SPD Duisburg unterstützt Norbert Walter-Borjans

Parteivorsitz : Duisburger SPD unterstützt Norbert Walter-Borjans

Wer übernimmt den Parteivorsitz bei der SPD? Diese Frage beschäftigt auch die Duisburger Ortsvereine der sozialdemokratischen Partei. Eine Umfrage an der Basis.

Noch in diesem Jahr wählt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) nach dem Rückzug von Andrea Nahles einen neuen Vorsitz. Die SPD-Ortsvereine in Duisburg haben vereinzelt schon ihre Favoriten gefunden. Andere lokale Gruppen verzichten derweil auf eine klare Unterstützung für einen oder mehrere Kandidaten.

Im Ortsverein Stadtmitte kristallisieren sich zwei mögliche Doppelspitzen für den Parteivorsitz heraus. Stefan Dellwo, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stadtmitte, berichtet, dass die Teams aus Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie Christina Kampmann und Michael Roth in seinem Ortsverein zu den Favoriten zählen. „Aufbruchstimmung, basisnah und die Kompetenz, sich durchzubeißen – das sind Sachen, die für beide Teams sprechen“, sagt Dellwo. Der Lokalpolitiker ist sich sicher, dass der neue Parteivorsitz auch eben diese Eigenschaften mitbringen müsse.

Die Wahl des Ortsvereins Stadtmitte für die Favoriten sei größtenteils einvernehmlich gefallen. Es gebe noch eine kleine Minderheit, die eine Lösung mit Nina Scheer und Karl Lauterbach bevorzuge. „Es hat sich aber gezeigt, dass andere Teams und Einzelbewerber nicht so gefragt sind“, so Dellwo.

Auch Manfred Osenger, seines Zeichens Bürgermeister von Duisburg und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neuenkamp/Kaßlerfeld, plädiert für Walter-Borjans und Saskia Esken als neuen Parteivorsitz. „Das ist ein gutes Doppel“, so Osenger. Vor allem der ehemalige Finanzminister von NRW hat es dem SPD-Politiker angetan, weil er damals hart geblieben sei und weiter auf den Kauf von sogenannten Steuer-CDs im Kampf gegen Steuerhinterzieher setzte. Osenger sehe in Walter-Bojans zudem einen Mann mit Charisma. Wie prominente Vorgänger auf dem Stuhl des Parteivorsitzes – zum Beispiel Gerhard Schröder oder Oskar Lafontaine – sei Walter-Borjans in der Lage, Menschen mitzureißen.

Der Ortsverein Hüttenheim/Huckingen hat sich indes noch nicht auf einen Favoriten einigen können, da die Ortsversammlung noch nicht zusammen gekommen ist. Der Vorsitzende Kurt Homberg vertritt nach eigenen Angaben allerdings die private Meinung, dass Walter-Borjans und Esken am besten geeignet seien. Für ihn sei sehr wichtig, dass frischer Wind in die Partei kommt: „Es kann nur noch besser werden.“

Daniela Stürmann vom SPD-Ortsverein in Meiderich gibt an, dass sich noch kein Favorit herausgebildet habe, da sich jedes Mitglied erst einmal mit allen Kandidaten beschäftigen müsse. „Anfang Oktober besuchen die Kandidaten Duisburg“, sagt sie. „Dort werden sicher viele Fragen geklärt.“ Die große Anzahl an Kandidaten komme allerdings sehr positiv im Ortsverein an, wie Stürmann berichtet. Der Vorteil: Jedes Mitglied würde sich in einem Kandidaten wiederfinden. So werde die innerparteiliche Demokratie gefördert.

In eine ähnliche Richtung argumentiert die NRW-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp, die den Vorsitz im Ortsverein Buchholz/Wedau inne hat. Die SPD-Politikerin sagt, dass sie noch keinen Favorit hat und gespannt auf die Vorstellung der Kandidaten Anfang Oktober in Duisburg blickt. Der neue bundesweite Parteivorsitz müsse allerdings für einen Umbruch stehen. Philipp wünsche sich eine klarere Linie, wie die SPD in Zukunft inhaltlich auftritt. Auch die veralteten Strukturen innerhalb der Partei sollten hinterfragt werden.

Im Ortsverein Rheinhausen Mitte wurde die Kandidatenfrage laut dem Vorsitzenden Dirk Smaczny hingegen bewusst nicht behandelt, da sich jedes Mitglied sein eigenes Urteil bilden soll. „Es soll eine gerechte und klare Entscheidung getroffen werden, damit sich mit den Inhalten beschäftigt werden kann“, fasst Smaczny die Erwartungen an die Wahl zusammen.

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