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Duisburg: SPD und CDU stimmen für Designer Outlet

Duisburg : SPD und CDU stimmen für Designer Outlet

Die Mehrheit in der Bezirksvertretung Mitte fasst einen Grundsatzbeschluss. Kleine Parteien kritisieren "Umgang mit Minderheiten".

Mit einem vorhersehbaren Ergebnis, nämlich mit den Stimmen von SPD und CDU, fasste die Bezirksvertretung Mitte gestern den "Grundsatzbeschluss zur Realisierung eines Designer Outlet Centers auf der Fläche der "Duisburger Freiheit Süd". Die Bezirksvertretung Mitte ist das einzige Gremium, das sich mit der Vorlage befasst, bevor der Rat in der kommenden Woche darüber abstimmt.

Durch die Bank kritisierten allerdings alle Bezirksvertreter, dass die Unterlagen sehr kurzfristig vorgelegt wurden. "Das ist eine Frechheit, wie mit Minderheiten umgegangen wird", sagt Michael Dubielczyk (Linke). Zur Entschuldigung sagte Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung: "Wir haben bis zuletzt daran gefeilt." Wichtig sei es, das Einzelhandelskonzept weiter zu entwickeln. Dringlich sei die Sache deshalb, weil Gutachten auf den Weg gebracht werden müssten. Der Grundsatzbeschluss sei auch noch kein Beschluss für ein Designer Outlet Center. Darüber zeigte sich auch Fredy Wagemeyer (CDU) froh: "Als Neudorfer sage ich: Es gibt viele Unwägbarkeiten und ich rate, auch auf die Verkehrsbelastung für den Stadtteil zu achten." Die Koloniestraße, die als Anbindung an die A3 dienen könnte, sei heute schon eine vielbefahrene Straße.

Ein Outlet auf diesem Gelände lehnt die FDP komplett ab. "Wir machen uns nicht zum Totengräber für die Innenstadt", so Frank Albrecht. Gisela Schnelle-Parker (Grüne) warnt: "Allein die Ankündigung, dass vielleicht ein Outlet gebaut werden könnte, hat schon bei einigen Ketten und Geschäftsleuten dazu geführt, nachzuverhandeln und zu überlegen, ob sie sich überhaupt in der Innenstadt ansiedeln wollen." Sie sagt eine Jahre lange Hängepartie heraus - mit Klagen und Stillstand. Dabei habe es auch in der Vergangenheit bereits Konzepte für eine Bebauung gegeben. Eben um eine Entwicklung zu ermöglichen, argumentierte Lothar Tacke (SPD) für den Grundsatzbeschluss: "Alles ist besser als Stillstand." Damit würde man auch ein Signal an künftige Investoren senden, die sich in Duisburg engagieren sollen. Der Vorschlag der Linken ging hingegen in eine andere Richtung: Die Stadt solle das Gelände kaufen und selbst entwickeln.

(RPN)