Duisburg Sorge um Fortbestand der Opern-Ehe

Duisburg · In diesem Monat entscheidet sich, ob der Opernvertrag zwischen Duisburg und Düsseldorf über das Jahr 2014 hinaus verlängert wird. In der kommenden Woche legen Unternehmensberater ihr Gutachten vor. OB Link hält sich bedeckt.

 Ohne die Rheinoper ist das Duisburger Stadttheater kaum zu denken. Unser Bild zeigt die Sängerin Mariselle Martinez, die als Gastkünstlerin die DOR in guter Erinnerung hat.

Ohne die Rheinoper ist das Duisburger Stadttheater kaum zu denken. Unser Bild zeigt die Sängerin Mariselle Martinez, die als Gastkünstlerin die DOR in guter Erinnerung hat.

Foto: andreas probst (archiv)

Bei ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag stimmten die Mitglieder des Duisburger Kulturausschusses ein Geburtstagsständchen für Prof. Christoph Meyer an, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Der zeigte sich gerührt und wünschte sich zu seinem 53. Geburtstag, dass die Duisburger Kommunalpolitiker für eine Verlängerung des Rheinopern-Vertrags über das Jahr 2014 hinaus votieren. Eine Nicht-Verlängerung wäre fatal, so Meyer: Nicht nur für die beiden Städte, sondern für das Kulturleben in ganz Deutschland, ja sogar in Europa. Man müsse in einem solchen Fall einen negativen europaweiten Domino-Effekt im Kulturbereich fürchten.

In ihren Haushaltsreden setzten die Duisburger Kulturpolitiker ihren einstimmigen Chorgesang fort und sprachen sich für den Fortbestand der Opern-Ehe aus. Allerdings machte Udo Vohl von der SPD eine Einschränkung und verband sein grundsätzliches "Ja" zur Opern-Ehe mit dem Zusatz "aber nicht bedingungslos". Am kommenden Freitag wird zunächst der Aufsichtsrat der Rheinoper tagen, dessen Vorsitzender zurzeit turnusgemäß der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD) ist. Stellvertreter ist sein Düsseldorfer Amtskollege Dirk Elbers (CDU). Freitagnachmittag wollte sich Link noch nicht zur Opernehe äußern. "Dafür ist es noch zu früh", ließ er mitteilen. "Zu früh" deshalb, weil die auf Kultur spezialisierte Unternehmensberatung Actori ihr Gutachten erst in der kommenden Woche vorstellen wird. Allerdings weist der Geschäftsführende Direktor der Rheinoper, Hermann Grote, auf einen ersten Gutachter-Entwurf von Actori hin. Danach sei die Rheinoper als Zweistädte-Institut mit seinen insgesamt rund 870 Beschäftigten grundsätzlich eine äußerst effizient arbeitende Einrichtung. Die endgültige Einschätzung stehe aber noch aus, da die süddeutschen Unternehmensberater noch in einigen Bereichen Korrekturen vornehmen müssten.

Eine Aufgabe der Actori-Spezialisten besteht darin, auch den Fall zu berücksichtigen, dass die Rheinoper ohne Duisburger Beteiligung betrieben wird. Grote sagte am Freitag, dass er hoffe und auch davon ausgehe, dass es dazu nicht kommt. Die Rheinoper als Düsseldorfer-Duisburger Zweistädte-Institut zu betreiben ist seiner Meinung nach ein "Modell der Vernunft".

Auch Duisburgs Noch-Kulturdezernent Karl Janssen hofft auf den Fortbestand der Opern-Ehe. "Wenn sich Duisburg von einem solch substanziellen Baustein wie es die Rheinoper ist, verabschiedet, dann geht die Stadt im kulturellen Bereich kaputt", sagte er am Freitag. Janssen wird zwar noch an der Aufsichtsratssitzung teilnehmen, aber schon nicht mehr an der Sondersitzung des Kulturausschusses zur Rheinoper am 12. März. Da müsse er seinen Resturlaub vor seinem Abschied als Duisburger Kulturdezernent am 30. April nehmen.

Die größten Hürden beim Opern-Ehevertrag sind — neben der generellen Zuschuss-Kürzung von einer Million Euro — die Mehrkosten durch Tariferhöhungen und Sachleistungen. Düsseldorf zögert, diese Mehrkosten weiterhin alleine auszugleichen.

(RP/ac/ila)
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