit dabei waren auch die beiden kleinen, pfiffigen "Mini-Kämpfer", die sich im Laufe der Show in die Herzen der Besucher gekämpft hatten. Auf der Bühne gab es ein temporeiches, farbenfrohes und choreografisch perfektes Abschluss-Feuerwerk mit einer Demonstration aller Kampftechniken im Schnelldurchlauf.

Das Publikum war begeistert, aber auch berührt, als die ansonsten etwas grimmig und konzentriert dreinschauenden Kämpfer die Bühne verließen und Blumen an die weiblichen Besucher im Zuschauerraum verteilten.

(pol)