Duisburg: Sommerschlussverkauf - in diesem Jahr besonders heiß

Duisburg : Sommerschlussverkauf - in diesem Jahr besonders heiß

Wegen der schlechten Wetterlage in den letzten Wochen verfügt der Handel noch über größere Bestände an Sommerware.

Über Jahrzehnte war der Sommerschlussverkauf ein festes Datum im Einzelhandel, 2004 wurde er offiziell abgeschafft. Gleichwohl werden in der letzten Juli-Woche die Preise noch einmal purzeln. Das ist zwar Tradition, aber in diesem Jahr auch dem Sommer zu verdanken, der bisher nur an wenigen Tagen überhaupt sommerlich war. "Es ist in den Geschäften noch extrem viel Sommerware vorhanden", sagt Doris Lewitzky vom Einzelhandelsverband. Grund sei die lange schlechte Wetterlage.

Seit Juni gebe es im Handel bereits erhebliche Preisreduzierungen, jetzt sei noch einmal mit weiteren Abschlägen auf bereits reduzierte Sommerware zu rechnen. Preissenkungen von 50 bis 70 Prozent seien durchaus möglich, sagt die Handelsexpertin.

Zwar sei jetzt wohl bis in die nächste Wochen mit Sonne und sommerlichen Temperaturen zu rechnen, gleichwohl werde der Handel nun zusehen, vor allem Ware wie Bikinis oder Sandalen loszuwerden. "Die Lust auf Sommer wird jetzt vielleicht geweckt", hofft Lewitzky, dass die Einzelhändler "auf der Zielgeraden noch etwas wett machen können".

Das Zusammentreffen von Temperaturen um die 30 Grad und Preisabschläge in den Läden seien jedenfalls erfahrungsgemäß geeignet, Kauflaune zu wecken. Ein "Plündern der Regale" sei nicht ausgeschlossen. Ob es sich nun lohnt, sofort die Lieblingsläden anzusteuern oder noch bis zur nächsten oder gar übernächsten Woche abzuwarten, weil die Preise vielleicht noch weiter purzeln, sei Jahr für Jahr und ob Sommer- oder Winterschlussverkauf schwer zu sagen. Letztendlich ist es der Sinn solcher Preisaktionen, die Lager leer zu bekommen. Das heißt: Was verkauft ist, wird meist nicht mehr nachgeordert. Und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde seine begehrte Ware in genau der Farbe und Größe bekommt, die er haben will.

Generell haben die Wetterkapriolen der letzten Jahre dem Einzelhandel zugesetzt. "Der Winter ist kein richtiger Winter mehr und der Sommer kein richtiger Sommer", klagt Doris Lewitzky: "Und es ist oft so, dass das Wetter die Käufer animieren muss."

Und wenn der Kunde nicht weiß, ob er Badesachen oder Gummistiefel braucht, hat der Handel ein Problem. Hochmodische Artikel, etwa in bestimmten angesagten Farben, sind nur in der aktuellen Saison an die Frau oder den Mann zu bringen, erläutert Doris Lewitzky, auch wenn es einige Artikel gebe, die auch im Jahr darauf noch zu verkaufen sind. Grundsätzlich sei der Handel aber bestrebt, Saison-Sortimente möglichst vollständig aus den Läden und Lagern zu bekommen. "Grundsätzlich geht das nur über den Preis." Die Prozentzeichen an den Schaufenstern bestätigen das.

(RP)
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