SPD entwickelt Schlachtplan für Duisburg

Vollmitgliederversammlung: SPD entwickelt Schlachtplan für Duisburg

Die neue Debattenkultur der SPD kommt bei den Mitgliedern an. Zur ersten Vollmitgliederversammlung kamen rund 300 Duisburger Sozialdemokraten in die Rheinhausenhalle.

„Wird die Baumschutzsatzung wieder eingeführt?“ Auf diese Frage antwortet SPD-Parteichef Ralf Jäger mit einem Schmunzeln und diplomatischem Schweigen auf der ersten Vollmitgliederversammlung der Duisburger Sozialdemokraten in der Rheinhausenhalle. Gut 300 Mitglieder waren gekommen, um unter dem Motto „Unser Plan für Duisburg“ auf dem ersten Infomarkt der Partei ihre Meinung zu vielen Themen kundzutun. Die soll in das Parteiprogramm zur Kommunalwahl 2020 einfließen. Nach den Reden von Ralf Jäger und OB Sören Link, in denen beide betonten, dass „es wichtig ist, dass Ihr Euch alle einbringt“ und „die Zeiten eines 100-seitigen Wahlprogramms vorbei sind“, ging es an die Schreibtafeln. Schnell füllten diese sich mit Ideen und Wünschen zu Bereichen wie „Wirtschaft“, „Integration“, „Digitalisierung und Stadtentwicklung“, „Schule“, „Kultur“, „Jugend“ oder eben auch Umwelt. Und hier war ganz oben auf der Tafel zu lesen: „Baumschutzsatzung wiedereinführen.“ Ob es dieser Vorschlag letztlich ins Programm für die Kommunalwahl schafft, ist mehr als fraglich angesichts der Tatsache, dass die SPD zusammen mit der CDU die Baumschutzsatzung abgeschafft hat. Aber Ralf Jäger versprach, dass alle Meinungen in einem nächsten Schritt in Arbeitsgruppen diskutiert werden.

Die Partei will alle Sozialdemokraten auf den Weg zum „Duisburg Plan 2020“ mitnehmen. Die neu gepflegte Debattenkultur innerhalb der Partei kommt an. „Heute sind viele Gesichter dabei, die ich lange nicht gesehen habe“, freute sich Ralf Jäger. Auf dem Infomarkt kam die Basis schnell mit der Parteispitze, den Landtagsabgeordneten Frank Börner, Rainer Bischoff und Sarah Phillip oder auch Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir ins Gespräch. Auch die Beigeordneten Thomas Krützberg und Martin Murrack notierten die Ideen der Mitglieder.

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Auf der Liste standen viele Forderungen, darunter ein „Begegnungszentrum für Jugendliche im Zentrum“, die „Wiederbelebung der kommunalen Krankenhauskonferenz“, die Schaffung eines „Druckraums für Drogenabhängige“, ein „Einwanderungsmanagement“, „mehr unbefristete und gut bezahlte Jobs“ und auch ein Konzept für die „Duisburger Freiheit.“

Jäger schwor die Duisburger Sozialdemokraten ein, nach vorne zu blicken. „Wir müssen uns in Duisburg nicht in Frage stellen, sondern das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind wahrnehmbar und die Leute vertrauen uns, nicht weil wir alles versprechen, sondern auch Dinge sagen, die nicht schön sind.“ Und: „Wir sagen nichts, was wir nicht umsetzen können. Verantwortlich handeln heißt, auch mal Gegenwind auszuhalten“, sagte Sören Link. Die SPD wolle sich weiter für eine „lebenswerte, sichere, saubere und gerechte Stadt mit sozialer Teilhabe“ einsetzen. Natürlich wisse die Parteispitze um die Umfrage-Ergebnisse. Es gebe aber keinen Grund, „2020 nicht jeden Wahlkreis in Duisburg gewinnen zu wollen.“

(R.K.)
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